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Vortag |
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Datum/Zeit |
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188,15 $ |
-4,16 $ |
-2,21 % |
17.04/22:10 |
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| ISIN |
WKN |
Jahreshoch |
Jahrestief |
| US1667641005 |
852552 |
- $ |
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Chevron-Aktie: Zeit für eine Atempause 26.03.2012
Sarasin Research
Zürich (www.aktiencheck.de) - Der Analyst von Sarasin Research, Michael Romer, hat sein Rating für die Chevron-Aktie (ISIN US1667641005 / WKN 852552) am 24.02. von "buy" auf "neutral" zurückgenommen.
Chevron (CVX) sei die zweitgrößte US-Energiegruppe nach Exxon Mobil (ISIN US30231G1022 / WKN 852549) mit geprüften 11,3 Mrd. Fass Erdölreserven. Die kleinste der globalen Top fünf, den so genannten "Supermajors", habe in den letzten Jahren über USD 80 Mrd. in Explorations- und Förderprojekte investiert. Dies habe 2011 zu einer eindrücklichen Reserven-Erneuerungs-Rate ("Reserve Replacement Rate") von 171% geführt (2010: 24%, 2009: 112%), was im internationalen Vergleich einen Spitzenwert darstelle.
Die Kernoperation Exploration & Produktion (E&P), bekannt als "Upstream"-Geschäft (88% der Gewinne 2011), sei mehrheitlich in den USA und der Asien-Pazifik-Region beheimatet. Die Reservenbasis der Gruppe bestehe zu knapp 70% aus Öl, der Rest aus Gas. Das sei ein Vorteil, da Öl im Vergleich zu Gas gegenwärtig eine bessere Preisdynamik aufweise und für letzteres ein nur gedämpfter Ausblick bestehe. Die Raffinerie, Marketing & Transport Aktivitäten, besser bekannt als "Downstream"-Geschäft (12% des Gewinns), bestünden mehrheitlich aus US-amerikanischen und asiatisch-pazifischen Raffinerien. Die Division profitiere zudem von der Ausrichtung auf den asiatischpazifischen Raum.
Seit November 2011 sei CVX mehrheitlich mit negativen Nachrichten aufgefallen. Zunächst habe die Gruppe einen Ölaustritt im Tiefseeölfeld Frade vor der brasilianischen Küste im Campos-Becken verkraften müssen. Danach habe sich im Januar 2012 ein weiterer Störfall auf einem Bohrturm in Nigeria, ereignet, wo bis heute zwei Personen vermisst würden. Diese Zwischenfälle hätten an die Tragödie von BP (ISIN GB0007980591 / WKN 850517) im Golf von Mexiko erinnert, obschon sie bei weitem nicht deren Ausmaß erreicht hätten. Der finanzielle Schaden sei dementsprechend geringer einzuschätzen. Die Reputation dürfte dennoch gelitten haben, da CVX in der Kommunikation der Vorfälle nicht gerade geglänzt habe.
Darüber hinaus seien die Quartalszahlen für das Endquartal 2011 zu Beginn 2012 wegen eines überraschend schwachen "Downstream"-Geschäfts wenig erbaulich ausgefallen. CVX besitze zwar langfristig eines der wertvollsten Portfolios an weltweiten Projekten, das ab 2014 auch wiederum attraktives Volumenwachstum verspreche. Bis dahin stelle das Wachstum aber keinen wesentlichen Differenzierungsfaktor gegenüber der Konkurrenz dar.
Aus der Risikoperspektive betrachtet sollten Investoren einen vor Jahren begonnenen noch nicht abgeschlossenen Zivilprozess in Ecuador im Auge behalten (Klageschätzungen bis zu USD 27 Mrd.). Die Analysten seien jedoch der Meinung, dass allfällige finanzielle Schäden aus Ecuador in der Bewertung reflektiert seien. Bezüglich Brasilien bestünden indes nach wie vor Unsicherheiten, sowohl bezüglich direkten Folgekosten als auch wegen des Reputationsschadens in der längeren Frist, was wiederum das Potenzial von CVX für zukünftige Projekte im global wichtigen Energieförderungsgebiet in Frage stelle.
Mit einem geschätzten P/E 2012 von 8x würden die Aktien am unteren Ende der Bandbreite der letzten fünf Jahre (5x bis 22x) und nur leicht über dem Wert der europäischen (BP, RD Shell) und unter den kleineren US-amerikanischen Konkurrenten (Marathon Oil (ISIN US5658491064 / WKN 852789), ConocoPhillips (ISIN US20825C1045 / WKN 575302)) handeln. Auf Basis weiterer Bewertungskennzahlen wie EV/EBITDA würden sich die Titel gar unter Durchschnitt bewegen.
Obwohl die Titel wegen des robusten Wachstumsausblicks in der Produktion langfristig das Potenzial hätten, die Bewertungslücke zum größten Mitbewerber Exxon Mobil (P/E 10x) zu schließen, würden die Analysten eine Bewertungsexpansion zurzeit als unwahrscheinlich erachten. Trotz hoher Qualität und der Ausrichtung der Aktiven auf das im Vergleich zu Erdgas deutlich höher gepreiste Erdöl sowie die langfristig attraktiven Wachstumsperspektiven mit starken Cashflows fänden Investoren derzeit ein besseres Risiko-Renditeprofil in den europäischen Energiemultis Royal Dutch Shell (ISIN GB00B03MLX29 / WKN A0D94M) und Total (ISIN FR0000120271 / WKN 850727) bei vergleichbarer Bewertung.
In der kurzen Frist fehlen die positiven Katalysatoren bei Chevron, weshalb die Analysten von Sarasin Research die Aktien mit "neutral" einstufen. (Analyse vom 23.03.2012) (26.03.2012/ac/a/a)
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