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Merck & Co chancenreich


16.10.2006
Geldanlage-Report

Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - Die Experten vom "Geldanlage-Report" halten die Aktie von Merck & Co (ISIN US5893311077 / WKN 851719) für ein chancenreiches Investment.

Alle Welt kümmere sich nur um den Vioxx-Skandal. Dabei habe der US-Pharma-Riese schon längst neue Highflyer in der Pipeline und die Aktie laufe exzellent.

Schon interessant, wie Medien manchmal die Wahrnehmung verzerren könnten. Sobald der Name Merck & Co ins Spiel komme würden alle nur an den Skandal um das Schmerzmittel Vioxx denken. Sicher sei der Medienaufschrei teilweise berechtigt gewesen. Immerhin stehe das Präparat im Verdacht, bei gefährdeten Patienten Herzversagen mit ausgelöst zu haben.

Vollkommen außer Acht gelassen werde dabei, dass sich die Aktie im letzten Jahr zum besten Performer im Dow Jones entwickelt habe. Und das habe seine Gründe: So habe Merck & Co beispielsweise mit der Zulassung für den potenziellen Blockbuster Gardasil jüngst einen Riesenerfolg vermelden können. Gardasil sei ein Impfstoff, der vor dem gefährlichen Papilloma-Virus schütze, das wiederum Gebärmutterhalskrebs auslösen könne. Alleine in Europa seien im letzten Jahr 34.000 vorwiegend junge Frauen an dieser Krebsart erkrankt.


Zudem könnte die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA noch im Oktober die Zulassung für das Diabetes-Medikament Januvia erteilen. Auch diesem Medikament werde auf Basis neuester Erkenntnisse der Diabetes-Forschung (University of Toronto) Blockbuster-Potenzial eingeräumt (Blockbuster-Medikament = Umsätze lägen über 1 Milliarde US-Dollar pro Jahr).

Die zu erwartenden Umsatzausfälle nach dem Ablauf der Patente für die Cholesterol- bzw. Osteoporose-Mittel Zocor und Fosamax sollten damit mehr als wettgemacht werden können. Gleich zwei Analysten hätten während des dritten Quartals ihre Gewinnerwartungen für Merck angehoben.

Trotz allem würden im Zusammenhang mit dem Vioxx-Skandal nach wie vor Schadensersatzforderungen in Milliardenhöhe drohen. Die Ungewissheit über die letztendlich tatsächlich zu leistenden Zahlungen rechtfertige durchaus einen Bewertungsabschlag. Doch auch hier habe sich die Lage zuletzt etwas aufgehellt. Merck & Co habe zwei Gerichtsverhandlungen in Folge für sich entscheiden können. Zudem seien Sammelklagen aus dem Ausland in den USA gar nicht erst zugelassen worden.

Bisher sei der 90 Milliarden US-Dollar schwere Konzern erst einmal zu einer Schadensersatzzahlung verurteilt worden. Das Strafmaß sei hier mit einem Betrag von 51 Millionen US-Dollar allerdings recht heftig ausgefallen. Trotz des deutlichen Kursanstieges liege das 2006er/2007er-KGV aktuell bei moderaten 16 bis 17. Zudem winke eine stattliche Dividendenrendite von 3,6 Prozent.

Kurzfristig ist bei der Aktie von Merck & Co der Weg frei bis 45 US-Dollar (bzw. 35,70 Euro), so die Experten vom "Geldanlage-Report". Mittelfristig sollten auch 50 US-Dollar drin sein. (Ausgabe vom 15.10.2006) (16.10.2006/ac/a/a)



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