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Vortag |
Veränderung |
Datum/Zeit |
| 37,90 € |
38,25 € |
-0,35 € |
-0,92 % |
17.04/17:42 |
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| ISIN |
WKN |
Jahreshoch |
Jahrestief |
| LU0061462528 |
861149 |
- € |
- € |
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RTL Group Underperformer 27.09.2001
WGZ-Bank
Die Analysten der WGZ-Bank stufen die Aktien der RTL Group (WKN 861149) nach wie vor als Underperformer ein.
Das im Jahr 2000 aus dem Zusammenschluss von CLT-UFA und Pearson TV hervorgegangene Unternehmen sei Europas größter Privatsender. Die Aktivitäten der RTL Group würden neben dem Kerngeschäft TV und Radio auch die Bereiche New Media und Content Production beinhalten. Obwohl das Unternehmen in den meisten europäischen Ländern präsent sei und über verschiedene Standbeine verfüge, würden die am 19.09.2001 veröffentlichten negativen Zahlen erkennen lassen, dass die Abhängigkeit der Werbewirtschaft von gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen unverändert hoch sei und kaum diversifiziert werden könne.
Der Zusammenschluss von CLT-UFA mit Pearson TV werde mit Sicherheit zu Synergieeffekten führen, aber nach Ansicht der Experten nicht kurzfristig, sondern eher über einen längern Zeitraum. Die Ursache hierfür sehe man in den zur Zeit noch sehr weit verstreuten Aktivitäten des Unternehmens und dem Umstand, dass es sich bei einigen Projekten um Minderheitsbeteiligungen handele, deren Kontrolle entsprechend schwer falle.
Der geringe Free Float der RTL Group, aktuell 11%, habe bislang potentielle Investoren zögern lassen, ein Investment einzugehen. Die Ankündigung von Didier Bellens, CEO der RTL Group, den Free Float kurzfristig durch die Ausgabe von 2,3 Millionen Aktien (ungeachtet des erzielbaren Aktienkurses) auf 15% anzuheben, sei als ein Schritt in die richtige Richtung zu werten. Dies geschehe nach Meinung der Analysten jedoch primär vor dem Hintergrund, dass weder Bertelsmann noch Pearson bereit seien, eigene Anteile zu den momentan erzielbaren Kursen abzugeben, und eine baldige Erhöhung des Free Float zwingend notwendig sei, um den Ausschluss aus dem FTSE 100 zu verhindern.
Wie von den Experten erwartet sei die Beitragsentwicklung in den Segmenten TV und Radio enttäuschend ausgefallen (EBITDA –26,8% auf 235 Mio. Euro) und habe in Verbindung mit der sehr hohen Goodwill Abschreibung für Pearson TV (2,3 Mrd. Euro) zu einem Nettoergebnis von –2,31 Mrd. Euro geführt. (VJ +87 Mio. Euro). Nach wie vor erwirtschafte das Unternehmen mehr als 70% seines Umsatzes auf dem Werbemarkt und dies werde sich trotz aller Bemühungen, weitere Standbeine (interaktives TV, Homeshopping, etc.) aufzubauen oder zu erweitern, auf kurze Sicht nicht ändern lassen.
Auch weitere Kostensenkungsmaßnahmen würden nicht in der Lage sein den derzeitigen Auftragsschwund zu kompensieren. Aufgrund der anhaltend schlechten Entwicklung des Werbemarktes in Europa und den USA gehe man davon aus, dass auch im weiteren Verlauf 2001 keine Besserung des Geschäftsklimas für die RTL Group – konform mit der gesamte Medienbranche - zu sehen sein werde.
Zu den vorwiegend konjunkturell bedingten Einbrüchen bei den Werbeeinnahmen würden weitere Ausfälle durch die tragischen Ereignisse vom 11.09.2001 kommen. Wie fast alle TV-Sender habe auch die RTL-Group in den beiden ersten Tagen nach den Anschlägen praktisch ununterbrochen Sondersendungen ausstrahlen lassen und auf Werbung verzichtet. Auch in den folgenden Tagen sei durch das Senden von entsprechenden Specials und verlängerten Nachrichten das Werbevolumen weiter reduziert worden. Man gehe davon aus, dass mit Einnahmeverlusten in Millionenhöhe zu rechnen sei.
Aufgrund des weiterhin lustlosen Werbemarktes und den anhaltend negativen gesamtwirtschaftlichen Aussichten behalten die Analysten der WGZ-Bank ihre Einstufung als Underperformer bei.
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