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Datum/Zeit |
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2,25 € |
-0,092 € |
-4,09 % |
24.04/17:35 |
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| ISIN |
WKN |
Jahreshoch |
Jahrestief |
| FR0000127771 |
591068 |
- € |
- € |
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Vivendi Universal neutral 28.11.2002
Helaba Trust
Die Analysten der Helaba Trust nehmen für die Aktie von Vivendi Universal (WKN 591068) ein Upgrade von "untergewichten" auf "neutral" vor.
Vivendi Universal, ursprünglich ein reines Versorgungsunternehmen, habe in den letzten Jahren seinen Geschäftsschwerpunkt zunehmend auf das Medien- und Telekommunikationsgeschäft verlagert. Durch zahlreiche Zukäufe hätten die Franzosen in kurzer Zeit bedeutende Aktivitäten in den Bereichen Film/TV, Musik, Verlagswesen und Telekommunikation erworben. Dabei seien hohe Finanzverbindlichkeiten aufgebaut worden, die das Konglomerat angesichts der schwierigen Kapitalmarktbedingungen im Frühjahr 2002 an den Rand der Insolvenz geführt hätten. Durch Beteiligungsverkäufe (Environment, Houghton Mifflin, Tele+ u.a.) versuche der angeschlagene Konzern nun, seine Verbindlichkeiten zurück zuführen.
Die dritten Quartals-Zahlen von Vivendi Universal hätten operativ im Rahmen der Erwartungen gelegen. Auf vergleichbarer Basis seien die Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr um 2,3% (14,6 Mrd. EUR) gefallen. Insbesondere die Sparten Entertainment (-24%) und Music (-9%) hätten konjunkturbedingt deutliche Rückgänge hinnehmen müssen. Dass sich das operative Ergebnis gegenüber dem Vorjahr dennoch hätte verbessern können (+5% auf 1,2 Mrd. EUR), sei in erster Linie auf die unverändert starke Performance der 44%- Tochter Cegetel zurück zuführen (Umsätze: +8,6%, EBITA: +64,3%). Das EBITA des Kerngeschäfts sei dagegen mit -30% stark rückläufig gewesen. Antizipierte Verluste aus Beteiligungsverkäufen hätten das Quartalsergebnis (-1,2 Mrd. EUR) mit 735 Mio. EUR belastet.
Im Zentrum der Berichterstattung hätten erwartungsgemäß die Sanierungsbemühungen des angeschlagenen Konzerns gestanden. Nach den jüngsten Beteiligungsverkäufen und Kreditvereinbarungen dürfte die existenzbedrohende Liquiditätskrise endgültig überwunden sein. Zum Ende des dritten Quartals hätten die Finanzverbindlichkeiten des Kerngeschäfts noch 16,7 Mrd. EUR betragen. Sie dürften durch die beschlossenen Maßnahmen bis zum Jahresende weiter auf 14,7 Mrd. EUR sinken und im Dezember 2003 selbst bei einer Aufstockung der Cegetel-Beteiligung unterhalb von 9 Mrd. EUR liegen. Der Barmittelbestand sollte in keinem der kommenden Quartale die 1 Mrd. EUR-Marke unterschreiten.
Zudem hätten die Übernahmeofferten für Cegetel (6,8 Mrd. EUR von Vodafone) und die US-Entertainment-Assets (20 Mrd. USD) den Substanzwert des Unternehmens konkretisiert (ca. 17 EUR je Aktie). Weiterhin unklar bleibe dagegen die künftige Strategie der Franzosen. Das Unternehmen halte sich gegenwärtig alle Optionen offen. Aus heutiger Sicht spreche einiges dafür, dass Vivendi von seinem Vorkaufsrecht bei Cegetel (26% BT-Anteil für 4 Mrd. EUR) Gebrauch machen werde, um Zugriff auf den hohen Free Cash-flow der Telekomtochter zu erhalten. Die Finanzierung dieser Übernahme hätte in der Zwischenzeit gesichert werden können. Vermutlich würde Vivendi in diesem Fall die US-Medientochter (zumindest teilweise über einen Börsengang) veräußern, um die Verschuldung weiter zurück zuführen.
Aufgrund der gesunkenen Risiken und der Unterstützung von der Bewertungsseite stufen die Analysten der Helaba Trust die Vivendi Universal-Aktie auf "neutral" herauf.
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