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Merck & Co kaufen 31.10.2007
Aktienservice Research
Bad Nauheim (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "Aktienservice Research" raten die Aktie von Merck & Co (ISIN US5893311077 / WKN 851719) zu kaufen.
Der amerikanische Pharmakonzern habe in den vergangenen Jahren vor allem wegen des Vioxx-Skandals in negativem Rampenlicht gestanden. Immer wieder gebe es neue Nachrichten in diesem Zusammenhang, wie tausende Klagen und die damit verbundenen Gerichtsentscheidungen. Trotz allem würden die Geschäfte prächtig laufen, wie auch die jüngsten Quartalszahlen zeigen würden. Davon habe in den vergangenen Monaten auch der Aktienkurs profitiert, der sich nach dem Zwischentief im Oktober 2005 deutlich habe erholen können. Ein Trend, der sich in den nächsten Monaten fortsetzen könnte, Merck & Co bleibe ein defensives und aussichtsreiches Investment, trotz des noch nicht abgeschlossenen Kapitels Vioxx.
Die Erfolgsgeschichte von Merck & Co habe bereits im 17. Jahrhundert in Deutschland begonnen. Friedrich Jacob Merck habe damals eine Apotheke in Darmstadt erworben und damit letztlich auch eine Expansionsgeschichte begonnen, die im Jahr 1887 den Sprung nach Amerika geschafft habe. Bereits 1912 habe Merck auch seine erste Apotheken-Filiale in Kanada eröffnet.
Infolge des durch den Ersten Weltkrieg bedingten erhöhten Arzneimittelbedarfs und der erschwerten Reise- und Kooperationsbedingungen zwischen der deutschen Mutterfirma und ihrer US-Tochter habe Merck in Amerika eine selbstständige Produktentwicklung begonnen. Die amerikanischen Forscher hätten so erfolgreich gearbeitet, dass die Gesellschaft in den 30er Jahren dort ein zentrales Forschungslabor eingerichtet habe. Dies sei der Grundstein für den stetigen Erfolg des heutigen US-Konzerns gewesen. Aus der ursprünglich amerikanischen Tochter des Darmstädter Pharmakonzerns Merck KGaA sei 1917 dann ein unabhängiges Unternehmen geworden, das heute zu den fünf größten Arzneimittelherstellern weltweit gehöre - mit rund 65.000 Mitarbeitern in über 140 Ländern.
Merck erforsche, entwickle und produziere eine sehr breite Palette von Produkten und Dienstleistungen. Die Schwerpunkte lägen dabei auf Produkten in den Anwendungsgebieten Schmerzbehandlung, Dermatologie, Neurologie, Infektionen, Herz/Kreislauf, Cholesterinsenkung und Innere Medizin. Der Cholesterinsenker Zocor beispielsweise, dessen Patentschutz letztes Jahr in den USA ausgelaufen sei, sei lange das umsatzstärkste Medikament des Unternehmens gewesen. Zeitweise sei es sogar das weltweit umsatzstärkste Präparat gewesen.
Dunkle Wolken habe es über dem bis dato sonnigen und erfolgreichen Konzernhimmel im Jahr 2004 gegeben. Damals habe Merck das Schmerzmittel Vioxx, einen so genannten COX2-Inhibitor, vom Markt nehmen müssen. Dem Unternehmen sei vorgeworfen worden, über mehrere Jahre von den erhöhten Risiken hinsichtlich der Schlaganfälle und Herzinfarkte durch Vioxx gewusst zu haben.
Daher sei Merck in mehr als 26.000 Einzelverfahren in den USA verklagt worden. Einer der spektakulärsten Prozesse sei bisher jener um den Tod eines 59 Jahre alten Texaners gewesen, welcher möglicherweise durch Vioxx verursacht worden sei. Hier sei der US-Konzern anfangs zu einer Zahlung von 253 Mio. US-Dollar an dessen Witwe verurteilt worden. Dies habe aber nicht aufrecht gehalten werden können.
