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Novartis muss sparen


17.01.2012
Frankfurter Tagesdienst

Detmold (aktiencheck.de AG) - Für die Experten vom "Frankfurter Tagesdienst" bleibt die Aktie von Novartis (ISIN CH0012005267 / WKN 904278) derzeit nur ein interessanter Kandidat für die Watchlist.

Der in Basel ansässige Pharmakonzern habe am 13.01.2012 einen verschärften Sparkurs samt Stellenabbau verkündet. Der Vorstand plane, den Bereich General Medicines umzustrukturieren und dabei knapp 2.000 Arbeitsplätze im US-Vertrieb abzubauen.

Die Maßnahmen würden im laufenden Quartal für eine Sonderbelastung von 160 Mio. USD sorgen. Ab 2013 erwarte die Unternehmensleitung dann jährliche Kosteneinsparungen von 450 Mio. USD. Novartis habe somit auf das Auslaufen des Patentsschutzes von Diovan reagiert. Der Blutdrucksenker habe als so genannter Blockbuster zuletzt einen Umsatz von 6 Mrd. USD generiert. 2011 sei allerdings bereits der Patentschutz in Europa ausgelaufen. Im wichtigen US-Markt verliere ihn Diovan im nächsten September.


Um die daraus resultierenden Umsatzverluste in Grenzen zu halten, habe das Unternehmen ursprünglich den Blutdrucksenker Aliskiren als Nachfolger etablieren wollen. Das Arzneimittel, das in Deutschland unter dem Namen Rasilez seit 2007 auf den Markt gebracht worden sei, habe jedoch in einer aktuellen Studie mit Diabetikern ein erhöhtes Risiko für Schlaganfälle und Nierenprobleme gezeigt. Während die europäischen und amerikanischen Gesundheitsbehörden nun den Sachverhalt genauer untersuchen würden, habe der schweizer Pharmariese sofort das Marketing für den einstigen Hoffnungsträger eingestellt.

Aufgrund des signifikant gesenkten Umsatzpotenzials habe Novartis überdies für das vierte Quartal 2011 Sonderabschreibungen 900 Mio. USD vorgenommen. Zusätzlich habe der Konzern auch noch 160 Mio. USD auf zwei kleinere Forschungsprojekte abschreiben müssen.

Charttechnisch könnte somit bei der Novartis-Aktie die zuletzt abgeflachte Aufwärtsbewegung in einen Seitwärtstrend abkippen. Fundamental seien die Papiere attraktiv bewertet. Der 2013er-KGV betrage rund 9,5, während die Dividendenrendite 4,9 Prozent erreiche. Allerdings bleibe abzuwarten, wie sich die Entwicklung bei Diovan und Aliskiren längerfristig auf die Ergebnisseite auswirke.

Insofern bleibt nach Ansicht der Experten vom "Frankfurter Tagesdienst" die Novartis-Aktie derzeit nur ein interessanter Kandidat für die Watchlist. (Ausgabe 9 vom 16.01.2012) (Ausgabe 9 vom 16.01.2012) (17.01.2012/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.




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