Suche
nach Kursen
 Aktien
 Fonds
 Zertifikate
 Optionsscheine
 Optionen & Futures
nach Artikeln
alle Artikel
nur Analysen
nur News
als Quelle
 
WKN/ISIN/Symbol/Name

Login Depot + Forum
 
Passwort vergessen?


   
Aktuelle Kursinformationen ()
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
-   -   0 0 % /
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
-   -  
 
 
 

Bouygues Kursziel gesenkt


04.07.2008
Hauck & Aufhäuser

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Jens Schott, Analyst bei Hauck & Aufhäuser, belässt die Bouygues-Aktie (ISIN FR0000120503 / WKN 858821) weiter auf der H&A-Research-Aktien-Select-Liste.

Die Analysten würden die Niedrigpreisstrategie von Bouygues Telecom für aussichtsreich halten. Das Unternehmen biete seit März 2006 Flat-Rate-Pläne ("Neo"-Dienst) an, die bis Ende 2007 von mehr als 1,5 Mio. Kunden angenommen worden seien. Die großen Wettbewerber seien im oligopolistischen Mobilfunkmarkt in Frankreich darauf bedacht, nicht ihr großes Bestandsgeschäft durch Niedrigpreisangebote zu kannibalisieren. Außerdem seien sie aufgrund der hohen Zahl der Kunden in ihrer freien Netzkapazität beschränkt und hätten wenige Möglichkeiten, aggressive Wachstumspläne zu verfolgen.

Bouygues Telecom habe seinen Marktanteil bei Netzwerkumsätzen von 19,0% im ersten Quartal 2006 (Start von Neo) bis Ende 2007 auf 20,1% steigern können. Im Jahr 2007 seien die Netzwerkumsätze um 6% gestiegen (zum Vergleich Wettbewerber Orange +4%, SFR +5%).

Bouygues Telecom sei bei der Kundengewinnung (Kundenanzahl 2007 +6,1% auf 9,26 Mio. Kunden, zum Vergleich Wettbewerber Orange +4%, SFR +5%) sehr bedacht vorgegangen. Die Kundengewinnungskosten seien 2007 um 11% auf 143 Euro pro Kunde gesunken und die Durchschnittsumsätze pro Kunde seien trotz des starken Kundenwachstums nur um 2% auf 41 Euro pro Monat zurückgegangen. Die Kundenzahl sei bis zum Ende des ersten Quartals 2008 auf 9,3 Mio. Kunden gestiegen, von denen 73,8% Vertragskunden gewesen seien.


Das Unternehmen habe nach Ansicht der Analysten die Chance, als kleinster Anbieter weiter Marktanteile zu gewinnen. Ein als Ziel formulierter Marktanteil von 25% würde dem Unternehmen positive Skaleneffekte bescheren und die Marge signifikant verbessern. Bouygues habe durch den Erwerb von Teilen des Festnetzes von Neuf Cegetel die Möglichkeit, Mobilfunk- und Festnetzdienste aus einer Hand anzubieten. Insbesondere Geschäftskunden würden derartige Konvergenzdienste verlangen. Ab der zweiten Jahreshälfte 2008 dürfte dies die Wettbewerbsposition von Bouygues Telecom schrittweise verbessern.

Das Risiko des Markteintritts eines vierten Mobilfunk-Netzbetreibers bestehe weiterhin. Die erheblichen Investitionserfordernisse im derzeit angespannten Kapitalmarktumfeld und der deutliche Vorsprung der existierenden Anbieter seien nach Meinung der Analysten aber Hauptgründe dafür, dass sie das Risiko eines vierten Wettbewerbers für gering halten würden. Derzeit laufe eine öffentliche Anhörung zu dem Thema in Frankreich, die im Herbst in eine parlamentarische Debatte münden werde. Einladungen zu Versteigerungen dürften frühestens Ende 2008 ausgegeben werden, mit einem Ergebnis frühestens Mitte 2009. Vor 2010 sei deshalb in jedem Fall nicht mit einem neuen Wettbewerber zu rechnen - genügend Zeit also für die bestehenden Anbieter, ihre Marktposition zu festigen und den Neueintritt eines vierten Wettbewerbers wirtschaftlich uninteressant zu gestalten.

