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Lonmin-Aktie: ungünstiges Risikoprofil und drohende Kapitalerhöhung


28.09.2012
Sarasin Research

Zürich (www.aktiencheck.de) - Ute Haibach, Analystin von Sarasin Research, hält an ihrer Herabstufung der Aktie von Lonmin (ISIN GB0031192486 / WKN 856046) von "neutral" auf "reduce" fest.

Lonmin sei der weltweit drittgrößte primäre Platinproduzent. Die Minen von Lonmin seien alle in Südafrika domiziliert, wo die Arbeiter stark gewerkschaftlich organisiert seien und periodisch Nationalisierungsängste aufkommen würden. Seit Ian Farmer Ende 2008 als neuer CEO das Ruder übernommen habe, sei die Mitarbeiterzahl reduziert, der modifizierte Führungsstab nach Südafrika umgesiedelt, Hierarchien verflacht und ein neuer, starker Manager für die Bergbauaktivitäten eingesetzt worden. Defizitäre Minengeschäfte seien gestoppt und suboptimale Fördertechniken revidiert worden. Mitte 2009 habe Lonmin eine Kapitalerhöhung in Höhe von USD 457 Mio. durchgeführt und die Laufzeit seiner Kredite verlängert.

Zwar seien seitdem erste Anzeichen von Restrukturierungserfolgen sichtbar geworden. Diese hätten sich jedoch als nicht nachhaltig erwiesen. Lonmin habe Rückschläge in Form von einer ungewöhnlich hohen Anzahl an Unfällen, Streiks und gewaltsamen Auseinandersetzungen, die alle Produktionsausfälle nach sich gezogen hätten, erlitten. Infolge der vom 10. August bis 20. September 2012 andauernden Arbeitsunterbrechung in Lonmins wichtigster Mine Marikana, welche rund 95% der Produktion ausmache, habe Lonmin im September die Förderprognose für das GJ12 (ende Ultimo September 2012) von 750‘000 Unzen Platin auf eine Spanne zwischen 685.000 und 700.000 Unzen Platin reduziert. Die Analysten würden erwarten, dass Lonmin zumindest im laufenden GJ12, wenn nicht auch im GJI3, einen Nettoverlust generieren werde. Im Konsens werde für GJ12 ein Nettoverlust von USD 38 Mio. und für GJI3 ein Nettogewinn von USD 37 Mio. erwartet. Erwartet werde, dass die Schätzungen für GJI3 in den kommenden Wochen noch abwärts revidiert würden.


Lonmin habe bereits Ende August 2012 angekündigt, die mit den Banken in Kreditverträgen vereinbarten Verschuldungsobergrenzen (4,0x Nettoverschuldung zu EBITDA) bei der nächsten Überprüfung Ende September zu brechen. Und dies, obwohl bereits im Juli 2012 signifikante Investitionskürzungen bekannt gegeben worden seien, um die Liquidität zu bewahren. Da die Analysten keinen Verkauf von Vermögenswerten erwarten und die notwendigen Restrukturierungen insbesondere kurzfristig nicht machbar sein würden, dürften sich die Finanzierungsschwierigkeiten im Zeitablauf verschärfen und eine Kapitalerhöhung im Volumen von bis zu 50% der Marktkapitalisierung zu erwarten sein. Im aktuellen Umfeld müsste diese mit einem deutlichen Abschlag zum Aktienkurs erfolgen.

Der bisherige Hauptaktionär von Lonmin sei der Bergbaukonzern Xstrata (ISIN GB0031411001 / WKN 552834), der knapp 25% der Anteile halte. Xstrata befinde sich seit einigen Monaten in Fusions- bzw. Übernahmegesprächen mit Glencore (ISIN JE00B4T3BW64 / WKN A1JAGV). Sollte dieser Zusammenschluss stattfinden, würden die Analysten das hohe Risiko sehen, dass die Lonmin-Beteiligung verkauft werde. Eine Kapitalerhöhung dürfte den Ausstieg noch beschleunigen. Analystenseitig sehe man folglich das hohe Risiko eines Aktienüberhangs.

Lonmin operiere in einer Industrie, die aktuell zu zwei Dritteln einen negativen freien Cashflow generiere. Überkapazitäten und eine schwache Nachfrage würden auf den Platinpreis drücken. Gleichzeitig würden die Kosten konstant und signifikant steigen. Zusammen mit den Folgen des jüngsten Streiks und den relativ hohen Produktionskosten (Lonmin befinde sich im obersten Drittel der Produktionskostenkurve) dürfte dies im GJ12 in einem Nettoverlust resultieren. Darüber hinaus seien die speziellen Südafrika-Risiken (Nationalisierung, BEE, Regulierung, höhere Abgaben, Streiks, Mangel an Arbeitskräften, Währung) und das Risiko, dass sich Xstrata von ihrer Lonmin-Beteiligung trenne, einzubeziehen. Auch diese Risiken dürften den Titel kurzfristig weiter belasten.

Die Analysten von Sarasin Research stufen die Lonmin-Aktie mit "reduce" ein. (Analyse vom 28.09.2012) (28.09.2012/ac/a/a)



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