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OMV Q3-Ergebnis besser als erwartet


12.11.2010
Erste Bank

Wien (aktiencheck.de AG) - Der Analyst der Erste Bank, Thomas Unger, stuft die Aktie von OMV (ISIN AT0000743059 / WKN 874341) unverändert mit "kaufen" ein.

Die OMV habe mit der Veröffentlichung des Ergebnisses zum dritten Quartal 2010 den Markt positiv zu überraschen vermocht. Nachdem das Trading Statement vor drei Wochen wegen einer geringer als erwarteten Produktionsrate, großen Abschreibungen im E&P-Segment sowie einer gesunkenen OMV-Raffineriemarge auf ein schwaches Quartalsergebnis hingedeutet habe, hätten Markterwartungen am Mittwoch übertroffen werden können.

Das CCS EBIT (EBIT bereinigt um ölpreisbedingte Lagereffekte) vor Sondereffekten sei mit EUR 632 Mio. um 23% höher ausgefallen als in der Vergleichsperiode 2009, wo man ein CCS EBIT von EUR 514 Mio. verzeichnet habe. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr lasse sich durch den gestiegenen Ölpreis (der durchschnittliche Brent-Preis habe sich vom dritten Quartal 2009 um 13% erhöht) sowie die Erholung der OMV Referenz-Raffineriemarge (+42%) erklären. Letztere bleibe jedoch langfristig gesehen auf einem niedrigen Niveau. Der CCS Periodenüberschuss vor Sondereffekten und nach Minderheiten habe sich auf EUR 290 Mio. belafen, im Q3 2009 seien es EUR 283 Mio. gewesen.

Im Vergleich zum guten Ergebnis im Vorquartal (2Q10) sei die von Einmaleffekten bereinigte Profitabilität des Energiekonzerns nahezu unverändert geblieben. Das CCS EBIT vor Sondereffekten sei sogar geringfügig gestiegen (von EUR 623 Mio. in 2Q10), während das bereinigte Nettoergebnis nach Minderheiten, von EUR 314 Mio. im zweiten Quartal 2010, ein wenig gesunken sei, was sich größtenteils auf Währungsschwankungen, die das Finanzergebnis belastet hätten, zurückführen lasse. Die genaue Höhe der Einmalkosten im Q3 sei EUR 253 Mio. gewesen.


Auf Segmentebene dominiere weiterhin der Bereich Exploration und Produktion (E&P). Das "upstream" EBIT vor Sondereffekten sei gegenüber 3Q09 um 4%, auf EUR 522 Mio. angestiegen. Der Bereich Raffinerien und Marketing (R&M) habe wie auch im Vorquartal für ein positives Signal gesorgt, denn mit EUR 124 Mio. habe das CCS EBIT vor Sondereffekten im abgelaufenen Quartal deutlich über dem Vorjahresniveau (wo ein Verlust von EUR 14 Mio. verzeichnet worden sei) und den Erwartungen gelegen. Gas & Power (G&P) leide seit Monaten unter starkem Margendruck, dennoch habe mit einem EBIT vor Sondereffekten von EUR 45 Mio. das Vorjahresniveau gehalten werden können.

Der Ausblick bei der Produktionsrate sei nach dem enttäuschenden Q3 (im Trading Statement veröffentlicht) nach unten revidiert worden, auf 2% bis 3% unter den bisherigen Zielwert von durchschnittlich 325.000 Barrel Öl pro Tag für 2010. Der Erwartung der Investments 2010 sei ebenfalls gesenkt worden, auf EUR 2,2 bis 2,4 Mrd. (statt ursprünglich EUR 2,8 Mrd.).

Bei der Frage nach der Finanzierung der Petrol Ofisi Akquisition habe sich das Management noch nicht festgelegt, alle Optionen würden weiterhin offen bleiben. Der Nettoverschuldungsgrad der OMV sei unter der langfristigen Zielmarke von 30%, bei 29,8% geblieben. Insgesamt sei das Quartalsergebnis nach dem enttäuschenden Trading Statement überraschend gut gewesen. In Q4 sei der Ölpreis bisher ständig über USD 80/bbl gewesen, Raffineriemargen seien im Oktober wegen der Streiks in Frankreich ebenfalls gestiegen. Daher sei aus heutiger Sicht von einem weiteren guten Quartalsergebnis in Q4 auszugehen.

Die OMV-Aktie ist jedoch noch immer stark unterbewertet, weshalb den Analysten der Erste Bank die Bestätigung ihrer Kaufempfehlung mit einem Kursziel von EUR 36,50 leicht fällt. (Analyse vom 12.11.2010) (12.11.2010/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.




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