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Intercell bei stärkeren Kursrücksetzern kaufenswert 25.01.2010
TradeCentre.de
Lichtenstein (aktiencheck.de AG) - Nach Ansicht der Experten von "TradeCentre.de" ist die Intercell-Aktie (ISIN AT0000612601 / WKN A0D8HW) weiter haltenswert und bei stärkeren Kursrücksetzern kaufenswert.
Gerd Zettlmeissl, Vorstandschef von Intercell, habe den Experten gegenüber Anfang Oktober betont, noch im Schlussquartal einen Vertriebspartner für das Impfpflaster gegen Reisedurchfall zu präsentieren. Der CEO habe Wort gehalten und kurz vor Weihnachten einen attraktiven Deal verkündet. Partner des in Phase III laufenden Impfstoffes sei GlaxoSmithKline (GSK). In einem ersten Schritt überweise der Pharmagigant aus England rund 34 Mio. Euro nach Wien. Zudem beteilige sich GSK sofort an Intercell zunächst mit 1,9 Prozent. 0,9 Mio. Aktien würden zu 31,21 Euro gekauft. Das spüle weitere 28 Mio. Euro in die Kasse. Ziel sei eine schrittweise Kapitalerhöhung auf einen Anteil von bis zu fünf Prozent, die weiteres Geld in Höhe von circa 56 Mio. Euro bringe.
Wie Finanzvorstand Reinhard Kandera den Experten im Hintergrundgespräch erläutert habe, hänge die Ausweitung der Beteiligung insbesondere an der weiteren Entwicklung eines neuen Pflasterimpfstoffes. "Wir haben nicht nur einen Vertriebspartner für Reisedurchfall gewonnen, sondern einen strategischen Partner für unser Pflaster gegen Pandemische Grippe als auch weitere potenzielle Pflasterimpfstoffe", habe Kandera gesagt. Für den Impfstoff gegen Reisedurchfallkrankheit würden bis zur Marktreife weitere 60 Mio. Euro an Meilensteinen sprudeln. Zudem habe sich Intercell eine sehr attraktive Beteiligung an den Gewinnen aus dem Produkt gesichert.
"Wir teilen nicht den Umsatz, sondern die Gewinne und haben eine faire und ausgewogene Gewinnbeteiligung an unserem Impfstoff", erkläre Kandera. Die Gewinnbeteiligung dürfte deutlich oberhalb des Branchenniveaus von 20 Prozent liegen. Man schätze die Quote auf über 40 Prozent für die Österreicher. Die Substanz habe ein Marktpotenzial von rund einer halben Mrd. Euro. Für Pandemische Grippe würden keine Meilensteine fließen, da die Forschungsaufwendungen in Höhe von 130 Mio. USD komplett von der US-Gesundheitsbehörde bezahlt würden. Bei Marktzulassung erfolge ebenfalls eine attraktive Gewinnbeteiligung. Zusätzlich habe sich Intercell weitere Meilensteinzahlungen für neue Projekte gesichert, die sich auf bis zu 46 Mio. Euro belaufen würden.
Insgesamt habe Intercell einen Deal im Volumen von bis zu 224 Mio. Euro plus Gewinnbeteiligung präsentiert. Positiv finde man, dass sich der Vorstand für GSK entschieden habe. Wie Kandera den Experten mitgeteilt habe, habe unter anderem auch Novartis großes Interesse gehabt. "Wir haben uns schlussendlich für den für uns besten Deal entschieden."
2010 werde für das Unternehmen ein wichtiges Jahr bezüglich der Entwicklung der Pipeline. Mit Ixiaro sei bereits ein Impfstoff am Markt. Die Umsätze seien bisher jedoch etwas enttäuschend gewesen. Nach jeweils 2,7 Mio. Euro Umsatz in Q2 und Q3 würden sich die Einnahmen im Schlussquartal auf diesem geringen Niveau einpendeln. "Für 2010 erwarten wir deutlich steigende Umsätze mit diesem Produkt", habe Kandera gesagt. Mehr als 20 Mio. Euro Umsatz sollten nach Schätzung der Experten von "TradeCentre.de" drin sein. Ein zu Ixiaro gehörender Kinderimpfstoff solle Ende 2010 in Indien eingeführt werden.
Zu den Highlights in 2010 würden wichtige Ergebnisse aus dem Verlauf der Phase II-Studie beim Impfstoffkandidaten gegen Pseudomonas sowie der Phase II-Studie mit dem immunostimulatorischen Pflaster gegen Pandemische Grippe gehören. Die Daten aus der letztgenannten Studie würden bereits in den ersten Wochen des neuen Jahres erwartet. Viel verspreche sich der Vorstand vom Impfstoffkandidaten Staphylococcus aureus. Im Laufe des kommenden Jahr würden wichtige Daten der Studie II/III erwartet. Partner sei die amerikanische Merck & Co. Laufe die Studie positiv, würden signifikante Meilensteinzahlungen winken. Das Marktpotenzial der Substanz betrage zwischen zwei und drei Mrd. Euro und sei Intercells bedeutendster Impfstoff.
Auf der Zahlenseite werde der Deal mit GSK das vierte Quartal beflügeln. "Wir erwarten für das vierte Quartal positive Ergebnisse." Den Verlust der ersten drei Quartale werde Intercell aber nicht kompensieren. Insgesamt erwarte man bei Umsätzen von circa 55 Mio. Euro einen Verlust von bis zu 15 Mio. Euro. Der Aufwand für Forschung und Entwicklung belaufe sich in 2009 auf über 60 Mio. Euro nach 50 Mio. Euro im Vorjahr. Für 2010 erwarte Kandera weiter steigende Umsätze. Eine Range zwischen 60 und 70 Mio. Euro sei realistisch.
Der Aufwand für Forschung und Entwicklung werde sich auf circa 70 Mio. Euro moderat erhöhen. Ob Intercell in 2010 Gewinne schreibe, sei laut dem CFO offen. Kriegsentscheidend sei das ohnehin nicht. Viel bedeutender seien gute News aus der Pipeline. Erst bei ausgeprägter Produkt-Pipeline am Markt dränge die Gewinnmaximierung in den Vordergrund.
Die Intercell-Aktie ist weiter haltenswert und bei stärkeren Kursrücksetzern kaufenswert, so die Experten von "TradeCentre.de". (Analyse vom 25.01.2010) (25.01.2010/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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