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Statoil Dividendenbringer vor Turnaround


12.12.2011
Heibel-Ticker

Berlin (aktiencheck.de AG) - Nach Ansicht der Experten von "Heibel-Ticker" ist die Aktie von Statoil (ISIN NO0010096985 / WKN 675213) für einen defensiv eingestellten Anleger eine gute Beimischung für das Portfolio.

Der Titel befriedige gleich eine ganze Reihe von Bedürfnissen sicherheitsorientierter Anleger und halte gleichzeitig auch Wachstumsfantasie bereit. Als ehemaliger Staatskonzern eines der größten Öl-exportierenden Länder der Welt würden die Norweger im Heimatland unangefochten auf der Führungsposition sitzen. Norwegen, eins der reichsten Länder Europas und nicht Mitglied in der von Turbulenzen geplagten EU, werde den Experten immer wieder von Lesern als Zufluchtsort, als sicherer Hafen für das Ersparte empfohlen. Ja, die Norwegische Krone (NOK) habe in den vergangenen Monaten recht gut gegenüber dem Euro abgeschnitten. In den vergangenen zwölf Monaten habe die NOK um 5% zugelegt.

Wenn man sich aber einen längeren Zeithorizont anschaue, dann pendle die NOK ziemlich konstant um einen Mittelwert gegenüber dem Euro - und derzeit sei der Kurs nicht weit vom Mittelwert entfernt. Es scheine also, als sei die NOK, wenn auch offiziell unabhängig vom Euro, dennoch recht stark vom Euro beeinflusst zu sein. Ungeachtet dessen hätten sich die Norweger für ihre Wirtschaft den Ruf eines unabhängig agierenden Landes erworben. Und Statoil, der größte norwegische Ölkonzern, agiere vor diesem Hintergrund inzwischen weltweit und kaufe überall Öl- und Gasvorkommen hinzu.

In den USA investiere das Unternehmen in das Bakken Shell, in Angola werde vor der Küste gebohrt, und in der Karibik werde nach dem Unglück im Jahr 2010 (BP (ISIN GB0007980591 / WKN 850517)) inzwischen auch wieder kräftig weitergefördert. Gleichzeitig sei die heimische Flotte in den vergangenen Jahren modernisiert und an die gestiegenen Sicherheitsanforderungen angepasst worden.

4,4% Dividendenrendite würden Anleger für das Jahr 2011 erwarten. Im kommenden Jahr sollten es sogar 4,7% werden. Der Cashflow sei stabil, und der Verschuldungsgrad halte sich in Grenzen, daher sehe man die Dividende als sicher an.

Turnaround? Ja, in den vergangenen Jahren habe es wiederholt Produktionsprobleme gegeben. Auch habe das Unternehmen nicht so schnell neue Ölquellen erschließen können, wie es die Vorhandenen gefördert habe. So habe Statoil mit rückläufigen Zahlen zu kämpfen gehabt. In den vergangenen sechs Quartalen sei jedes Mal die Analystenerwartung enttäuscht worden.

In den vergangenen Quartalen hätten Unfälle zu Produktionsausfällen, veraltete Produktionsanlagen zu immer neuen Problemen geführt und politische Unstimmigkeiten hätten die Förderung in entlegenen Gebieten wie beispielsweise vor der Küste Angolas vereitelt. Zudem sei für einen langen Zeitraum die Tiefseeförderung in der Karibik untersagt worden, nachdem BP das Unglück mit der Ölplattform Deep Horizon zu beklagen gehabt habe.

Man habe sich inzwischen daran gewöhnt, dass die Zahlen nicht den Erwartungen entsprechen würden, und so sei das jüngste Quartalsergebnis im November keine besondere Überraschung mehr gewesen. Doch der Blick ins Detail habe dennoch Überraschendes gezeigt: Nicht Produktionsprobleme hätten für die Zielverfehlung gesorgt, sondern eine hohe Steuerquote. Analysten hätten eine Steuerquote von 70 bis 72% erwartet (ja, das Unternehmen finanziere einen großen Teil des Wohlstands in Norwegen). Es habe letztlich sogar 73,5% bezahlen müssen.

Der Umsatz von Statoil sei im dritten Quartal wider Erwarten kräftig angestiegen. Und auch die Fördermenge sei angestiegen (+14%). Lediglich der Gewinn sei aufgrund der hohen Steuerquote hinter den Erwartungen zurückgeblieben. So hätten Analysten infolge dieser Zahlen ihre Modelle überarbeitet und würden nunmehr, den Unternehmensaussagen folgend, mit einem nachhaltigen Produktionswachstum von 9% p.a. bis zum Jahr 2014 rechnen. Bei den Prognosen für die Gewinnentwicklung würden sich die Analysten zurückhalten. Hier würden die Unwegsamkeiten der Ölförderung in den Vordergrund geschoben, die Statoil-Aktionäre aus den vergangenen Jahren zur Genüge kennen würden.


