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Vienna Insurance präsentierte Zahlen für das erste Halbjahr 2011 19.08.2011
Erste Bank
Wien (aktiencheck.de AG) - Der Analyst der Erste Bank, Christoph Schultes, stuft die Aktie der Vienna Insurance Group (ISIN AT0000908504 / WKN A0ET17) mit dem Rating "kaufen" ein.
Die Vienna Insurance Group habe in dieser Woche Zahlen für das erste Halbjahr 2011 präsentiert. Die Bruttoprämien hätten um 3,1% auf EUR 4,7 Mrd. gesteigert werden können, die abgegrenzten Nettoprämien hätten ein Plus von 1,8% auf EUR 4,1 Mrd. aufgewiesen. Während man im Bereich Schaden/Unfall Zuwächse von 7,6% verzeichnet habe, seien die Beiträge der Lebensversicherung aufgrund rückgängiger Einmalerläge (vor allem in Österreich) um 2,7% gefallen.
Rückläufige Prämieneinnahmen in Österreich (-3,8%) hätten durch starke Zuwächse in Osteuropa mehr als kompensiert werden können. Hervorzuheben seien die Prämienanstiege in Tschechien (+12%) und Polen, wo man nach einem Prämienplus von fast 44% bereits zur Nummer 3 am Versicherungsmarkt aufgerückt sei.
Die Combined Ratio habe im ersten Halbjahr bei 97,1% und damit unter dem Wert des Vorjahres gelegen (98,3%). Das Vorsteuerergebnis sei um 10,4% auf EUR 282 Mio. gestiegen, das Nettoergebnis um 9,5% auf EUR 215 Mio. Der Ausblick (geringes einstelliges Prämienwachstum und 10% Anstieg bei Vorsteuergewinn) für das Gesamtjahr sei bestätigt worden. Voraussetzung sei allerdings, dass es zu keiner dramatischen Verschlechterung der wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen komme.
Ihre Schätzungen würden die Analysten aufgrund der sich eintrübenden wirtschaftlichen Situation ein wenig zurücknehmen, gleiches gelte für ihr Kursziel. Dass die Aktie der Vienna Insurance Group dennoch aktuell höchst attraktiv sei, würden unter anderem die Tatsache zeigen, dass die Vienna Insurance Group deutlich unter ihrem aktuellen Buchwert notiere (bei rund 0,8), sowie die Kriegskasse "Net cash Position" für weitere Akquisitionen in Höhe von mehr als EUR 1 Mrd. Gerade im Falle eines wirtschaftlichen Abschwungs könnten sich attraktive Akquisitionsmöglichkeiten ergeben. Dass man sich die polnische Warta anschauen wolle, habe das Unternehmen bestätigt.
Im aktuellen Umfeld würden Versicherungen nicht gerade zu den Liebkindern der Investoren zählen. Dass es aber gerade in dieser Branche große Unterschiede in der Qualität der Bilanzen der Unternehmen gebe, interessiere ebenfalls die wenigsten. Die Vienna Insurance Group habe - abgesehen von einer Solvency Ratio von deutlich über 200% - auch so gut wie kein Sovereign Debt Exposure in den PIIGS Staaten (inkl. Italien).
Der Anteil an den gesamten Finanzanlagen betrage nicht einmal 0,5%. Allianz (ISIN DE0008404005 / WKN 840400) und AXA (ISIN FR0000120628 / WKN 855705) kämen hier auf 7,7%. Die Generali (ISIN IT0000062072 / WKN 850312) aufgrund ihres italienischen Heimmarktes auf 19,8%. In Prozent des Eigenkapitals bedeute dies 3%. Bei den anderen großen europäischen Playern zeige sich hier ein anderes Bild. Bei der AXA liege das PIIGS Sovereign Debt Exposure in Prozent des Eigenkapitals bei 73%, bei der Allianz bei 86% und bei der Generali bei 372%.
Die Analysten der Erste Bank bewerten die Aktie der Vienna Insurance Group mit "kaufen". Das Kursziel sehe man bei 50 EUR. (Analyse vom 19.08.2011) (19.08.2011/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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