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Schneider untergewichten


14.09.2001
Helaba Trust

Erhard Schmitt von Helaba Trust stuft die Aktien von Schneider (WKN 860180) auf "untergewichten" ein.

Der französische Elektrokonzern Schneider werde am 18. September die bereits bekannten Umsatzzahlen durch den Ertragsbericht für das erste Halbjahr 2001 ergänzen. In den vergangenen Jahren seien die Erlös- und noch stärker die Ergebnisbeiträge im 1. Halbjahr jeweils geringer als im 2. Halbjahr gewesen. Ob dies im laufenden Jahr ebenfalls der Fall sein werde, sei fraglich. Immerhin lege der noch vergleichsweise gute Start und die ab dem 2. Quartal spürbare Konjunkturabkühlung dieses Mal einen umgekehrten Verlauf nahe. Die positiven Basiseffekte des ersten Semesters würden jedenfalls mit großer Sicherheit im weiteren Verlauf verloren gehen.


Entscheidende Impulse auf die Notierung werde der Ausblick des Unternehmens aussenden. Dieser müßte für das 2. Halbjahr eine höhere Prognosegenauigkeit aufweisen als die Plandaten der wesentlich früher Bericht erstattenden Konkurrenten. Schließlich bestehe prinzipiell nur noch Unsicherheit über die Entwicklung im Schlußquartal. Aus diesem Grund seien auch Auswirkungen auf die Papiere der Peers denkbar, die sich dann wieder Mitte/Ende Oktober zu Wort melden. Die zuletzt hohe EBIT-Marge (2000: 13,4%) von Schneider erscheine besonders angreifbar. Mit der bisherigen Rücknahme des Jahresziels von 14% auf 13% dürfte es unabhängig von den Auswirkungen der Terroranschläge in den USA noch nicht getan sein.

Zwar habe der Standpunkt der Schneider-Optimisten unter den Marktbeobachtern, im Kursabschlag von 35% während der vergangenen vier Monate seien die Risiken bereits adäquat abgebildet, durchaus seine Berechtigung. Im Falle einer markanten Planrevision könne es gerade im Elektroniksektor aber nochmals zu Terrainverlusten kommen. Dies würden die Erfahrungen mit ABB (CH), Emerson oder Rockwell (beide USA), von denen die Schneider-Aktie freilich bereits negativ tangiert wurde. Trotz mittlerweile entspannter Bewertungssituation haben die Analysten des Helaba Trusts vor diesem Hintergrund ihr negatives Votum für den Titel bislang nicht revidiert, zumal die kartellrechtliche Entscheidung über den Zusammenschluß mit Legrand noch immer auf sich warten läßt. Sie sei jetzt für Mitte Oktober terminiert.

Es stelle sich auf strategische Sicht jetzt verstärkt die Frage, ob die horrenden Kursabschläge in den vergangenen Tagen nicht eine Übertreibung darstellen. Zwar würde ein verschärfter Nachfrageeinbruch in den USA, mit Folgewirkungen auf das abflauende europäische Geschäft, zunächst kräftig auf die Marge drücken. Gleichzeitig stiege aber, auch mit dem Rationalisierungsbedarf bei den Kunden im Verarbeitenden Gewerbe, die Chance auf eine rasche Wende. Hiervon könnte der Elektronikausrüster mittelfristig profitieren.

Dennoch stufen die Analysten des Helaba Trusts die Aktien von Schneider auf "untergewichten" ein.




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