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BHP Billiton kaufen 21.12.2009
National-Bank AG
Essen (aktiencheck.de AG) - Andrea Großmann, Analystin der National-Bank AG, stuft die Aktie von BHP Billiton (ISIN AU000000BHP4 / WKN 850524) unverändert mit dem Rating "kaufen".
Der Geschäftsgang des per Ende Juni abgeschlossenen Fiskaljahres 2008/09 sei zu Beginn noch von Rekordpreisen bei einigen Rohstoffen gekennzeichnet gewesen, wohingegen im weiteren Verlauf ein ungeahnter Nachfrageeinbruch im Zuge der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise zu verzeichnen gewesen sei. Der Rohstoffriese habe darauf mit Angebotsreduzierungen von 5% bis 25% reagiert, die allerdings bei weitem nicht zur Kompensation ausgereicht hätten. Zumal die Situation durch einen aggressiven Lagerabbau seitens der Abnehmer verschärft worden sei, sodass sich BHP Billiton zwischenzeitlich Preiseinbrüchen von 50% bis 90% je nach Rohstoff gegenüber gesehen habe.
Entlastend hätten sich zum Ende des Fiskaljahres die rascher als erwartete Nachfragebelebung in China und Indien, die nicht unwesentlich von staatlichen Stimulierungsprogrammen getragen worden seien, ausgewirkt. Chinesische Unternehmen hätten zudem strategische Käufe getätigt, um ihre Lagerbestände vorsorglich aufzustocken. Zum Ende des Fiskaljahres 2008/09 habe BHP Billiton nichtsdestotrotz Preiseinbrüche von 20% bis 60% im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet.
Die deutlichsten Umsatzeinbrüche habe der Konzern bei Basismetallen und Rohstoffen für rostfreien Stahl (v. a. Nickel) verbuchen müssen. Das Kupfer-Geschäft sei von einer geringeren Güte des geförderten Erzes sowie der rückläufigen Förderung in einer chilenischen Mine beeinträchtigt worden. Die rückläufigen Volumina sowie die geringe Mangan-Nachfrage hätten das EBIT im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 Mrd. USD geschmälert. Die höheren Volumina im Geschäft mit Eisenerz hätten diesen Rückgang nicht kompensieren können.
Der negative Effekt der bereits oben genannten Preiseinbrüche auf das Konzern-EBIT sei mit rund 4,0 Mrd. USD noch weitaus größer als der Volumeneffekt gewesen. Bei einigen Rohstoffen (u. a. Eisenerz, Kohle, Mangan) habe das australisch-britische Unternehmen zwar auf Gesamtjahresebene einen höheren durchschnittlichen Verkaufspreis als im Vorjahr durchsetzen können. Dem hätten allerdings spürbare Preisrückgänge bei der Mehrzahl der Rohstoffe gegenübergestanden.
Das Geschäft mit Rohstoffen für rostfreien Stahl sei operativ in die Verlustzone gerutscht, was in erster Linie auf den deutlichen Einbruch der Nickelpreise zurückzuführen sei. Negativ hätten sich konzernweit zudem höhere Kosten, vor allem aufgrund der Ineffizienzen im Zuge geringerer Förder- bzw. Abbauvolumina, gestiegener Löhne sowie höherer Einstandspreise für Energie und zur Rohstoffgewinnung benötigter Materialien (Sprengstoff, Pech, Schwefelsäure), bemerkbar gemacht. Dem Konzern sei es zwar gelungen, Preisreduzierungen bei den wichtigsten Grundstoff-Lieferabkommen durchzusetzen, diese würden sich aber erst mit einer zeitlichen Verzögerung in der Ergebnisrechnung niederschlagen.
Ein Großteil der höheren Kosten habe dank positiver Wechselkurseffekte, die aus Gewinnen des Australischen Dollars und Südafrikanischem Rand gegenüber dem für die Bilanzierung maßgeblichen USD resultiert hätten, kompensiert werden können. Der operative Cashflow sei ungeachtet des schwierigen Marktumfeldes um 5,9% auf den Rekordwert 18,9 Mrd. USD gesteigert worden, was in erster Linie auf Verbesserungen im Working Capital (im Leistungsprozess gebundenes Kapital) zurückzuführen sei. Die bilanzielle Situation sei mit Nettoverbindlichkeiten von 5,6 Mrd. USD und einem Verschuldungsgrad von 12,1% als sehr solide einzustufen. Darauf würden auch die guten Bonitätsnoten (Moody's: A1, Standard &Poor's: A+) sowie die 57fache Deckung der jährlichen Zinsverpflichtungen durch das EBITDA hinweisen.
Dank der breiten Diversifizierung weise BHP Billiton einen stabileren Einnahmenstrom sowie eine kontinuierlichere Dividendenpolitik als das Gros der Konkurrenten auf. Zudem zeichne sich der Rohstoffriese durch eine solide Bilanz und eine konsistente Investitionsstrategie (Fokussierung auf große, langlebige und erweiterbare Projekte) aus. Die Analysten der National-Bank AG konstatieren im Vergleich zu den wichtigsten Rivalen eine moderate bis marktkonforme Bewertung (je nach zugrunde gelegten Vergleichsrelationen) der Aktie, was angesichts des erwarteten überdurchschnittlichen Umsatzwachstums und der geschätzten höheren Rentabilität (operative Marge, Eigenkapitalrentabilität) nicht gerechtfertigt erscheint.
BHP Billiton besitze angesichts der fortschreitenden Urbanisierung und Industrialisierung in den aufstrebenden Länden längerfristig gute Wachstumsperspektiven, die der Konzern dank der soliden finanziellen Situation wohl auch weiterhin mit Investitionen unterlegen könne. So sollten im laufenden Fiskaljahr weitere 10 Mrd. USD in neue Projekte investiert werden. Die ungeachtet der rückläufigen Ergebnisentwicklung angekündigte Erhöhung der Dividende auf 81 US-Cents unterstreiche die finanzielle Solidität sowie die Zuversicht des Konzerns in die längerfristigen Perspektiven.
Bei einer von zahlreichen Volkswirten erwarteten "holprigen" Erholung der Weltwirtschaft könnte BHP Billiton die Rolle als "sicherer Hafen" im Rohstoffsektor zukommen.
Die Analysten der National-Bank AG verbinden mit ihrem "kaufen"-Votum für die BHP Billiton-Aktie ein Kursziel von 2.300 GBp. (Analyse vom 21.12.2009) (21.12.2009/ac/a/a) Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Das Wertpapierdienstleistungsunternehmen oder ein mit ihm verbundenes Unternehmen halten an dem analysierten Unternehmen eine Beteiligung in Höhe von mindestens 1 Prozent des Grundkapitals. Weitere mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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