|
 |
 |
|
|
 |
| Kurs |
Vortag |
Veränderung |
Datum/Zeit |
| 18,59 $ |
19,40 $ |
-0,81 $ |
-4,18 % |
17.04/22:10 |
| |
| ISIN |
WKN |
Jahreshoch |
Jahrestief |
| US71654V1017 |
615375 |
- $ |
- $ |
| |
|
|
| |
|
|
| |
Petrobras unter 17,50 Euro kaufen 29.05.2008
Heibel-Ticker
Berlin (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "Heibel-Ticker" raten die Aktie von Petrobras (ISIN US71654V1017 / WKN 615375) unter 17,50 Euro zu kaufen.
Petrobras sei als halbstaatlicher Konzern stark von den politischen Entscheidungen abhängig. In den vergangenen Jahren sei dies dem Unternehmen zugute gekommen, denn kein anderer Ölkonzern könne den brasilianischen Markt erobern, ohne sich mit Petrobras zu verbünden. Und da Petrobras auf dem südamerikanischen Kontinent dominierend vertreten sei, werde diese Abhängigkeit auch auf andere Länder ausgeweitet. Der Cashflow des Unternehmens sei dementsprechend gut. Diese Finanzmittel seien in den vergangenen Jahren in den Ausbau der weltweit modernsten Tiefseebohrflotte investiert worden und mit großem finanziellem Aufwand suche das Unternehmen nach neuen Ölvorkommen.
Heute habe Petrobras eine Marktkapitalisierung von 308 Mrd. USD. In Amerika sei nur noch der weltgrößte Ölkonzern Exxon Mobil (474 Mrd. USD) größer, doch dank dessen verkorkster Explorationspolitik sei auch dieser Konzern nun in Schlagweite. Die Gewinnmarge von Petrobras liege bei 22%. Für einen Rohstoffkonzern sei das sensationell gut. Zum Vergleich: BP wirtschafte mit einer Gewinnmarge von 9% und Exxon Mobil, das Unternehmen, das kaum noch in die Zukunft investiere, sondern nur die vorhandenen Ölquellen melke, habe eine Gewinnmarge von 16%. Die hohe Ertragskraft von Petrobras danke das Unternehmen seiner führenden Stellung in Südamerika und der politischen Unterstützung dieser Stellung.
Zunächst einmal müsse diese Aktie einen Abschlag erhalten, weil der Staat Mehrheitsaktionär sei. Der Staat als Aktionär habe stets politische Ziele im Blick und die würden sich nur zeitweise mit ökonomischen Zielen decken. In den vergangenen Jahren habe dies super funktioniert, Petrobras sei mithilfe der staatlichen Regulierungen zu einem Weltkonzern aufgestiegen. Doch dass das Unternehmen nicht frei agieren könne, zeige sich beispielhaft schon in dem Benzinpreis in Brasilien: Dieser werde von der Politik festgesetzt und nicht durch Angebot und Nachfrage.
Weiterhin habe die Politik beschlossen, dass die Ethanolgewinnung aus Zucker ausgeweitet werden solle, und Petrobras solle dies übernehmen. Anders als Ethanol aus Mais, Soja oder anderen Getreiden sei die Energiebilanz bei Ethanol aus Zucker überaus positiv. Die Experten stünden den deutschen und amerikanischen Ethanolgesetzen kritisch gegenüber, der hohe Energiegehalt von Zucker rechtfertige allerdings die Politik Brasiliens. Daher könnten die Experten in der Entscheidung, mehr Ethanol aus Zucker zu produzieren, bislang nicht viel Negatives ausmachen, außer dass diese Entscheidung zeige, wie abhängig Petrobras von der Politik sei.
Die Politik habe auch entschieden, dass in den nächsten fünf Jahren über 100 Mrd. USD in die Suche nach neuen Ölvorkommen und den Ausbau der bekannten Ölreserven investiert werden sollten. Petrobras versuche derzeit zu diesem Zweck 80% der weltweit verfügbaren Tiefseebohrinseln langfristig für sich unter Vertrag zu nehmen. Es gebe weltweit nur 21 Tiefseebohrinseln, die in Tiefen über 5.000 Metern bohren könnten. Zur Erschließung der jüngsten Ölfunde handle Petrobras gerade langfristige Verträge (über 3 Jahre) für 17 dieser 21 Bohrinseln aus.
Übrigens: Diese Bohrinseln hätten einen Tagesmietpreis. Dieser belaufe sich mittlerweile auf bis zu 600.000 USD. Die Jahresmiete belaufe sich nach Adam Riese also auf 219 Mio. USD. Da könne man verstehen, wenn auf diesen Bohrinseln ein 24-Stunden-Betrieb angestrebt werde. Die Personalkosten würden bei solchen Mietpreisen kaum ins Gewicht fallen.
Der brasilianische Staat könnte in die Kasse von Petrobras greifen, um politische Ziele zu finanzieren. Präsident Lula wäre der erste Staatschef der Welt, der dieser Versuchung nicht erliegen würde. Die Förderkosten könnten weiter explodieren, denn die Versäumnisse der Vergangenheit müssten nun aufgeholt werden. Außerdem gebe es noch kein ähnlich großes Tiefseeprojekt und solche Pilotprojekte würden stets unvorhersehbare Gefahren bergen.
Von Oktober letzten Jahres bis zum neuesten Fund im April sei die Aktie zwischen 12,25 Euro und 17 Euro gependelt. Erst Ende April sei der Ausbruch nach oben gelungen, inzwischen sei ein Höchstkurs bei 20,75 Euro erreicht worden. Es sei nicht ungewöhnlich, dass die Aktie nach einem solchen Ausbruch nochmals auf das Ausbruchsniveau zurückkehre.
So ist der Kurs der Aktie von Petrobras nach Ansicht der Experten von "Heibel-Ticker" in den nächsten Wochen auf dem Weg zu 17 Euro und sie würden auf Kurse unter 17,50 Euro warten, bevor sie die Aktie kaufen. Anschließend sei darauf zu achten, dass das Ausbruchsniveau von 17 Euro als Unterstützung halte, sonst würde die Aktie wieder in die alte Handelsspanne zwischen 12,25 Euro und 17 Euro zurückfallen. Als Kursziel auf Sicht von 12 Monaten würden die Experten 20 Euro ansetzen. Doch in ihren Augen seien die Risiken für diesen Konzern größer als bei anderen Unternehmen und sie würden daher andere Aktien bevorzugen. (Update vom 28.05.2008 zur Ausgabe 17) (29.05.2008/ac/a/a)
|
 |
|
|
 |
|
|
| |
|