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Lenovo spekulativer Kauf 07.11.2007
Aktienservice Research
Bad Nauheim (aktiencheck.de AG) - Nach Ansicht der Experten von "Aktienservice Research" ist die Lenovo-Aktie (ISIN HK0992009065 / WKN 894983) ein spekulativer Kauf.
Lenovo sei nicht nur der größte PC-Hersteller Chinas, sondern auch seit der Übernahme der PC-Sparte von IBM der drittgrößte weltweit. Daneben sei die Gesellschaft wirtschaftlich erfolgreich, wie die letzten Quartalszahlen beweisen würden und es sich auch in der Aktienperformance widerspiegle. Jüngst habe der Kurs an der Heimatbörse in Hongkong ein Niveau erreicht wie zuletzt im September 2000. Ein Ende der kräftigen Aufwärtsbewegung seit Jahresbeginn scheine aber noch nicht erreicht.
Sei Lenovo an der Börse bis Ende der 90er Jahre nicht so sehr beachtet worden, habe sich dies schlagartig im Jahr 2004 geändert. Damals habe das chinesische Unternehmen angekündigt, die PC-Sparte von keinem anderen als "Big Blue" IBM übernehmen zu wollen. Von der Untergrabung des amerikanischen IT-Sektors sei damals gesprochen worden.
Von Analysten bis hin zu hohen Regierungsbeamten sei man sich einig gewesen, dass diese Übernahme eigentlich nicht gehen könnte. Alles nur ideologisch begründet, denn der Stolz der Amerikaner sei durch diese Übernahme mit der immer weiterlaufenden Globalisierung konfrontiert worden. Es sei schlicht und einfach das erste Mal gewesen, das Chinesen Amerikaner übernommen hätten - und nicht andersrum. Schließlich sei IBM in den USA Kult. Denn das Unternehmen sei es gewesen, das mit dem IBM-PC von 1981 das Synonym für die ganze Gerätegattung (PCs) gebildet und den entwicklungstechnischen Grundstock für die derzeit gängige PC-Architektur gelegt habe.
Im Jahr 2005 sei es dann soweit gewesen. US-Behörden hätten die über 1,7 Mrd. US-Dollar schwere Übernahme genehmigt. Heute liege das Produktionsvolumen von Lenovo bei knapp zwölf Mio. Geräten im Jahr. Neben PCs ("ThinkCentres") und Notebooks ("ThinkPads") stelle das Unternehmen Monitore, Beamer, Server, Handheld-Computer und Mobiltelefone her und fungiere als Internet Service Provider.
Der Hauptsitz von Lenovo befinde sich nun im amerikanischen Raleigh. Darüber hinaus habe das Unternehmen eine Hauptniederlassung in Peking (China). Lenovo verfüge über eine globale Vertriebsorganisation. Mehr als 20.000 Mitarbeiter seien derzeit bei Lenovo beschäftigt. Doch nach der Übernahme der IBM-Sparte hätten die Chinesen das einzig Richtige getan: Sie hätten mit IBM eine strategische Partnerschaft geschlossen und könnten somit Firmenkunden ein umfassendes PC-Produktportfolio und eine durchgängige Palette von Serviceleistungen offerieren. Lenovo könne damit seinen Kunden anbieten, weltweit auf IBM Service-Organisation und globale Finanzdienstleistungen zugreifen zu können.
Neben dem Geschäft mit Unternehmenskunden wolle Lenovo nun auch groß in das Verbrauchergeschäft einsteigen. Bisher sei man auf den Vertrieb von Fachhändlern fokussiert gewesen. Nun sei man hier in Deutschland bemüht, ab Anfang kommenden Jahres mit seinen Notebooks und Desktop-Rechnern bei den großen Elektronikketten wie beispielsweise Media Markt und Saturn vertreten zu sein.
Lenovo werde in ganz Europa seine Computer durch "große Verkaufsketten" anbieten, habe Chairman Yang Yuanqing jüngst in Peking erklärt, und Deutschland sei einer der wichtigsten Märkte. Daher werde Lenovo wohl, so Analysten, das Olympia-Marketing massiv zum Markteinstieg in Europa nutzen, da Lenovo einer der größten Sponsoren der Olympischen Spiele 2008 in Peking sei. Unverändert wolle man aber die Lenovo-Produkte als Premiummarke verkaufen und sich gegenüber dem bisherigen Marktführer bei Laptops in Deutschland, Fujitsu Siemens, etablieren.
Man dürfe gespannt sein, wie die Gesellschaft es anpacke, den billigeren Produkten der Konkurrenz Marktanteile mit ihren Laptops abzunehmen. Doch Lenovo sei auch ohne diese strategische (Neu-)Ausrichtung in Deutschland und Europa erfolgreich. Die jüngsten Quartalszahlen würden es belegen. Im zweiten Fiskalquartal habe der größte PC-Hersteller Chinas seinen Gewinn gegenüber dem Vorjahresquartal um 177% steigern können. Über 105 Mio. US-Dollar habe man verdient und damit die Analystenschätzungen von 88 Mio. US-Dollar bei weitem übertreffen können. Der Umsatz habe sich um 19% auf 4,4 Mrd. US-Dollar erhöht. Auf Sicht des ersten Halbjahres sei der Nettogewinn sogar um fast 300% von 43,09 auf 172,09 Mio. US-Dollar geklettert. Lenovo begründe diese Zahlen mit Stellenstreichungen und gewonnenen Marktanteilen.
Die Börse habe zuletzt die guten Zahlen honoriert und trotz der zuletzt kräftig gestiegenen Kurse sei weiteres Potenzial vorhanden. Zwar sei die Bewertung mit einem KGV von über 30 nicht billig, doch sollten die positiven Gewinnaussichten und die fundamentale Hintergrundstory bei Lenovo allemal passen, um die Aktie als vielversprechendes Investment einzustufen. Allerdings sollten sich die Investoren des doch eher spekulativen Charakters bewusst sein und entsprechend eine dem eigenen Risiko angemessene Absicherungsstrategie verfolgen.
Die Experten von "Aktienservice Research" empfehlen die Aktie von Lenovo zum spekulativen Kauf. (Global Markets Ausgabe 365 vom 06.11.2007) (07.11.2007/ac/a/a)
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