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20.04/21:59 |
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WKN |
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| CH0025751329 |
A0J3YT |
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Logitech-Aktie: Unternehmen von bisherigen Produkten abhängig 06.08.2012
Sarasin Research
Zürich (www.aktiencheck.de) - Oskar Schenker, Analyst von Sarasin Research, bewertet die Aktie von Logitech (ISIN CH0025751329 / WKN A0J3YT) weiterhin mit "neutral".
In den letzten zwei schwierigen Geschäftsjahren sei es Logitech nicht gelungen, sich mit innovativen Produkten in der Konsumelektronik neu zu positionieren. Managementwechsel, Aktienrückkäufe und die vor kurzem erfolgte Ankündigung einer einmaligen Dividende hätten die Investoren nur vorübergehend beruhigt. Eine nachhaltige Trendumkehr des nunmehr seit Ende 2007 fallenden Aktienkurses sei nicht eingetreten. Logitech's Absatzzahlen würden die Zurückhaltung bei der Neu- oder Wiederbeschaffung von Desktop-PCs und von peripherer Hardware wie z. B. Kameras, Keyboards, Mäusen sowie Audio-Komponenten widerspiegeln.
Außerdem habe Logitech mit Google TV Anschlussboxen einen Flop erlitten und die LifeSize-Produkte hätten sich bisher nicht durchsetzen können. Letzteres sei umso offensichtlicher beim Vergleich mit den Zahlen von Polycom (ISIN US73172K1043 / WKN 900474), dem weltweit größten Anbieter von professionellen Kommunikationslösungen. Auch Cisco (ISIN US17275R1023 / WKN 878841) mit ihrem high-end System Web-Ex habe bisher kaum Wachstumserfolge aufzeigen können. Auf längere Sicht dürfte sich, in der von Microsoft (ISIN US5949181045 / WKN 870747) dominierten Office Applikation, Skype durchsetzen. Dieser Erfolg sei absehbar durch die aktuelle Markpenetration mit der bisherigen Microsoft Software Lync, welche nun an Skype angebunden werde und mit Windows 8 und Office 365 bzw. 2013 voll integriert sein werde.
Mengen- und Umsatzzahlen des ersten Quartals würden ein düsteres Bild ergeben. Mengenmäßig seien die Pointing Devices (Mäuse) nur 1% unter 1Q 11/12. Dennoch sei der Umsatz um 5% eingebrochen. Video sei punkto Einheiten um 18% rückläufig bei einem Umsatzrückgang um 26% gewesen. Bei Digital Home habe die Menge rund 26% zugelegt. Der Umsatz demgegenüber sei mit +5% nur geringfügig höher wie im Vorjahresquartal gewesen. Ausnahmen hätten die beiden Kategorien Audio und Keyboard/Desktop gebildet. Bei Audio seien die Volumen 10% über der Vorjahresvergleichsperiode gewesen und die Umsätze hätten sich sogar um 16% verbessert. Keyboards hätten dank der frühzeitigen Markteinführung einer für Tablet-PC geeigneten Version die Stückzahlen 15% und den Umsatz 17% (bzw. für Tablet-PCs 77%/97%) steigern können. Weiter rückläufig sei auch das OEM-Geschäft, welches in Bezug auf die gelieferten Einheiten 7% unter dem Vorjahresquartal gewesen sei. Der Umsatz habe sich als Folge davon um 25% reduziert.
Im letzten Geschäftsjahr 2011/12 sei Logitech gleich mit mehreren Herausforderungen konfrontiert gewesen. So sei Anfang des Jahres der Verkaufsstart von Logitech Revue zusammen mit dem Google TV System ein Flop gewesen. Das Unternehmen habe überdies zu diesem Zeitpunkt Logistikprobleme gehabt. Im zweiten Quartal habe der amtierende CEO, Gerald Quindlen, sein Amt niederlegen müssen. In seiner Amtszeit sei die Organisation auf Wachstum getrimmt, aber das Innovationstempo vernachlässigt worden. Interimsweise habe der Verwaltungsratspräsident Guerrino De Luca wieder das Amt des CEO übernehmen müssen, welches er bereits vor Quindlen bekleidet habe. Sein Nachfolger, Bracken Darrell, habe erst im März 2012 verpflichtet werden können. Er habe die Verantwortlichkeit für alle operativen Tätigkeiten außer den Finanzen und LifeSize übernommen. Die CEO-Nachfolge werde Darrell per 1. Januar 2013 übernehmen.
Leider sei der erste Versuch von Google TV mit einer von Logitech gelieferten Google-TVBox (TV anschließbar) am Angebot und noch mehr am Preis von ursprünglichen USD 299 gescheitert. Logitech habe die Box letztendlich für USD 99 verkauft, um die interne Lagersituation zu bereinigen. Auch wenn Google TV ab September in Deutschland erhältlich sein werde, würden die Analysten nicht an ein Durchstarten von Logitech glauben, zumal die Markteiführung von Google's Streaming Media Player, Nexus Q auf unbestimmte Zeit verschoben worden sei. Erstens hätten sich die technischen Anforderungen verändert (weniger Hardware-Anteil) und zweitens würden die Großen der Branche (Philips (ISIN NL0000009538 / WKN 940602), LG (ISIN US50186Q2021 / WKN 576798), Sharp (ISIN JP3359600008 / WKN 855383) etc.) durch ihre Smart TV Alliance mit Sony (ISIN JP3435000009 / WKN 853687) und Google (ISIN US38259P5089 / WKN A0B7FY) in Konkurrenz sein.
