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Valora-Aktie: erneut unruhige Zeiten 18.09.2012
Sarasin Research
Zürich (www.aktiencheck.de) - Patrick Hasenböhler, Analyst von Sarasin Research, bewertet die Aktie von Valora (ISIN CH0002088976 / WKN 870262) weiterhin mit dem Rating "neutral".
Valora erlebe 2012 wieder einmal turbulente Zeiten. Ende Januar habe der Konzern einen wichtigen Meilenstein in seiner Wachstumsstrategie mit dem Kauf der Convenience Concept GmbH (CC) mit rund 1.300 Verkaufsstellen in Deutschland und einem Außenumsatz von rund EUR 450 Mio. im 2011 vermeldet. Damit verfüge Valora mit rund 1.500 Standorten (rund 100 tabacon-, 90 k kiosk- sowie 1.300 CC-Standorte) über das größte deutsche Kiosknetz.
Die Ende März veröffentlichten Ergebnisse 2011 hätten die nach der Gewinnwarnung im Oktober 2011 reduzierten Erwartungen erfüllt. Enttäuschend sei dagegen der Ausblick 2012 ausgefallen. Die neue Zielsetzung einer Verbesserung des EBIT 2011 von CHF 71 Mio. habe sich mit einer bisherigen Zielsetzung von zwischen CHF 110 bis 130 Mio. und einer damaligen Konsensschätzung von CHF 83 Mio. verglichen. Auch das EBIT-Ziel für 2015 sei von bisher über CHF 160 Mio. auf zwischen CHF 110 bis 130 Mio. hinunter revidiert worden.
Mitte Mai habe der bisherige CEO, Thomas Vollmoeller, überraschend Valora verlassen. Der VR-Präsident, Rolando Benedick, habe interimistisch die CEO-Funktion übernommen. Bis heute sei kein Nachfolger bekannt gegeben worden. Ende August habe Valora enttäuschende 1H/12- Resultate veröffentlicht. Der EBIT sei gegenüber dem Vorjahr um 33% auf CHF 22 Mio. gefallen. Der operative Cashflow habe mit CHF 21 Mio. im Minus gelegen. Anfang September habe auch der CFO, Lorenzo Trezzini gekündigt, womit Valora an der Konzernspitze eine Doppelvakanz habe.
Mit der im Oktober 2011 ausgesprochenen Gewinnwarnung sei Valora von der Vergangenheit eingeholt worden, als es mehrmals Gewinnwarnungen habe veröffentlichen müssen. Die markanten Zielkorrekturen, das enttäuschende 1H/12-Ergebnisse und die Abgänge von CFO und CEO hätten weiteres Investorenvertrauen zerstört. Der Konsens habe kapituliert. Gemäß Bloomberg würden nur noch zwei von zehn Analysten die Aktie empfehlen, vor kurzem sei Valora eine Konsens- Empfehlung gewesen. Eine zumindest für Contrarian-Anleger spannende Ausgangslage.
Die rollende Zwölfmonatsbewertung mit einer P/E von 9,1x und einem EV/EBITDA von 4,8x (Schätzungen von Sarasin) sei anspruchslos. Allerdings seien angesichts der strukturellen Herausforderungen das Gewinnsteigerungspotenzial und die Prognosesicherheit klein. Valora habe sowohl 2010 wie auch 2011 eine Dividende von CHF 11,50 ausgezahlt, was einer hohen Rendite von 7,2% entspreche. Allerdings sei das Risiko einer Dividendenkürzung für 2012 und die nachfolgenden Jahre groß. Basierend auf der angestrebten Gewinnausschüttungsquote von 50% und der Gewinnschätzung der Analysten würde Valora für 2012 eine Dividende von noch CHF 8 auszahlen (Rendite: 5,0%).
Auch die Bilanzkennzahlen hätten sich verschlechtert. Die Eigenkapitalquote habe Ende Juni 2012 bei 34,5% (1H/11: 44,1%) gelegen, die Nettoverschuldung bei CHF 219 Mio. (1H/11: CHF 77 Mio.) und das Net-Gearing bei 52% (16%). Die immateriellen Anlagen hätten 79% (41%) des Eigenkapitals entsprochen. Der markante Kursrückgang und die Marktkapitalisierung von aktuell noch CHF 445 Mio. hätten eine Diskussion ausgelöst, ob Valora übernommen werden könnte. Valora sei bereits 2003 und 2006 mit Übernahmeversuchen konfrontiert worden.
An einen "Ankerinvestor", der sich mit einer Minderheitsbeteiligung zufrieden gebe, würden die Analysten nicht glauben. Dazu sei der Leistungsausweis des Unternehmens über die vergangenen Jahre zu schwach. Der Gesamtertrag der Valora-Aktien habe über die letzten zehn Jahre -18% betragen, was sich mit einem Fortschritt des SPI von +84% vergleiche. Auch ein vollständiges Übernahmeangebot halte man zurzeit für eher unwahrscheinlich, auch wenn dann der Handlungsspielraum größer wäre und die Kioskkette mit vielen Verkaufsstellen an Hochfrequenzlagen per se einen attraktiven Vermögenswert darstelle. Weniger überrascht wären die Analysten jedoch von temporär aufkommenden Übernahmespekulationen.
Die Analysten von Sarasin Research stufen die Aktie von Valora weiterhin mit "neutral" ein. (Analyse vom 18.09.2012) (18.09.2012/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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