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Tesco verkaufen 13.11.2008
Hauck & Aufhäuser
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von Hauck & Aufhäuser, Sven Madsen, nimmt die Tesco-Aktie (ISIN GB0008847096 / WKN 852647) von der H&A-Research-Aktien-Select-Liste.
Zahlreiche Belastungsfaktoren würden die Analysten veranlassen, die Aktie von der H&A-Research-Aktien-Select-Liste zu nehmen.
1. Das Konsumumfeld in UK habe sich weiter verschlechtert. Im Oktober sei der Einzelhandelsumsatz erstmals seit April 2005 negativ (-0,1% gewesen; auf vergleichbarer Fläche -2,2%). Unter der deutlichen Konjunktureintrübung dürfte insbesondere der Non-Food-Bereich von Tesco leiden.
2. Im Lebensmittelgeschäft würden sich die seit längerem anhaltenden Marktanteilsverluste ausweiten. In den vier Wochen bis zum 2. November habe Tesco (laut TNS-Daten) ein Lebensmittelumsatzwachstum von 4,2% verzeichnet, während die Branche 6,4% habe zulegen können. Damit habe Tesco den achten Monat in Folge Marktanteile verloren. Den zweiten Monat in Folge bilde Tesco bezogen auf das Lebensmittelumsatzwachstum sogar das Schlusslicht im Vergleich mit den anderen drei großen Wettbewerbern Asda, Morrison und Sainsbury. Der anhaltende Erfolg der deutschen Discounter Aldi und Lidl in UK dürfte dem Marktführer zukünftig größere Probleme bereiten.
3. Während Tesco in den letzten Jahren im Lebensmittelbereich erhebliches Volumenwachstum habe verzeichnen können, sei das Umsatzwachstum der letzten zwei Quartale zu einem großen Teil auf Inflation entfallen. Laut SG Equity Research habe Tesco in den letzten beiden Quartalen kein bzw. nahezu kein Volumenwachstum verzeichnet. Laut unabhängigen Industriedaten habe die Inflation bei Nahrungsmitteln in den letzten drei Monaten bei rund 9% (!) gelegen.
Da zahlreiche Rohstoffpreise in den letzten Monaten (zum Teil deutlich) nachgegeben hätten, sei es nach Erachten der Analysten nur eine Frage der Zeit, wann die Inflation spürbar sinke. Ein leichter Rückgang sei laut TNS schon in den letzten Wochen zu sehen gewesen. Eine rückläufige Inflation sei vor allem dann ein Problem, wenn diese nicht durch ein steigendes Absatzvolumen kompensiert werde. Aufgrund der deutlichen Konsumeintrübung in UK sei ihres Erachtens sogar mit einem weiter sinkenden Absatzvolumen zu rechnen. Die Analysten würden daher in den nächsten Quartalen mit enttäuschenden Absatzzahlen rechnen.
50% des Gewinnwachstums erziele Tesco mittlerweile außerhalb von UK. Aber auch hier gebe es Anzeichen für zunehmende Schwierigkeiten. Während das berichtete Umsatzwachstum für das internationale Geschäft dank Akquisitionen und Filialeröffnungen weiterhin beeindruckend aussehe (1. Geschäftshalbjahr 2008/9: +12,6% vor Währungseffekten), sei das Umsatzwachstum auf vergleichbarer Fläche von einem Prozent wenig überzeugend. Berücksichtige man die Tatsache, dass sich das Wachstum im 2. Quartal abgeschwächt habe, so sei zu vermuten, dass Tesco bereits im 2. Quartal rückläufige Umsätze auf vergleichbarer Fläche erzielt habe.
5. Auf der derzeit stattfindenden Analystenveranstaltung in Asien habe das Unternehmen Informationen über die dortige Geschäftsentwicklung gegeben. In Südkorea (größter Markt für Tesco außerhalb UK) habe das Unternehmen eine Umsatzentwicklung von -2% (auf vergleichbarer Fläche) verzeichnet und in China habe sich die Wachstumsrate von 16% auf 8% halbiert.
6. Das Geschäft in Osteuropa (wichtigste Länder für Tesco: Ungarn, Polen, Türkei) dürfte sich aufgrund der allgemeinen Wirtschaftsabschwächung künftig ebenfalls schwächer entwickeln. In Ungarn komme die deutliche Abwertung der Währung als Belastungsfaktor hinzu.
7. Für die Akquisition in Südkorea und die Aufstockung der Bankbeteiligung (Tesco Personal Finance) von 50% auf 100% (Aufkauf der Anteile von der Royal Bank of Scotland) zahle Tesco jeweils rund eine Mrd. GBP. Hinzu komme Kapitalbedarf für das organische Wachstum, für die Refinanzierung fällig werdender Verbindlichkeiten und die erfolgten Aktienrückkäufe. S&P habe das Kreditrating daher in diesem Jahr von A+ um zwei Stufen auf A- heruntergestuft.
In der Zeit, in der andere Firmen aufgrund des schwierigen Kapitalmarktumfelds und der deutlich gestiegenen Finanzierungskosten extrem zurückhaltend mit Investitionen seien, expandiere Tesco an allen Fronten. Aktienrückkäufe dürften aufgrund des gegenwärtigen Schuldenniveaus vorerst nicht mehr stattfinden.
8. Das deutlich vergrößerte Engagement im Bankgeschäft, welches sicherlich auf den Verkaufswunsch der Royal Bank of Scotland erfolgt sei, würden die Analysten im derzeitigen Umfeld als riskant erachten.
Aufgrund der deutlich zugenommenen Belastungsfaktoren nehmen die Analysten von Hauck & Aufhäuser die Tesco-Aktie von der H&A-Research-Aktien-Select-Liste und empfehlen den Verkauf. (Analyse vom 13.11.2008) (13.11.2008/ac/a/a)
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