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Vortag |
Veränderung |
Datum/Zeit |
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299,81 $ |
+3,35 $ |
+1,12 % |
24.04/21:59 |
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| ISIN |
WKN |
Jahreshoch |
Jahrestief |
| US3156161024 |
922977 |
- $ |
- $ |
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F5 Networks-Geschäft brummt 24.01.2011
Heibel-Ticker
Berlin (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "Heibel-Ticker" sehen bei der Aktie von F5 Networks (ISIN US3156161024 / WKN 922977) in dem Kurseinbruch um 22% eine Kaufgelegenheit.
Nachdem das Unternehmen sechs Mal in Folge die Erwartungen an das Quartalsergebnis übertroffen habe, habe CEO John McAdam am Mittwochabend erstmals ein Quartalsergebnis bekannt geben müssen, das nicht besser gewesen sei als erwartet. Das obere Ende der eigenen Umsatz- und Gewinnprognose sei erreicht worden (40% Umsatzwachstum), Analysten hätten jedoch mehr erwartet (45% Umsatzwachstum). Die Aktie sei infolgedessen ausverkauft worden, das Tagesminus habe 22% betragen.
22% entspreche etwa 2 Mrd. USD Marktkapitalisierung, die über Nacht vernichtet worden seien, weil das Unternehmen nicht mehr mit 45% wachse sondern "nur noch" mit 40%.
Mitarbeiter von F5 Networks würden in Rechenzentren großer Unternehmen herumrennen. Dort würden sie sich um das Routen von Informationen zwischen verschiedenen Plattformen kümmern. Von der SMS zum E-Mail-Postfach, vom firmeneigenen Videokanal auf das internetfähige Smartphone usw. Auch Datensicherheit und die Beschleunigung des Datenaustauschs stünden auf der Angebotsliste von F5 Networks. Einen besonderen Schwerpunkt habe F5 Networks auf verteilte Applikationen in der Unternehmens-Cloud gelegt. Kurz gesagt: Ob man den Trend des Cloud Computing möge, den Trend des mobilen Internets oder den Trend der verteilten Datensicherung, F5 Networks habe überall seine Finger drin.
Aber das sei kein Geheimnis mehr. Und es sei auch kein Geheimnis mehr, dass das Geschäft von F5 Networks brumme wie kaum ein anderes. Und so sei die Aktie in den vergangenen zwölf Monaten um 160% angestiegen. Der Gewinn sei in den vergangenen zwölf Monaten um 70% angesprungen, für die nächsten fünf Jahre werde ein durchschnittliches Wachstum von 24% p.a. erwartet. Anleger hätten die Aktie dafür auf ein hohes Bewertungsniveau gehievt: Das KGV 2010 betrage 60, das KGV 2011e liege bei 40. Bei einem so hohen Bewertungsniveau gebe es keine Entschuldigung für Fehler.
F5 Networks habe einen Fehler gemacht: Das Unternehmen habe den Analysten nicht rechtzeitig signalisiert, dass die Erfolgsreihe der vorhergegangenen sechs Quartale nicht unendlich fortgesetzt werden könne. Den Grund für diesen Fehler hätten die Experten aus einem Kommentar des CEOs McAdam auf CNBC herausgehört: Immer wieder habe er vom anhaltend guten Geschäft seines Unternehmens und von den überaus guten Aussichten gesprochen, doch die wiederholte Frage nach der Ursache für die vermeintlich schlechte Performance im abgelaufenen Quartal habe er erst während der Verabschiedung zähneknirschend hinterher geschoben:
Er habe übersehen, dass der Umsatzsprung im September, also Ende des vorhergegangenen Quartals, aufgrund des in der Finanzbranche üblichen Bilanzierungsjahresendes einen ungewöhnlichen Schub erhalten habe. Banken hätten im September noch eine Reihe von Bestellungen abgesetzt, um ihr Budget für die kommenden Budgetverhandlungen nicht ungenutzt zu lassen. Diesen Schub habe er als nachhaltig interpretiert und nicht als saisonalen Sondereffekt und so seien er, sein Unternehmen und auch alle Analysten irregeleitet gewesen.
2 Mrd. USD Marktwertverlust würden ihm diesen Fehler sicherlich im Gedächtnis halten. An der Börse verliere ein Management mit solchen Fehlern an Vertrauen, F5 Networks sei somit nun vorerst in der Defensive. Dennoch würden die Experten nicht um den Kurs der Aktien von F5 Networks fürchten, denn wie eingangs gesagt: Es gebe nicht viele Unternehmen mit nachhaltigen Wachstumsraten über 20%. Und so könnten sich die Experten gut vorstellen, dass die Aktie schon in wenigen Wochen wieder auf alten Höchstständen notieren werde.
Kritisch werde es dann in drei Monaten, wenn F5 Networks beweisen müsse, dass dieses Quartalsergebnis ein einmaliger Ausrutscher gewesen sei. Um den Termin des nächsten Quartalsergebnisses herum würden die Experten die Aktie meiden, insbesondere da sie schon einmal mit falschem Optimismus in einem solchen Fall auf die Nase gefallen seien: Cisco (ISIN US17275R1023 / WKN 878841).
Die Experten seien bereits mehrfach darauf eingegangen: Wachstumsunternehmen würden von Wachstumsfonds gekauft. Hedgefonds und Trader würden sich auf die wenigen Aktien an der Wallstreet stützen, die mit hohen zweistelligen Wachstumsraten aufwarten könnten und würden die Kurse höher und höher jubeln. Der Pakt, den das Unternehmen mit den Spekulanten schließe, beruhe auf Gegenseitigkeit: Solange das Unternehmen die Erwartungen übertreffe, würden die Spekulanten die Aktie in ungeahnte Höhen jubeln. Halte sich das Unternehmen nicht an den Pakt, würden sich die Spekulanten ohne Rücksicht auf Verluste verabschieden, wie man diese Woche habe sehen können.
Nach Einschätzung der Experten sei hier die Aktie kurzfristig kaputt und nicht das Unternehmen oder die Branche. Die Branche oder auch die Trends Cloud Computing, Datensicherungszentren sowie Mobiles Internet würden für einen enormen Investitionsbedarf in die Infrastruktur von Unternehmen sorgen. Das "Internet", wie man es kennen gelernt habe, werde es in drei Jahren kaum noch geben. Informationen würden über Smartphones und Tablets abgerufen, der Computer werde nur noch zum wirklichen Arbeiten genutzt (Schreiben, Malen, Rechnen). Lesen, Videos und TV sehen oder auch E-Mails bearbeiten (kurze Texte) werde auf anderen Geräten erfolgen, für die es egal sei, ob sie gerade über das heimische WLAN-Netz online seien oder über UMTS oder LTE.
Die Experten von "Heibel-Ticker" sehen bei der Aktie von F5 Networks in dem Kurseinbruch um 22% eine Kaufgelegenheit. (Ausgabe 3 vom 21.01.2011) (24.01.2011/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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