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Charles Vögele-Aktie: Unternehmen weiter unter Druck - Trendwende im Umsatz dringendst notwendig 30.08.2012
Sarasin Research
Zürich (www.aktiencheck.de) - Der Analyst von Sarasin Research, Patrick Hasenböhler, stuft die Aktie von Charles Vögele (ISIN CH0006937772 / WKN 920919) weiterhin mit "reduce" ein.
Im ersten Semester 2012 sei es Vögele gelungen, den Geldabfluss zu stoppen und einen Free Cash-Flow von CHF 11 Mio. auszuweisen. Damit sei das Unternehmen auf Kurs, das Ziel eines ausgeglichenen Free Cashflows für 2012 zu erreichen. Zum positiven Free Cashflow habe die Reduktion des Lagerbestandes um CHF 57 Mio. auf CHF 155 Mio. den Hauptbestandteil beigetragen. Dies seien die positivsten Eckdaten des Halbjahresergebnisses.
Die anderen Werte seien wenig erfreulich. Der Nettoumsatz habe sich im Vergleich zur Vorjahresperiode um 7% reduziert. In Lokalwährung habe der Rückgang 4% betragen. Die Bruttogewinnmarge sei von 63,5% auf 59,0% gefallen. Im 2010 habe die Bruttogewinnmarge noch rekordhohe 66,8% betragen. Erneut habe Vögele einen substanziellen negativen EBIT von CHF 48 Mio. ausweisen müssen. Dies sei zwar tiefer als der Verlust im 1H11 von CHF 60 Mio. Im Vorjahr habe der EBIT aber einen einmaligen Goodwill-Abschreiber in der Höhe von CHF 36 Mio. beinhaltet. Der Reinverlust habe CHF 54 Mio. betragen nach einem Verlust von CHF 62 Mio. im 1H11. Insgesamt habe der Verlust im GJ11 CHF 119 Mio. betragen.
Auch der positive Free Cash-Flow von CHF 11 Mio. stehe auf tönernen Füssen. Zum einen könne der Lagerbestand nur beschränkt weiter reduziert werden, zum anderen hätten die Investitionen lediglich CHF 9 Mio. betragen. Das Normalniveau der Investitionen in einem vollen Jahr liege zwischen CHF 60 und CHF 70 Mio.
Auch wenn der Betriebsaufwand im 1H12 nochmals um CHF 21 Mio. (davon CHF 10 Mio. positiver Währungseinfluss) auf CHF 309 Mio. habe reduziert werden können, verfüge Vögele nur über ein beschränktes Kosteneinsparungspotenzial. Die Umsatzentwicklung habe deshalb eine ausgeprägte Hebelwirkung auf das operative Ergebnis. Nicht nur für Vögele, sondern generell für Einzelhändler, sei es von existenzieller Bedeutung, eine positive Umsatzentwicklung auszuweisen. In den letzten zehn Jahren sei es Vögele jedoch nur zwei Mal (2005 und 2007) gelungen, den Umsatz zu steigern. Mit höchster Wahrscheinlichkeit werde 2012 die Umsatzentwicklung erneut negativ ausfallen.
Mit einer Eigenkapitalquote von 46% und einem Net-Gearing (Nettoverschuldung/ Eigenkapital) von 40% per Ende Juni 2012 sei die Bilanz von Vögele weiterhin recht solide. Allerdings habe das Eigenkapital innert lediglich einem Jahr um 26% abgenommen und die Nettoverschuldung in der gleichen Zeitperiode von CHF 38 Mio. auf CHF 118 Mio. zugenommen. Das aktuelle Kurs-/Buchwert-Verhältnis liege auf tiefen 0,5x. Dies deute darauf hin, dass die Investoren mit einem weiter rückläufigen Eigenkapital rechnen würden. Auch dürfte Vögele zumindest kurzfristig weiterhin eine negative Kapitalrendite erzielen und damit weit davon entfernt sein, die Kapitalkosten zu decken.
Da die Analysten 2012 und 2013 von einem Konzernverlust ausgehen würden, seien die Gewinnkennzahlen zurzeit wenig aussagekräftig. Entscheidend für den weiteren Verlauf des Aktienkurses werde sein, ob es Vögele gelinge, die eigenen Ziele eines ausgeglichenen Free Cash-Flows (2012), eines ausgeglichenes Konzernergebnisses (2013) und eines Konzerngewinns von mindestens CHF 10 Mio. (2014) zu erreichen. Dafür ist eine Trendwende im Umsatz dringendst notwendig.
Die Vergangenheit des Konzerns mahne zur Vorsicht. In der Zeitperiode 2001-2011 sei mehrmals der kommende Umsatz-Turnaround verkündet worden, trotzdem sei der Umsatz in dieser Zeitperiode um insgesamt 38% gesunken, dies trotz einer größeren Verkaufsfläche (ca. +29%). Das Branchenumfeld sei in den letzten Jahren zunehmend schwierig geworden. Die gesamte breit gefächerte Konkurrenz werde und müsse versuchen Marktanteile zu gewinnen. Es herrsche ein ausgeprägter Verdrängungswettbewerb. Obwohl der Aktienkurs seit Anfang 2010 über 70% des Wertes eingebüsst habe, würden die Analysten vorsichtig bleiben. Auch wenn sich nach dem Kurseinbruch in den nächsten Wochen oder Monaten kurzfristige Tradingchancen eröffnen sollten, mache ihres Erachtens ein Engagement zurzeit keinen Sinn, solange das Unternehmen über keine operative Fortschritte berichten könne.
Die Analysten von Sarasin Research halten an ihrem "reduce"-Rating für die Charles Vögele-Aktie fest. (Analyse vom 29.08.2012) (30.08.2012/ac/a/a)
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