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Enron kaufen


06.07.2001
Sparkasse Essen

Die Analysten der Sparkasse Essen empfehlen die Aktien von Enron (WKN 851914) zum Kauf.

Mit dem Marktführer Enron lasse sich das Thema "Energieengpass USA" hervorragend spielen. Die Analysten erwarten ein Gewinnwachstum von 20-25 % p.a. Das starke Wachstum sei im letzten Jahr mit deutlicheren Bewertungsprämien honoriert worden. Darüber hinaus sehen die Analysten ein "faires KGV bei 30, mithin ein Kursziel von zunächst 60 US-Dollar. Sie meinen, dass Energieaktien in den Kundendepots zu gering gewichtet seien. Wer statt der eher behäbigen Ölwerte einen dynamischeren Wert suche, finde in Enron ein "power play" in der Nähe der Jahrestiefststände.

Vor zehn Jahren habe der US-Energiegigant Enron seine Gewinne allein auf dem Heimatmarkt USA und einigen Projekten in Großbritannien erzielt. Enron habe Pipelines betrieben und Energie erzeugt. Heute sei die aus Houston stammende Gesellschaft ein globaler Energiehändler, Lieferant und Verkäufer von Gas und Elektrizität, sowie anderer Rohstoffe und die Profits würden zunehmend im Ausland erzielt. Nach der Konsolidierung in Großbritannien setze Enron nun zum Sprung auf die seit Februar 1999 deregulierten Märkte Europas an. In den USA sei die Deregulierung von Gas 1994 und von Elektrizität 1996 erfolgt. Der Strategiewechsel von eigener Infrastruktur hin zum Handel habe zu einer Umverteilung der Erträge geführt, die nun zu 85 % aus dem Großhandel mit Energie und dem Risikomanagement stammen würden.

Nur noch 10 % der Gewinne würden mit dem "alten" Geschäft der Gaspipelines verdient. Die aktive Nutzung des Internets werde die Position Enron's weiter festigen: EnronOnline bewältige rund die Hälfte des Rohstoff-Umsatzes. Das Hauptaugenmerk gelte nun Europa: während der Gasmarkt in den USA auf 300 Mrd. US-Dollar Umsatz geschätzt werde, seien es in Europa 250 Mrd. US-Dollar, wo Enron erst 1/3 seines Handelsumsatzes erziele. Die Analysten würden sehr gespannt auf die Halbjahreszahlen am 12. Juli 2001 warten, wo das Europa-Geschäft im Vordergrund stehen dürfte.


Im ersten Quartal habe Enron über einen Gewinn von 406 Mio. US-Dollar (+ 20 %) berichtet. In einer Studie aus dem Jahr 2000 habe das Brokerhaus Merrill Lynch ermittelt, dass sich der globale Stromkonsum bis 2020 auf 27000 Terrawattstunden verdoppeln werde. Um die Nachfrage bedienen zu können, müsste die Produktionskapazität jedes Jahr um 170 Gigawattstunden erweitert werden. Dazu müsste jeden Tag ein mittelgroßes Kraftwerk neu ans Netz gehen. Die Energieversorger würden daher vor einem Umbruch stehen, der mit dem Internet-Boom vergleichbar sei.

Kein Wunder, dass auch deutsche Konzerne wie e.on oder RWE auf den interessantesten Markt, die USA, streben würden, um dort zu investieren. Kürzlich habe man in den Nachrichten die Energiekrise in Kalifornien erlebt, dort sei seit 16 Jahren kein Kraftwerk mehr gebaut worden. Die Analysten erwarten eine langfristige Sonderkonjunktur für US-Versorger, speziell Gas-Versorger. da es vornehmlich Gas-Kraftwerke sein würden, die die Engpässe überwinden helfen sollten.

Ein Energiehändler wie Enron fürchte vor allem eines: die Beschneidung seiner Aktivitäten durch politische Regulation. So seien nach der Kalifornien-Krise einige Politiker auf den Plan getreten, die eine Re-Verstaatlichung des Energiewesens fordern würden. Auch in Europa gebe es Stimmen, die vor einer zu schnellen Öffnung des Gasmarktes warnen würden. Solche politischen Bewegungen würden dem Aktienkurs der Enron Corp. schaden. Während die Analysten eine Umkehr in den USA nicht erwarten würden, werde die Marktöffnung in Europa nicht einfach werden. Dies müsse als Wachstumsrisiko gesehen werden. Vor allem die Durchleitungsgebühren in Deutschland seien nach wie vor sehr hoch. Gemessen an Großbritannien und USA, wo Enron selbst zu den großen Vermietern von Pipeline-Kapazitäten gehöre, würden die Durchleitungskosten hier noch ein Vielfaches ausmachen.

Bei einem Gewinnwachstum von 20 % p.a. betrage das KGV 24. Die sogenannte PEG-Ratio (KGV ./. Gewinnwachstum) betrage damit nur 1,2. Dies sei für einen Wachstumstitel niedrig, speziell bei einem niedrigen Kapitalmarktzinsniveau. Die Analysten sehen ein "faires KGV" bei rund 30 und erwarten daher Kurse um 60 US-Dollar.

Nach einer furiosen Kursentwicklung 2000 sei 2001 charttechnisch ein steiler Abwärtstrend eingeschlagen worden, der noch nicht ganz gebrochen sei. Aus dem Jahresende 1999 sei jedoch eine breite Unterstützungszone bei rund 40 US-Dollar erkennbar, die nach unten hin absichert sei. Der Ausbruch, der bei 51,10 US-Dollar geschafft wäre (dort liege die 38-Tage-Linie) bringe Kurspotential in die Region um 60 US-Dollar.




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