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Swiss Re neutral


28.09.2001
Helaba Trust

Die Analysten von Helaba Trust bewerten die Aktie der Swiss Re (WKN 852246) mit neutral.

Die Schweizer Rück sei im Rückversicherungsgeschäft weltweit die Nummer zwei. Im Leben-Geschäft nehme sie mit geschätzten 25 Prozent Marktanteil sogar die Führungsposition ein. Der Konzern verfüge über ein regional sehr ausgewogenes Portfolio, das eine gute Risikodiversifizierung sowohl hinsichtlich Marktzyklen als auch Einzelergebnissen, etwa großen Naturkatastrophen biete. Mit der angekündigten Akquisition der Lincoln Re werde das Lebenrückgeschäft in den USA weiter ausgebaut. Zurückziehen wollten sich die Schweizer dagegen aus Randbereichen. So solle der niederländische Kreditversicherer NCM an die Gerling-Gruppe verkauft werden.


Das Nettoergebnis sei im ersten Halbjahr 2001 mit 1,35 Mrd. CHF deutlich hinter dem außergewöhnlich hohen Halbjahresüberschuss 2000 (3,01 Mrd. CHF) zurückgeblieben. Verantwortlich hierfür sei der Rückgang der realisierten Kursgewinne um fast 75% auf 884 Mio. CHF gewesen. Im Schadens- und Unfallrückversicherungsgeschäft, in dem 55% der Prämien erzielt würden, sei das operative Ergebnis angesichts niedriger Kapitalerträge um 66% auf 1,03 Mrd. CHF gesunken, die Combined Ratio habe sich von 110% auf 113% verschlechtert. In der Lebensrückversicherung (37% der Gesamtprämien) sei das operative Ergebnis um 15% auf 842 Mio. CHF gesunken. Im Hinblick auf die Terroranschläge in den USA hätten die Schweizer nunmehr die Schadensleistungen nach Steuern auf 2 Mrd. CHF nach oben korrigiert.

Mit Blick auf die Schadensbelastung haben die Börsenkenner der Helaba Trust das Ergebnis für das laufende jahr nach unten revidiert. Dabei gehe man davon aus, dass die Schweizer zur Ergebnisglättung ca. 500 Mio. CHF aus den Schwankungsrückstellungen entnehmen würden. Der Kursrückgang nach den Terroranschlägen sollte den potenziellen Schadensbelastungen mehr als Rechnung getragen haben. Entscheidender für den Titel sei jedoch die künftige Entwicklung an den Finanzmärkten. Bei einem weiteren Kursverfall an den Aktienmärkten dürfte das Unternehmensziel, einer 7%igen Nettoverzinsung, in Zweifel gezogen werden. Dagegen sei das fundamentale Branchenumfeld für Rückversicherer günstiger geworden. Hier erwarte man in den kommenden Erneuerungsrunden kräftige Prämienerhöhungen. Einer erhöhten Nachfrage nach Rückversicherungsleistungen von Seiten der Erstversicherer dürfte eine abnehmende Kapazität gegenüberstehen. Die Schweizer würden wie die Münchener Konkurrenz angesichts der guten Kapitalausstattung überproportional davon profitieren können. Kurzfristig dürfte sich jedoch die geplante Kapitalerhöhung zur Finanzierung der Lincoln Re-Akquisition belastend auswirken.

Die Aktienexperten der Helaba Trust raten daher zu einer neutralen Gewichtung der Aktie der Swiss Re.



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