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Verbund übergewichten


30.01.2002
RZB Österreich

Die Analysten der österreichischen Raiffeisenzentralbank (RZB) haben ihre Empfehlung für den österreichischen Stromlieferanten Österreichische Elelktrizitätswirtschafts AG (WKN 877738), kurz: Verbund, von "neutral" auf "übergewichten" hinaufgestuft.

Die EU-Kommission habe die Genehmigung zur Stromehe von Verbund und Steweag-Steg in der Steiermark und zur Zusammenlegung von Wasserkraftwerken zwischen Verbund und E.ON erteilt. Diese sollten die mittel- und langfristige Entwickung des Unternehmens stark positiv beeinflussen. Verbund könne damit die Marktposition in der Steiermark verstärken. Mit einer Beteiligung von 63% werde Verbund Haupteigentümer des zweitgrößten Wasserkraftproduzenten Europas.


Verbund habe auf das veränderte Marktumfeld seit 1999 mit einer Reihe von Maßnahmen reagiert. Es sei dem Unternehmen gelungen, sich als der günstigste Produzent Europas zu positionieren. Die reinen Stromerzeugungskosten, mit einem Anteil von 90% an der Wasserkraftproduktion, lägen um 20 bis 25% unter den Grenzwertkosten eines neuen thermischen Kraftwerkes. Infolge der günstigen Strompreise habe Verbund einen Durchbruch im Ausland erreicht. 2001 seien mehr als 50% der Stromproduktion außerhalb von Österreich verkauft worden.

Aufgrund der deutlichen Verbesserung des Finanzergebnisses und des Erhalts der sogenannten "Stranded costs" (kumuliert von 1999) erwarteten die Analysten einen Gewinn/Aktie 2001e von Euro 4,17 (+80 % gegenüber 2000). Für die Folgejahre 2002e und 2003e erwarteten die Analysten (ohne Berücksichtigung grundlegender struktureller Änderungen und exklusive "Stranded costs" für die Wasserkraftwerke) eine weitere Verbesserung des Gewinns/Aktie auf Euro 5,09 (+21 %) und Euro 5,75 (+14 %). Trotz dieser positiven Tendenz erwarteten die Analysten keine Dividendenerhöhung. Die Analysten gingen davon aus, dass die Entschuldung des Unternehmens als Hauptziel die Dividendenpolitik dominiere und dieses Ziel vom Haupteigentümer unterstützt werde.

Für 2002 und 2003 errechneten die Analysten ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 16,6 bzw. 14,7. Dies entspreche einer fairen Bewertung im Vergleich zur Konkurrenz. Das Kurs-EBITDA-Verhältnis zeige jedoch eine Überbewertung. Den fairen Wert der Verbund Aktie sehen die Analysten der RZB Österreich bei Euro 99 (ohne strukturelle Änderung).

Auf Basis dieser Bewertungskennzahlen und nach dem Ja der EU zur Zusammenlegung mit E.ON und Steweag-Steg empfehlen die Experten der RZB Österreich, Aktien von Verbund überzugewichten.




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