In einem Punkt jedoch seien sich alle Analysten einig: Die Öl-Vorräte von Statoil würden in den kommenden Jahren noch schneller steigen, als Statoil Öl fördere. Und ein guter Teil der Bewertung des Unternehmens werde aus den Vorräten abgeleitet, sodass man von einem ansteigenden Unternehmenswert ausgehe.

Der Ölpreis notiere trotz der Sorge vor einer Weltwirtschaftskrise seit Monaten über 100 USD/Fass. Ein Niveau, das den Ölkonzernen dicke Gewinne sichere. Bis zu einem Ölpreis von 70 USD/Fass würden sich Ölkonzerne derzeit keine Sorgen machen, und nicht umsonst habe Exxon (ISIN US30231G1022 / WKN 852549) kürzlich den größten Unternehmensgewinn vermeldet, den jemals ein Konzern erzielt habe.

Es habe sich gezeigt, dass die Schuldenkrise in Europa und die ausufernden Schulden in Japan und den USA noch nicht zu einer wirtschaftlichen Katastrophe geführt hätten. Im Gegenteil, China senke nun den Mindestreservesatz für Bankeinlagen und signalisiere damit, dass man fortan die Wirtschaft wieder frei ihrem Wachstum überlassen möchte.

Doch gleichzeitig seien in den vergangenen Monaten so ziemlich alle Förderprogramme für regenerative Energien zusammengestrichen worden. Es sei ein Luxus, den man sich in diesen Zeiten nicht mehr leisten könne. Und so komme es, dass man den Energiehunger mit den verfügbaren, günstigen Energiequellen stille, beispielsweise dem Öl. Die Experten würden denken, dass diese Entwicklung dafür sorgen werde, dass der Ölpreis bei ersten Anzeichen einer weltweiten wirtschaftlichen Erholung weiter ansteigen werde. Nicht, weil Öl so toll sei, sondern mangels Alternative.

Im Frühjahr dieses Jahres habe Statoil im Hoch bei 20,75 Euro notiert. Im August habe die Aktie bis auf 13,90 Euro korrigiert. Kennzeichen von aussichtsreichen Aktien für eine Erholung sei, dass sie als erstes auf zu neuen Höchstkursen eilen würden. Und mit aktuell 19,22 Euro sei Statoil nicht mehr weit entfernt vom Jahreshoch. Die Experten würden darin einen Hinweis darauf sehen, dass diese Aktie bei ersten Anzeichen einer Wirtschaftserholung zu neuen Hochs ausbrechen werde.

Derzeit notiere die Aktie auf einem KGV 11e von 9. Bei Wachstumsraten von 9% p.a. in der Fördermenge und einem zumindest stabilen Ölpreis dürfte das KGV in den kommenden Quartalen überproportional anwachsen (erwartet würden 12% p.a.). Auch historisch gesehen, habe das KGV von Statoil meist eher bei 10 als bei dem aktuellen niedrigen Stand gelegen. Erwartet werde von Analysten für das nächste Jahr ein Gewinn je Aktie von 17,4 NOK (3,03 Euro). Mit einem KGV von 10 würde der Kurs dann über 30 Euro stehen, ein Kurspotenzial von über 50%.

Doch wenn man sich die Risiken bei der Ölförderung anschaue und berücksichtige, dass die vergangenen sechs Quartale stets die Analystenerwartungen von Statoil nicht erreicht worden seien, so sollte man sich wohl schon auf die nächste Enttäuschung einstellen. So würden die Experten das Kursziel von 30 Euro als nur für den unwahrscheinlichen Fall gültig betrachten, wenn es keine weiteren politischen, geologischen oder technischen Überraschungen mehr geben sollte - was, wie gesagt, sehr unwahrscheinlich sei.

Für die Risiken würden die Experten einen Abschlag von 15% vornehmen, was zu einem Kursziel von 25 Euro führe - noch immer ein Kurspotenzial von 30%. Auf Sicht von zwölf bis 18 Monaten sehe das nicht viel aus, doch man werde durch eine fürstliche Dividende für das Warten bezahlt.

Der Ölpreis sei trotz konjunktureller Unsicherheit auf hohem Niveau, und Statoil sei nach mehreren enttäuschenden Quartalen nun wieder in der Lage, von dem hohen Ölpreis zu profitieren. So habe sich die Aktie schon aufgemacht, neue Jahreshochs zu schreiben und werde weiter ansteigen, wenn das Geschäft planmäßig verlaufen sollte - was eine Überraschung wäre.

Für einen defensiv eingestellten Anleger ist die Aktie von Statoil in Augen der Experten von "Heibel-Ticker" eine gute Beimischung für das Portfolio. Zum einen werde eine attraktive Dividendenrendite geboten, zum anderen könne man sich hier zumindest gegen kurzfristige Euro-Schwankungen absichern. (Ausgabe 49 vom 09.12.2011) (12.12.2011/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.




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