Auch LifeSize, ein klassisches Videokonferenzsystem, habe seit der Akquisition 2009 keine substanziellen Fortschritte gemacht. Die Konkurrenten Polycom, Microsoft und Cisco würden einen schnellen Erfolg verhindern. Logitech habe realisiert, dass Microsoft mit Skype wettbewerbsmäßig gut aufgestellt sei. Somit versuche das Unternehmen mit Skype kompatibler Hardware Anschluss zu finden. Google TV bzw. Nexus Q und auch LifeSize würden Logitech's Zahlen der nächsten Quartale kaum verbessern, auch wenn die Führungsmannschaft in der Vergangenheit diese beiden Produkte als aussichtsreich deklariert habe.
De Luca habe im ersten Halbjahr 2011/12 das Geschäft analysiert und sei zum Schluss gekommen, dass das Produktportfolio Schwächen aufweise. Vorzeigeprodukte hätten ihre Wirkung verloren und den Gruppen mit guten Einstiegsprodukten hätten sortimentsbereinigende Anschluss- und Highend-Produkte gefehlt. Auch sei die Produktevielfalt enorm gewesen, sodass Kunden die Übersicht verloren hätten.
De Luca habe im Frühjahr versprochen, bis September 2012 mindestens zehn wesentliche Produktinnovationen präsentieren zu können. In der Zwischenzeit seien erste neue Produkte erschienen wie etwa die Transformer-Maus, die kabellosen mit Sonnenenergie betriebenen Tastaturen, kabellose Lautsprecher sowie neue ultradünne Tastaturfelder für iPads und andere Tablet- PCs. Letztere hätten ansprechende Stückzahlen und Umsätze im ersten Quartal 2012/13 gezeigt. Der Innovationszyklus sei aber aus Sicht der Analysten nicht abgeschlossen und weitere erfolgreiche Produkte seien für einen Turnaround dringend notwendig.
Logitech sei dabei, neue Produkte im Markt zu fördern und das alte Produktsortiment zu vereinfachen bzw. zu verkleinern. Dazu seien Maßnahmen getroffen worden wie etwa Aktionen, welche besonders im US-Geschäft die Profitabilität beeinträchtigt und den Umsatz negativ beeinflusst hätten. Allerdings hätten die Lagerbestände im 1Q im Jahresvergleich um 12% reduziert werden können.
In der EMEA-Region hätten Deutschland, England und Holland steigende Verkaufszahlen gegenüber Vorjahr gezeigt. Eine bessere Organisation von Aktionen zusammen mit Distributionspartnern habe zu besseren Margen verholfen. Weiterhin unbefriedigend hätten sich die Umsätze und Margen in Frankreich und Spanien entwickelt, was als Folge der negativen Konsumentenstimmung gesehen werden könne. In Asien habe China im 1Q 12/13 zulegen können, währenddessen Indien und Australien im Umsatz stagniert hätten.
Für Logitech bleibe es ein Ziel, auch in amerikanischen Märkten wieder wachsen zu können, denn diese würden ca. 40% zum Umsatz beitragen.
Logitech habe den Turnaround noch nicht geschafft. Auch wenn die Bilanz mit einer Eigenkapitalquote von 62% und einer Nettogeldposition von USD 380 Mio. solide sei, müsse festgestellt werden, dass der operative Cashflow in den letzten beiden Geschäftsjahren deutlich unter den Jahren 2007/08 bis 2009/10 gelegen habe. Der Umsatz des Unternehmens stagniere trotz neuen Gadgets für Tablet-PCs. Aufgrund des momentanen Nullwachstums bei den PC Absatzzahlen müsste Logitech dank den Zubehör-Produkten zu Tablet-PCs eine geringe Umsatzsteigerung aufweisen können, um nicht einen Verlust von Marktanteilen zu erleiden.
Die aktuelle Bewertung mit einem P/E 2013/14 von 9,5 und einem EV/EBITDA 2013/14 von 4,5 sei am oberen Ende der in dieser Vergleichsgruppe zusammengefassten Unternehmen. Aufgrund dieser Bewertung, des enttäuschenden 1Q 12/13-Quartalsberichtes und dem vagen Ausblick für das Gesamtjahr sei weiterhin von Investments in die Logitech-Aktie abzusehen. Die angekündigte einmalige außerordentliche Dividende von CHF 0,81 pro Aktie sei kein Kaufargument. Weitere, unter Konsens liegende Quartalszahlen könnten den Aktienkurs deutlich negativ beeinflussen. Das autorisierte letzte Aktienrückkaufprogramm (per 11. November 2011: USD 177 Mio. und seither 18,5 Mio. Aktien gekauft) dürfte weitgehend abgeschlossen sein und bilde somit keine Kurs-Absicherung mehr.
Die Analysten von Sarasin Research bestätigen ihre "neutral"-Einstufung der Logitech-Aktie. (Analysen vom 03.08.2012) (06.08.2012/ac/a/a)
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