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17.09.2001
Hornblower Fischer

Der größte US-amerikanische Energieversorger Enron (WKN 851914) hat seit Jahresbeginn eine Kurseinbuße von rund 60% hinnehmen müssen, berichten die Analysten von Hornblower Fischer.

Der drastische Kursverfall habe wesentlich dazu beigetragen, dass im August der CEO nach nur sechsmonatiger Amtszeit zurücktrat. Zudem leide das Breitbandkabelgeschäft des Unternehmens besonders unter der seit letztem Jahr eingesetzten Konjunkturabschwächung in den USA. Gleichwohl handele es sich im Konzernverbund dabei nur um einen sehr kleinen Geschäftsbereich, während derzeit rund 97% des Umsatzes und etwa 90% des ausgewiesenen EBIT auf den Großhandel mit Strom und Gas entfallen. Dabei habe Enron im 2. Quartal 2001 seinen Nettogewinn im Vergleich zum 2. Quartal des Vorjahres um 40% auf 404 Mio. US-Dollar steigern können. Allerdings seien darin auch Erlöse aus dem Verkauf von drei Kraftwerken eingeflossen, während Enron die aktuelle Entwicklung des operativen Geschäfts nicht eindeutig ausgewiesen habe. In jedem Fall verfüge das Unternehmen jedoch nach wie vor über eine ausgezeichnete Marktposition in Nordamerika und dürfte einer der Hauptprofiteure der Liberalisierung der europäischen Strom- und Gasmärkte sein.

Enron treffe dabei zwar auf den erbitterten Widerstand der etablierten großen Versorgungsunternehmen, wodurch insgesamt die Margen unter Druck geraten. Die Analysten von Hornblower Fischer gehen jedoch davon aus, dass sich Enron hier über die nächsten Jahre einen erheblichen Marktanteil erobern kann. Selbst wenn dabei nach den Erwartungen der Analysten von Hornblower Fischer die bisherigen hohen Wachstumsraten nicht aufrechterhalten werden können, sehe man das Unternehmen als langfristig interessantes Investment und auf Jahressicht auf dem aktuellen Niveau eine gute Kaufgelegenheit für die Aktie. Unterstützt werde dies nicht zuletzt dadurch, dass Enron mit Greg Whalley Ende August einen erfahrenen Manager zum neuen Vorstandsvorsitzenden berufen habe.

Ungeachtet der in nächster Zeit nach den Terroranschlägen in den USA zu erwartenden starken Kursschwankungen befinde sich die Enron-Aktie bei einem Kurs von rund 33 US-Dollar und einem KGV von etwa 20 für das laufende Jahr nach Einschätzung der Analysten von Hornblower Fischer auf einem günstigen Einstiegsniveau. Das Rating laute daher "kaufen".


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