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TomTom Einstieg drängt sich nicht auf 04.11.2009
Geldanlage-Report
Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - Nach Ansicht der Experten vom "Geldanlage-Report" drängt sich ein Einstieg in die Aktie von TomTom (ISIN NL0000387058 / WKN A0ET88) nicht auf.
Die Niederländer TomTom hätten hierzulande lange fast schon als Synonym für Navigationsgeräte gegolten. Zumindest diese marktdominierende Stellung sei nun nicht mehr zu halten. Im Gegenteil: Es drohe massives Unheil von einem neuen Konkurrenten, der das ganze Geschäftsmodell des etablierten Anbieters (und auch des bisherigen Widersachers Garmin) gefährden könnte. Die Rede sei von niemand geringerem als Google.
Der Suchmaschinen-König aus Mountain View, Kalifornien, integriere die eigene neue Software "Google Maps Navigation" in sein Mobilfunk-Betriebssystem Android und stelle sie dann den Käufern der Geräte kostenlos zur Verfügung. Der Clou: Die Software laufe über das Internet, greife direkt auf Google Maps und sogar das umstrittene StreetView zu, wo sich Nutzer ganze Straßenzüge in Fotoform ansehen könnten.
TomTom-Aktionäre hätten nach Bekanntwerden dieser Nachricht ihre Papiere in einem ohnehin schwachen Gesamtmarkt fast schon panisch abgestoßen. Die Aktie sei von über zehn Euro am Mittwoch auf ein Freitags-Tief von nur noch 6,23 Euro gefallen. Das bedeute einen Verlust von fast 40 Prozent.
Die Ratio hinter den Verkäufen scheine einleuchtend: Wer kaufe noch ein Navigationsgerät für rund 100 Euro, wenn es anderswo das Gleiche umsonst gebe. Thilo Koslowski, Analyst beim Marktforscher Gardner, glaube, dass in 2012 die Geräte keine 50 Euro mehr kosten würden. Das bedeute einen extremen Margendruck für die etablierten Hersteller.
Doch sei wirklich bereits jede Hoffnung für die traditionellen Anbieter verloren? Die Experten vom "Geldanlage-Report" meinen "nein", denn noch steht nicht fest, ob sich "Maps Navigation" am Markt tatsächlich durchsetzen wird.
Beim Google-Navi handle es sich um ein so genanntes Offboard-Navi. "Offboard" deshalb, weil das Kartenmaterial nicht an Bord sei. Neben Vorteilen wie der hohen Aktualität und dem Zugriff auf die riesige Google-Datenbank habe dieses System aber auch eine Kehrseite: Ohne Mobilfunkanbindung sei keine Navigation möglich. Befinde man sich also in einem Funkloch, warte man vergeblich auf die Instruktionen der freundlichen Dame aus dem Navigationsgerät.
Hinzu komme: Wenn man keine Flatrate habe, oder sich im Ausland aufhalte, würden Kosten für den mobilen Datenverkehr anfallen. Datenschützer würden zudem davor warnen, dass eine permanente Positionsfeststellung und damit theoretisch eine Überwachung des Users möglich sei.
Ganz sicher würden also die bisherigen Geräte nicht vom Markt verschwinden. Zunächst sei Maps Navigation ohnehin nur in den USA erhältlich und das auch nur in einem neuen Handymodell, dem Motorola Droid.
Trotzdem könnten sich TomTom und Co. natürlich nicht einfach auf einen etwaigen Misserfolg von Google verlassen. Neue Ideen müssten her. Wichtig für die Niederländer sei die Kooperation mit Apple beim Navigationssystem für das iPhone. Zudem würden die eigenen Spitzenmodelle ebenfalls bereits über Online-Anbindungen verfügen.
Die jüngsten Quartalszahlen würden zwar einen höheren Gewinn als erwartet ausweisen, der aber nur durch hohe Kosteneinsparungen zustande gekommen sei. Der Umsatz habe leicht enttäuscht, was den enormen Druck auf die Aktie teilweise erkläre. Kosten könnten nicht unbegrenzt eingespart werden. Der Weg zu weiter steigenden Gewinnen führe damit nur über wieder steigende Umsätze - und das gehe nur mit neuen Ideen, die dem Kunden einen Mehrwert böten.
Bewertungstechnisch werde die Aktie momentan exakt mit den für 2009 erwarteten Umsätzen von 1,6 Mrd. Euro gehandelt. Das 2009er KGV von elf bzw. 18 für 2009 und 2010 erscheine nicht zu teuer.
Das Problem: TomTom habe sich mit der im Nachhinein viel zu teuren Übernahme des Datenanbieters Teleatlas übernommen. Die Übernahme habe 2,9 Mrd. Euro gekostet, doppelt soviel wie die gesamte aktuelle Marktkapitalisierung von TomTom. Ein Schuldenberg von über einer Mrd. Euro laste nun auf den Niederländern. Ein erneutes Absacken in die roten Zahlen, wie im ersten Quartal geschehen, könne sich das Unternehmen nicht leisten. Wahrscheinlich hätten die Anleger auch deshalb so panisch auf die Google-News reagiert.
Eine charttechnische Gegenreaktion auf die extremen Verluste sei überfällig. Die Aktie sei daher für Trader interessant.
Mittelfristig drängt sich allerdings aufgrund der schwierigen Aussichten und der gleichzeitig hohen Verschuldung trotz moderater Bewertung ein Einstieg in die TomTom-Aktie nicht auf, so die Experten vom "Geldanlage-Report". (Analyse vom 04.11.2009) (04.11.2009/ac/a/a) Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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