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24,64 € |
+0,63 € |
+2,56 % |
17.04/17:35 |
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| ISIN |
WKN |
Jahreshoch |
Jahrestief |
| NL0000009538 |
940602 |
- € |
- € |
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Philips-Aktie: Allmählich mehr Licht am Ende des Tunnels 25.07.2012
Sarasin Research
Zürich (www.aktiencheck.de) - Der Analyst von Sarasin Research, Dr. Philipp Gamper, stuft die Philips-Aktie (ISIN NL0000009538 / WKN 940602) weiterhin mit dem Rating "neutral" ein.
Das Geschäftsjahr 2011 sei für Philips außerordentlich enttäuschend verlaufen. Das Unternehmen habe sich gezwungen gesehen gleich zweimal im Vorfeld der Publikation von Quartalszahlen eine Gewinnwarnung herauszubringen. Das erste Mal vor Veröffentlichung der Halbjahreszahlen aufgrund des schwierigen Geschäftsverlaufs des Lighting und des Consumer Lifestyle Geschäfts und das zweite Mal vor der Publikation der 4Q11 Zahlen aufgrund des sich nochmals verschärfenden Margendrucks bei Lighting und einer in ihrem Ausmaß unerwarteten Margenerosion bei Healthcare. Die Neubewertung von immateriellen Anlagewerten habe in den drei operativen Segmenten zu außerordentlichen Wertberichtigungen (Impairments) von EUR 1,36 Mrd. geführt, was 2011 einen operativen Verlust aus fortgeführten Tätigkeiten von EUR 269 Mio. zur Folge gehabt habe gegenüber einem operativen Gewinn (EBIT) von EUR 2,08 Mrd. im Vorjahr.
Der Umsatz der Kerngeschäfte (ohne ausgegliedertes Television-Geschäft) habe 2011 lediglich um 1% auf EUR 22,6 Mrd. gesteigert werden können. Das abgespaltene Television Geschäft habe 2011 die Rechnung von Philips zusätzlich belastet mit einem hohen Verlust von EUR 515 Mio. aufgrund außerordentlicher Wertberichtigungen und Ausgliederungskosten. Dies habe schließlich zu einem Reinverlust auf Konzernstufe von EUR 1,29 Mrd. geführt gegenüber einem Reingewinn von EUR 1,45 Mrd. ein Jahr zuvor.
Aufgrund einschneidender Kostensenkungen in allen Bereichen habe das Management im ersten Quartal 2012 die Trendwende einleiten und die Markterwartungen, wenn auch auf tiefem Niveau, leicht übertreffen können. Das 2Q12 habe sodann eine erfreuliche Überraschung gebracht und die Markterwartungen seien massiv übertroffen worden, was zu entsprechenden positiven Anpassungen der Markteinschätzungen geführt habe.
Für das 1H12 insgesamt habe Philips einen Umsatz von EUR 11,5 Mrd. ausweisen können, was einer Erhöhung von 10% gegenüber der Vorjahresvergleichsperiode entsprochen habe. Der operative Gewinn vor Amortisationen (EBITA) habe sich gar um 24% auf EUR 1,0 Mrd. verbessert, was eine Margenverbesserung von 100 Basispunkten auf 8,7% bedeutet habe. Schließlich habe für das 1H12 auch wieder ein Reingewinn von EUR 416 Mio. resultiert, nachdem im ersten Halbjahr des Vorjahres ein Verlust von EUR 1,2 Mrd. zu Buche geschlagen habe. Vor diesem Hintergrund sei das Management auch in der Lage gewesen, trotz der Eintrübung der Märkte, die mittelfristigen finanziellen Ziele zu bestätigen, welche für 2013 ein Umsatzwachstum von zwischen 4% und 6% sowie eine EBITA-Marge zwischen 10% und 12% beinhalten würden.
Philips erziele immer noch rund 80% der Umsätze des Segments Healthcare in den reifen Märkten. Diese würden mit einer eigentlichen Gesundheitskostenexplosion kämpfen. So würden die Gesundheitskosten pro Kopf beispielsweise in den USA schätzungsweise USD 8.000 (2011) und in Deutschland USD 4.400 (2011) betragen, während es in China nur rund USD 150 (2011) sein. Zwischen 2001 und 2011 seien sie in den USA um 5% p.a. gestiegen und in Deutschland sogar um 6% p.a. In China hätten sie sich im gleichen Zeitraum zwar um rund 12% p.a. erhöht, würden jedoch immer noch lediglich etwa 8% des Bruttoinlandprodukts (BIP) ausmachen, verglichen mit rund 16% in den USA bzw. 12% in Deutschland.
Vor dem Hintergrund der starken Budgetdefizite und der Umsetzung von Gesundheitsreformen in den westlichen Volkswirtschaften (USA, Europa) dürften Ausgabenbremsen im Gesundheitswesen unausweichlich sein. Dies habe entsprechende Implikationen für das Geschäft von Philips. So rechne das Unternehmen zum Beispiel in den USA mit einem Geschäftswachstum von lediglich etwa 1% bis 2% p.a. über die nächsten Jahre. Der flache Konjunkturverlauf in Europa, der anhaltende Preisdruck sowie ein auslaufendes Volumenwachstum könnten die Geschäftserwartungen im Jahresverlauf nochmals erheblich beeinträchtigen.
Philips habe im 1H12 große operative Fortschritte erzielt gegenüber dem Vorjahr. Insbesondere Healthcare habe mit guter Geschäftsdynamik und erfreulichen Margen beeindruckt. Dank tiefgreifender Kostenprogramme und Bereinigungen im Produktsortiment würden auch die beiden Bereiche Lighting und Consumer Lifestyle positive Geschäftsentwicklungen zeigen, wenn auch noch auf tiefem Niveau. Die Bewertung der Aktien von Philips erscheine vor diesem Hintergrund als attraktiv. Philips weise jedoch eine zu starke Abhängigkeit von den eingetrübten Märkten Europas auf und die Markenwahrnehmung bleibe nach wie vor verschwommen.
Die Analysten von Sarasin Research stufen die Aktien von Philips mit "neutral" ein. (Analyse vom 25.07.2012) (25.07.2012/ac/a/a)
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