Trotz des Vioxx-Skandals und der Einbußen durch den Wegfall des Medikaments habe sich Merck nicht unterkriegen lassen und arbeite nach wie vor operativ sehr erfolgreich. Dafür sprächen auch die jüngst vorgelegten Zahlen für das dritte Quartal. Wegen der insgesamt stark gewachsenen Medikamentennachfrage habe der Konzern mehr verdient, als erwartet.
Der Nachsteuergewinn habe sich von 0,94 Mrd. US-Dollar auf 1,53 Mrd. US-Dollar verbessert. Im Vorjahreszeitraum hätten Rückstellungen von fast 600 Mio. US-Dollar für Gerichtskosten im Zusammenhang mit Vioxx die Gewinne belastet. Auf die einzelne Aktie gerechnet habe sich der Gewinn vor Sonderposten von 0,51 US-Dollar auf 0,75 US-Dollar erhöht, während die durchschnittlichen Marktschätzungen nur bei 0,69 US-Dollar gelegen hätten. Beim Umsatz habe Merck ein Plus von 5,4 Mrd. US-Dollar auf 6,07 Mrd. US-Dollar geschafft.
Angekurbelt worden seien die Geschäfte insbesondere durch das Asthma-Mittel Singulair, dessen Erlöse um 17% auf eine Milliarde US-Dollar geklettert seien, sowie die beiden Cholesterin-Mittel Zetia und Vytorin, die zusammen ein Plus von 26% auf 1,3 Mrd. US-Dollar hätten verbuchen können.
Angesichts dieser starken Steigerungen könnte man somit sagen, dass bei dem Konzern fast wieder alles in Ordnung zu sein scheine - und dies, obwohl die Vioxx-Geschichte noch lange nicht ausgestanden sei. Erst im letzten Monat habe der US-Bundesstaat und die Stadt New York Klage gegen Merck eingereicht. Der Klageschrift zufolge hätten die staatlichen Versicherungsprogramme mehr als 100 Mio. US-Dollar für Vioxx-Rezepte an Patienten mit bereits bestehenden Herzproblemen gezahlt. Das wäre nicht geschehen, wenn die Risiken bekannt gewesen wären, heiße es.
Konzernchef, Richard Clark, habe sich trotz der jüngsten Vioxx-Klagen optimistisch für die Zukunft geäußert: Die Zahlen zum dritten Quartal würden den kontinuierlichen Fortschritt widerspiegeln, den Merck darin mache, seine Strategie umzusetzen, habe er gesagt. Außerdem habe er die Prognosen erhöht. Das Unternehmen rechne nun für das Gesamtjahr mit einem Ergebnis je Aktie (EPS) zwischen 2,87 US-Dollar und 2,93 US-Dollar. Die Gewinnprognose vor Sonderposten sei auf 3,08 US-Dollar bis 3,14 US-Dollar je Aktie erhöht worden, bislang habe die Zielspanne bei 3,00 US-Dollar bis 3,10 US-Dollar gelegen.
Fundamental betrachtet scheine es somit operativ glänzend zu laufen. Zwar gebe es einige Risiken im Zusammenhang mit den Vioxx-Klagen, diese sollten aber von den Investoren, da bekannt, berücksichtigt sein. Insgesamt präsentiere sich Merck somit als defensiver und aussichtsreicher Wachstumswert. Mit einem KGV (2008e) von 17 erscheine die Aktie im Branchenvergleich zudem günstig bewertet. Die Dividendenrendite von knapp 3% sei ebenso nicht zu verachten, so dass langfristig orientierte Käufe in Erwägung gezogen werden könnten.
Hinzu komme auch aus charttechnischer Sicht ein positives Bild. Seit dem Zwischentief im Oktober 2005 habe sich ein Aufwärtstrend ausgebildet und die Aktie habe sich zuletzt dem Widerstand bei 60 US-Dollar genähert, der aus dem Zwischenhoch vom Juni 2003 resultiere. Ein Ausbruch darüber könnte Kräfte für einen weiteren Anstieg mobilisieren.
Die Experten von "Aktienservice Research" empfehlen die Aktie von Merck & Co zu kaufen. (Aktien Ausgabe 364 vom 30.10.2007) (31.10.2007/ac/a/a)
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