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ABN Amro Underperformer


13.11.2001
LB Baden-Württemberg

Die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg stufen die Aktien von ABN Amro (WKN 880026) als Underperformer ein.

Neben ihrem Heimatmarkt verfüge die niederländische Großbank ABN Amro über nennenswerte Filialnetze in den USA und Brasilien, aber auch in Thailand und Ungarn. Anfang 2001 sei das Unternehmen in die nach Kundensegmenten gebildeten drei Bereiche Wholesale Clients (Corporate & Investment Banking), Private Clients & Asset Management sowie Consumer & Commercial Clients neu untergliedert worden.


In den ersten neun Monaten habe die ABN Amro ein Nettoergebnis in Höhe von 2,8 Mrd. Euro erwirtschaftet. Bereinigt um den Gewinn aus dem Verkauf der Tochter European American Bank (EAB) in Höhe von 962 Mio. Euro habe gegenüber dem Vorjahr ein Ergebnisrückgang von 24% auf 1,8 Mrd. Euro verzeichnet werden können. Das operative Ergebnis vor Risikovorsorge des dritten Quartals habe die beiden Vorquartale nur moderat unterschritten (-5%). Aufgrund der wegen Abschreibungserfordernissen im Bereich Wholesale Clients deutlich erhöhten Risikovorsorge und der kräftig gestiegenen Steuerbelastung, die unter anderem aus steuerlich nicht abzugsfähigen Abschreibungen beim Private-Equity-Portfolio resultiert habe, habe der Rückgang beim Nettoergebnis dagegen bei rund 30% gelegen.

Aufgrund des veränderten wirtschaftlichen Umfelds habe die ABN Amro im Oktober ihre Prognose für ihr Nettoergebnis 2001 (ohne EAB-Veräußerungsgewinn) von 2,7 Mrd. Euro auf 2,3 Mrd. Euro gesenkt. Grund hierfür seien vor allem eine höhere erwartete Kreditrisikovorsorge sowie verstärkter Abschreibungsbedarf gewesen. Die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg passen ihre 2001er Prognosen dementsprechend an. Für die Risikovorsorge, die man nun mit 1,17 Mrd. Euro ansetze, rechne man mit einer Vorsorgequote von 43 Basispunkten bezogen auf die Risikoaktiva. Die Erwartungen für den Gewinn je Aktie 2001 würden von 1,73 Euro auf 1,56 Euro gesenkt. Auch den für 2002 erwarteten Gewinn je Aktie passe man angesichts der eingetrübten wirtschaftlichen Aussichten von 2,12 Euro auf 1,79 Euro an.

Das Ergebnis des dritten Quartals sei vor allem bei der Risikovorsorge und beim Abschreibungsbedarf vom weiter eingetrübten wirtschaftlichen Umfeld geprägt worden. Die Ergebnisprognosen für 2001 und 2002 habe man daher nach unten angepasst. Die bereits angekündigte Restrukturierung und Redimensionierung des Bereichs Wholesale Clients werde von den Analysten ebenso wie die in Umsetzung befindliche Restrukturierung des niederländischen Retail-Geschäfts positiv beurteilt.

Auf die Ergebnisrechnung sollten sich die Maßnahmen jedoch erst mittelfristig auswirken, so dass die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg die Aktie der ABN Amro weiterhin als Underperformer einstufen.




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