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Credit Suisse Underperformer


10.12.2001
LB Baden-Württemberg

Anja Ostrinsky, Analystin der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), bewertet die Credit Suisse-Aktie (WKN 876800) mit Underperformer.

Die Schweizer Großbank gehöre zu den größten Vermögensverwaltern weltweit. Anders als die meisten ihrer Konkurrenten bekenne sich die Credit Suisse zum Allfinanzkonzept. Im Versicherungsgeschäft sei sie mit der Winterthur vertreten. Die Credit Suisse First Boston (CSFB) betreibe das Investment-Banking-Geschäft des Konzerns, das durch die Übernahme der US-Investment-Bank Donaldson, Lufkin & Jenrette (DLJ) ausgebaut worden sei.

Einmal jährlich werde Analysten und Investoren die Strategie des Konzerns und der einzelnen Unternehmensbereiche vom Management erläutert. Wie bereits im Sommer bekannt gegeben, werde die Credit Suisse ab 2002 ihre bislang vier Unternehmensbereiche zu zwei Bereichen zusammenfassen. Dabei werde das Asset Management der CSFB zugeordnet. Das Private Banking werde in den Unternehmensbereich Credit Suisse Financial Services (CSFS) integriert.


Zudem seien innerhalb des Bereichs CSFS Umstrukturierungen vorgesehen. Die bislang für CSFS in Folge der neuen Struktur erwarteten Kosteneinsparungen und Synergieeffekte von 400 bis 500 Mio. Schweizer Franken seien aktuell auf 600 bis 650 Mio. Schweizer Franken angehoben worden. Zukünftig liege eine Priorität des Unternehmensbereichs im Ausbau des derzeit im Aufbau befindlichen Geschäfts mit vermögenden Kunden in Europa.

Um der unbefriedigenden Kostensituation von CSFB zu begegnen und die Einheit flexibler für Marktschwankungen zu machen, wolle ihr neuer CEO John Mack unter anderem mit Hilfe des Abbaus von mehr als 2.400 Arbeitsplätzen und der Abschaffung vertraglich gesicherter Boni die Kosten der Einheit im kommenden Jahr um mindestens 1,7 Mrd. Schweizer Franken senken. Für den Konzern und die einzelnen Bereiche seien im Zusammenhang mit der geplanten Umstrukturierung, aber auch dem veränderten wirtschaftlichen Umfeld, neue langfristige Ziele veröffentlicht worden. So sei das Konzernziel für den operativen ROE von 18 bis 22% auf 15 bis 20% gesenkt worden.

Die Neuorganisation des Konzerns in nur noch zwei Unternehmensbereiche und vor allem die neue Struktur des Unternehmensbereichs CSFS erachte man als sinnvoll. Die engagierten Kostensenkungsbestrebungen des neuen CSFB-CEOs John Mack schätze man gerade auch vor dem Hintergrund des sehr schwachen dritten Quartals als notwendig und aussichtsreich ein. Für das vierte Quartal blieben die Aussichten für die Investmentbanking-Einheit jedoch noch unverändert schlecht.

Trotz ihrer grundsätzlich guten strategischen Ausrichtung trauen die Experten der LBBW der Credit-Suisse-Aktie auf dem nach dem September-Einbruch wieder deutlich erhöhten Kursniveau weiterhin nur eine Underperformance gegenüber dem Stoxx-50-Index zu.




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