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Isis Pharmac. Langfristinvestment 22.04.2002
Hornblower Fischer
Die Analysten von Hornblower Fischer sehen in den Aktien von Isis Pharmaceuticals (WKN 881866) ein langfristig lohneswertes Investment.
Das 1989 gegründete Biotechunternehmen Isis Pharmaceuticals habe sich auf die Erforschung und Entwicklung von Medikamenten spezialisiert, die die mRNA (messenger Ribonukleinsäure) als Angriffsziel haben. Diese sogenannte Antisense-Technologie könne zur Therapie verschiedenster Krankheiten wie Krebs, Stoffwechselerkrankungen und Hautkrankheiten eingesetzt werden. Isis verfüge auf diesem Forschungsgebiet über eine Vielzahl von Kollaborationen mit weltweit führenden Biotechnologie- und Pharmaunternehmen. Dazu würden AstraZeneca, Elan, Merck & Co., Aventis, Abbott Labs., Eli Lilly und Novartis gehören.
Antisense-Medikamente seien in der Lage, bislang als unheilbar geltende Krankheiten ursächlich zu bekämpfen, indem sie die Bildung krankheitsrelevanter Proteine verhindern. Im Falle von zum Beispiel Krebs wisse man, dass die Entstehung und das Wachstum von Tumoren zum Großteil durch eine defekte bzw. inadäquate Steuerung bestimmter Gene ausgelöst werde. Durch diese fehlerhaft agierenden Gene würden vermehrt Proteine gebildet, die in kausaler Verbindung mit der Tumorentstehung bzw. dem Tumorwachstum stehen. An der entscheidenden Schwelle zwischen Gen und einem dazugehörenden Protein - der mRNA als abzulesende Matrize bei der Proteinbildung - greife das Antisense-Medikament ein. Durch Bindung an diese Messenger-RNA könne die Produktion eines entsprechenden, krankheitsrelevanten Proteins gezielt ausgeschaltet werden. Diese neuartige Medikamentenklasse zeichne sich vor allem durch ihre spezifische Wirkung, ihre hohe Effektivität und ihre geringen Nebenwirkungen aus. Mit der Markteinführung des ersten Antisense-Medikamentes Vitravene – einem Mittel gegen CMV-Retinitis (virale Netzhautentzündung bei v.a. AIDS-Patienten, die zur Erblindung führen kann) – im Oktober 1998 sei Isis zum Marktführer auf diesem Forschungsgebiet avancierte. Die Technologie von Isis sei weltweit über mehr als 800 Antisense-Patente abgesichert.
Die Produktpipeline von Isis sei sehr umfangreich und gut diversifiziert. Aktuell würden sich zwei Wirkstoffkandidaten in den Phase III Testreihen und weitere sechs Produkte in den klinischen Studien der Phase II befinden. Das am weitesten entwickelte und derzeit aussichtreichste Medikament sei ISIS 3521 (LY900003). Das Mittel solle vor allem gegen das nicht kleinzellige Lungenkarzinom eingesetzt werden, gegen das es zur Zeit keine ausreichende und befriedigende Therapie gebe. Januar 2001 sei mit ISIS 3521 eine etwa 15-monatige Phase III-Testreihe in Kombination mit den gängigen Chemotherapeutika Carboplatin und Paclitaxel an über 600 Patienten mit nicht kleinzelligen Lungenkarzinom gestartet worden.
Weiterer sehr aussichtsreicher Kandidat neben ISIS 3521 sei ISIS 2302. ISIS 2302 hemme die Produktion eines Moleküls (ICAM-1), das maßgeblich an Autoimmunerkrankungen und entzündlichen Erkrankungen beteiligt sei. Indikationen für ISIS 2302 seien somit Schuppenflechte (Psoriasis), Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa (beides entzündliche Darmerkrankungen). Die bisherigen klinischen Phase III-Testreihen zur Therapie des Morbus Crohn habe durchweg überzeugen können. So habe gezeigt werden können, dass die Behandlung mit ISIS 2302 sicher sei und zu keinen ernsthaften Nebenwirkungen führe. Des weiteren hätten Patienten, die zuvor mit entzündungshemmenden, aber nebenwirkungsreichen Kortikosteroiden therapiert wurden, nach Einnahme von ISIS 2302 ihre Kortikosteroid-Dosis deutlich reduzieren können. Bei einigen Patienten sei es sogar zu einer Vollremission des Krankheitsbildes gekommen. In den Indikationen Schuppenflechte und Colitis Ulcerosa würden derzeit Phase II-Studien durchgeführt.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr habe Isis den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 43% auf 53,3 Mio. USD steigern können. Der Nettoverlust hingegen habe sich um 53% von 30,1 Mio. USD auf 46,1 Mio. USD vergrößert. Zugleich hätten sich aber auch die Forschungsausgaben um 58% von 53,0 Mio. USD auf 83,7 Mio. USD ausgeweitet, was auf die kostenaufwendigen Phase II/III-Studien zurück zu führen sei. Im Vergleich zum Vorjahr habe Isis seinen Cashbestand im Jahr 2001 durch eine Kapitalerhöhung (108 Mio. USD) bzw. durch ein Abkommen mit Eli Lilly (131 Mio. USD) von 127,3 Mio. USD auf 312,0 Mio. USD steigern können. Dieser Zuwachs von 145% sollte die Finanzierungen der laufenden Forschungsprojekte für die nächsten Jahre sichern.
Mit einer Marktkapitalisierung von etwa 830 Mio. USD gehöre Isis zu den sogenannten Mid Caps im Biotechsektor. Angesichts der breiten und zum Teil weit fortgeschrittenen Produktpipeline, der mit-dominierenden Marktposition für Antisense-Technologien und -Medikamente, sowie der starken Partnerschaften sehen die Analysten von Hornblower Fischer in Isis ein langfristig lohnenswertes Investment. Die Tatsache, dass das Unternehmen bereits ein Medikament erfolgreich auf den Markt gebracht habe und zudem zwei weitere Medikamente in 2003 auf den Markt kommen sollen, bestätigen das Potenzial des Unternehmens und seiner Technologie. Für einen Einstieg sollte man aber erst eine Stabilisierung im Biotechsektor abwarten, weitere Kursabschläge seien auch bei Isis kurzfristig nicht auszuschließen.
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