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Georg Fischer-Aktie: stabile Entwicklung in widrigem Umfeld erwartet


19.07.2012
Sarasin Research

Zürich (www.aktiencheck.de) - Oskar Schenker, Analyst von Sarasin Research, bewertet die Georg Fischer-Aktie (ISIN CH0001752309 / WKN 851082) mit dem Rating "buy".

Georg Fischer habe ein in den Erwartungen des Marktes liegenden Halbjahresabschluss 2012 präsentiert. Der Umsatz habe mit CHF 1,87 Mrd. auf Höhe des ersten Halbjahres 2011 gelegen. Während die Verkäufe in Asien und insbesondere in Amerika zugenommen hätten, habe sich die Nachfrage in Europa aufgrund der Verschuldungsproblematik und Bankenkrise abgekühlt. Die dadurch entstandene ungenügende Auslastung an einzelnen europäischen Georg Fischer-Standorten habe demzufolge einen margenseitig negativen Einfluss gehabt.

Das Betriebsergebnis habe CHF 113 Mio. erreicht und damit deutlich hinter dem Wert von CHF 130 Mio. des H1/2011, aber über der Marke von CHF 105 Mio. des zweiten Semesters 2011 gelegen. EBIT-Marge und Rendite auf dem investierten Kapital hätten mit 6,1% und 11,5% unter dem durchschnittlichen Mittelfristziel von 8% bis 9% bzw. 15% für ROIC gelegen.

Im zweiten Halbjahr 2012 rechne Georg Fischer trotz schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit einer ähnlichen Umsatz- und Gewinnentwicklung wie in der ersten Jahreshälfte. Getroffene Maßnahmen zur Kostensenkung und Akquisitionen dürften Georg Fischer ermöglichen, das Momentum in den Märkten Asiens und auf dem amerikanischen Kontinent zu nutzen beziehungsweise das fehlende Umsatzvolumen in Europa zu kompensieren.

Mittelfristig werde Georg Fischer die Strategie konsequent umsetzen. Das ursprüngliche Umsatzziel von CHF 4 Mrd. in 2012 dürfte aufgrund von Konjunktur und Währungen nicht erreicht werden. Auch die Rendite auf dem investierten Kapital (ROIC) von 15% und die operative Gewinnmarge von 8% bis 9% seien als Mittelfristziele bestätigt worden. Bestand habe zudem das Umsatzziel von CHF 5 Mrd. bis zum Jahr 2015.


Georg Fischer habe seit dem Höchstkurs von CHF 450 Mitte März 2012 genau 30% eingebüßt, ohne dass das Unternehmen Neuigkeiten - außer der Akquisition von IPP - kommuniziert habe. Ein identisches Bild ergebe sich, wenn man das KGV anschaue, welches Mitte März bei 10,4 gelegen habe und heute 7,4 betrage. Im KGV habe Georg Fischer somit ebenfalls 30% verloren, was nichts anderes bedeute, als dass die Gewinnschätzungen unverändert geblieben seien. Auch nach den heutigen Zahlen würden sich keine signifikanten Änderungen in den Umsatz- und Gewinnschätzungen für 2012 aufdrängen.

Angesichts des konjunkturellen Ausblicks dürfte sich das Management bei der Definition des Ausblicks per Mitte Jahr kaum zu euphorisch gegeben haben. Somit sei das Enttäuschungspotenzial gering. Die Erwartung der Analysten bezüglich der Gewinnentwicklung im Geschäftsjahr 2013 falle mit knapp plus 10% (gegenüber +1% in diesem Jahr) moderat aus.

Die Zurückhaltung der Investoren könne somit nicht mit der Geschäfts- oder Gewinnentwicklung begründet werden. Die Analysten würden vielmehr davon ausgehen, dass die Bereitschaft, weitere Akquisitionen in Piping Systems zu tätigen, Investoren zurückhalte. Würden nämlich größere Unternehmen oder Geschäftseinheiten akquiriert, könnte sich eine Stärkung des Eigenkapitals aufdrängen. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor sei die unterschiedliche Zyklizität der drei Produktgruppen. Insbesondere bei AgieCharmilles sei sie hoch. Hochgeschwindigkeitsfräsmaschinen würden gekauft, wenn die Volumennachfrage nach Dreh- und Frästeilen steige. Auch Funkenerosionsmaschinen seien vom Konjunkturverlauf (neue Designs) abhängig, obwohl diese mehrheitlich im Werkzeug- und Formenbau zum Einsatz kämen.

Das Automotive-Geschäft sei demgegenüber weniger zyklisch, weil sich die Nachfrage normalerweise nur im einstelligen Prozentbereich verändere (Ausnahme 2008). Piping Systems dürfe als konjunkturresistente Produktgruppe angesehen werden, da der Bedarf gleichermaßen von der öffentlichen Hand, Industrie und der privaten Bautätigkeit abhänge.

Georg Fischer verfüge weiterhin über eine solide Bilanz mit einer Eigenkapitalquote von 41% und einem Verschuldungsgrad (Nettoverschuldung/ Eigenkapital) von 42%. Die beiden in der ersten Jahreshälfte getätigten Akquisitionen hätten mit den zur Verfügung stehenden liquiden Mitteln bzw. den Bankkrediten finanziert werden können. Die Verschuldung setze sich aus Unternehmensanleihen über CHF 497 Mio. (CHF 300 mit Verfall September 2014) zusammen. Georg Fischer notiere mit einem Abschlag von über 25% auf Basis Kurs-/Gewinnverhältnis und EV/EBITDA.

Das Halbjahresergebnis habe gezeigt, dass Georg Fischer dem widrigen Marktumfeld trotze und schnell auf die unvorteilhafte Währungssituation habe reagieren können. Viele der diesbezüglich eingeleiteten Maßnahmen würden sich erst in der zweiten Jahreshälfte materialisieren. Das Produktsortiment sei kontinuierlich erneuert und die Effizienz in der Herstellung erhöht worden. Aufgrund der vergleichsweise attraktiven Bewertung und des soliden Geschäftsmodells würden die Analysten von einer überdurchschnittlichen Aktienkursentwicklung ausgehen.

Die Analysten von Sarasin Research stufen die Georg Fischer-Aktie mit "buy" ein. (Analyse vom 18.07.2012) (19.07.2012/ac/a/a)




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