Die Analysten würden es weiterhin für möglich halten, dass Bouygues seine Telekom-Sparte mittelfristig verkaufe. Der Chef des ägyptischen Telekommunikationskonzerns Orascom, Naguib Sawiris, habe 2007 aggressive Wachstumspläne - auch für Europa - verkündet und Bouygues Telecom im Juni 2007 als mögliches Übernahmeziel benannt. Das Kaufinteresse von Orascom Telecom sei im September 2007 nochmals bestätigt worden. Laut Bouygues habe Orascom Bouygues bereits im Jahr 2006 bezüglich des Verkaufs der Telekom-Sparte angesprochen. Zuletzt sei es, auch wegen der von der US-Immobilienkrise ausgehenden Spannungen an den Kapitalmärkten zwar ruhiger um eine Übernahme von Bouygues Telecom geworden - die Analysten sähen dies aber nicht als endgültigen Beleg dafür, dass ein Verkauf vom Tisch sei. Insbesondere die sich nun mehr als ein Jahr hinziehende Unsicherheit über den Zutritt eines vierten Wettbewerbers zum französischen Mobilfunkmarkt hemme einen Verkauf, da keine gesicherte Bewertung für das Asset möglich sei. Einen Verkauf sähen die Analysten daher im Jahr 2009 wieder als realistischer an.

Positiv sähen die Analysten die Geschäftsentwicklung bei Alstom. Bouygues sei an dem Kraftwerksbauer und Hersteller von Schienenfahrzeugen (unter anderem TGV) mit 30,07% beteiligt. Die Beteiligung werde at equi-ty konsolidiert und dürfte über die gute Geschäftsentwicklung in der Kraftwerksbranche steigende Beiträge zum Ergebnis von Bouygues liefern. Die Beteiligung könnte der "Türöffner" für ein Dreierbündnis Alstom/Bouygues/Areva sein, welches wie in früheren Teilverkäufen von Staatsunternehmen an Bouygues (TF1, Alstom) wertschaffend werden könnte. Zur Spekulation bezüglich Areva würden die Analysten kurzfristig aber nicht mit positiven Nachrichten rechnen. "Reuters" habe am 5. Juni 2008 aus dem Umfeld des französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy berichtet, dass eine Änderung der Eigentümerstruktur von Areva in der nahen Zukunft nicht anstehe.

Bouygues sähen die Analysten in einem schwieriger werdenden Umfeld für die europäische Bauindustrie als defensives Investment an. Hierzu trage auch die starke Positionierung in Frankreich, einem weniger zyklisch gefährdeten Bau-Markt in Europa, bei. Bouygues verfüge per Ende 2007 in der Bausparte über ein Orderbuch von 11,6 Mrd. Euro (= 128% des für 2008 erwarteten Umsatzes). Ähnlich sei die Situation in der Projektentwicklung, wo das Orderbuch 4,06 Mrd. Euro (= 140% des für 2008 erwarteten Umsatzes) ausmache. Das Telekom-Geschäft würden die Analysten für vergleichsweise defensiv halten, mit der Einschränkung der möglichen Vergabe der vierten Mobilfunklizenz (s. o.). Insgesamt sähen sie das Unternehmen als gut positioniert und vergleichsweise defensiv an. Hierzu trage auch die relativ gute Bilanzsituation bei.

Die Analysten von Hauck & Aufhäuser belassen die Bouygues-Aktie auf der H&A-Research-Aktien-Select-Liste. Das Kursziel laute 58,60 Euro (vorher 59,20 Euro). (Analyse vom 04.07.2008) (04.07.2008/ac/a/a)



Erweiterte Funktionen
Artikel drucken Artikel drucken
Weitere Analysen & News mehr
 

Copyright 1998 - 2026 optionsscheinecheck.de, implementiert durch ARIVA.DE AG