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UniCredit "buy"


28.05.2008
SEB

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der Analyst der SEB, Manfred Jakob, stuft die UniCredit-Aktie (ISIN IT0000064854 / WKN 850832) mit "buy" ein.

Die UniCredit habe im ersten Quartal 2008 wegen der Finanzmarktkrise und dem schwachen Abschneiden der HVB erwartungsgemäß einen Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Die HVB sei wegen den hohen Abschreibungen zum ersten Mal seit drei Jahren in die roten Zahlen gerutscht. Konzernweit sei der Überschuss im ersten Quartal um 51% auf 1,01 Mrd. Euro gesunken. Das sei exakt das Niveau, das das Haus bereits vor einem Monat anvisiert habe. Die gesamten Erträge seien in den ersten drei Monaten um 16,7% auf 6,58 Mrd. Euro gesunken. Marktbedingt habe auch das Asset Management einen Volumenrückgang von 20% hinnehmen müssen. Solide habe sich dagegen das gesamte Commercial Banking entwickelt. Das Haus habe dabei das mittel- und osteuropäische Geschäft hervorgehoben (CEE), das bei den Einnahmen um beeindruckende 25% gewachsen sei. Da sich aus Sicht des Hauses die Kapitalmarktbedingungen bislang noch nicht verbessert hätten, habe UniCredit ihr Ziel für den Gewinn je Aktie deutlich von bislang veranschlagten 0,66 Euro auf 0,52 bis 0,56 Euro revidiert (die Taxe der Analysten habe bei 0,58 Euro gelegen).

Folgende Pro-Punkte würden die Analysten für UniCredit aufzählen: Trotz der Enttäuschungen im Investmentbanking sei das Ergebnis im ersten Quartal 2008 solide gewesen, denn die übrigen Sparten Retail (VSt.-Ergebnis +11,7%), CEE (+36,8%), Private Banking (+15%) hätten überzeugen können. Vor allem CEE habe wie seit Quartalen überproportionale Zuwachsraten erbracht. Diese Region dürfte weiterhin ein wesentlicher Ertragstreiber bleiben, da dort das Wirtschaftswachstum verhältnismäßig hoch sei. Außerdem verlaufe die Capitalia–Integration besser als erwartet. Die kartellbedingten Veräußerungen von 184 Filialen in Italien hätten einen Erlös von 747 Mio. Euro gebracht, womit sich die Tier-1-Ratio um 11 Stellen verbessert habe (März 08: 5,5%, Ultimo 07: 5,8%). Ferner würden eine strikte Kostenkontrolle, hohe Effizienz und gute Asset Qualität ein Kennzeichen von UniCredit bleiben.


Folgende Contra-Punkte würden die Analysten für UniCredit aufzählen: Das Deutschlandgeschäft mit der HVB, wo das Investmentbanking gebündelt sei, habe im ersten Quartal 2008 enttäuscht. Im Bereich Markets & Investmentbanking (MIB) seien 1 Mrd. Euro Abschreibungen angefallen, davon 642 Mio. Euro auf ABS-Bestände. Der Vorsteuer-Verlust liege hier bei 696 Mio. Euro (nach +984 Mio. Euro). Zudem habe der CEO den Gewinn je Aktie für 2008 von 0,66 Euro auf 0,52 bis 0,56 Euro revidiert. Die Analysten hätten bereits mit 0,58 Euro gerechnet, aber ein weiterer Anpassungsbedarf sei nötig. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass wegen der Finanzkrise weitere Abschreibungen auf "normale" Wertpapierbestände anfallen würden, da vor allem die Liquidität in vielen Marktsegmenten stark eingeschränkt sei.

Auf Grund der kurzfristig moderateren Gewinnperspektive hätten die Analysten die Gewinnprognosen und das Kursziel reduziert.

Die Analysten der SEB senken das Kursziel von 5,60 auf 5,40 Euro und bewerten die UniCredit-Aktie mit "buy". (Analyse vom 28.05.2008)
(28.05.2008/ac/a/a)


Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.




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