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Fortis halten


23.11.2005
National-Bank AG

Ute Haibach, Analystin der National-Bank AG, stuft die Fortis-Aktie (ISIN BE0003801181 / WKN 982570) unverändert mit "halten" ein.

Fortis habe heute - erstmals nach IFRS - sein Ergebnis zum Geschäftsgang in den ersten neun Monaten 2005 publiziert, welches die Konsenserwartungen übertroffen habe. Demzufolge sei die Summe der Erträge um 35,1% gegenüber dem Vorjahr auf 69,139 Mrd. EUR gewachsen, maßgeblich getrieben durch höhere Kapitalgewinne im Bankgeschäft. Der Nachsteuergewinn habe neben den gewachsenen Erträgen auch von unterproportional angestiegenen Kosten (+34%), einer gesunkenen Risikovorsorge (-31%) sowie Erstkonsolidierungseffekten der türkischen Disbank profitiert. Dies habe die negativen Desinvestitionseffekte (Verkauf von Seguros Bilbao und Assurant) jedoch nicht kompensieren können, so dass sich der Gewinnzuwachs "nur" auf 31,6% belaufen habe.

Dennoch habe der Nettogewinn mit 3,456 Mrd. EUR die Konsensprognose von 3,336 Mrd. EUR übertroffen. Der Großteil der Positivüberraschung sei auf das Bankgeschäft zurückzuführen. Hier sei das Ergebnis mit einem Plus von 43,1% auf 2,092 Mrd. EUR deutlich höher als erwartet (1,990 Mrd. EUR) ausgefallen. Aber auch der Versicherungsbereich habe, wenn auch in geringerem Umfang
(+10,1% auf 1,043 Mrd. EUR, Konsens: 994 Mio. EUR) positiv überrascht. Das Übertreffen der Markterwartungen bewerte man jedoch nicht über, weil die Prognose im Vorfeld mit einigen Unsicherheiten behaftet gewesen sei. Denn Fortis habe keine IFRS-Vergleichsdaten zum Vorjahresquartal publiziert. Gegenüber dem Vorquartal errechne sich ein Gewinnrückgang von 14%. Dies schreibe man im Wesentlichen saisonalen Effekten zu.


Der Kurs der Fortis-Aktie habe trotz der insgesamt soliden Zahlen für die
ersten neun Monate im Laufe des heutigen Tages dennoch 1,5% an Wert (EURO STOXX 50: +0,2%) verloren. Dies führe man auf die Ankündigung von Sonderbelastungen im vierten Quartal (200 Mio. EUR für den Umbau der Konzernspitze) sowie die gemischte Ergebnisqualität des dritten Quartals zurück.

Auch wenn man die Zahlen für das dritte Quartal als gemischt einstufe, würden die Daten für die ersten drei Quartale deutliche operative Verbesserungen (RoE: 23,3% nach 21,5%, AER: 57,8% nach 63,6%, SKQ: 95% nach 99%) belegen. Weitere positive Impulse sollten von den ab Mitte 2006 zu realisierenden Kosteneinsparungen, den primär im Versicherungsbereich zu hebenden Synergiepotenzialen sowie dem Outsourcing von Backoffice-Arbeiten in Niedriglohnländer ausgehen. Gleichzeitig reduziere die angestrebte Expansion in wachstumsstarke Regionen (z. B. die Türkei) die Abhängigkeit vom Benelux-Raum.

Im Hinblick auf die attraktive Dividendenrendite sowie der voraussichtlich erweiterten Bewertungsspielraums erneuern die Analysten der National-Bank AG das "halten"-Votum für die Aktie von Fortis und erhöhen das Kursziel leicht auf 28,00 EUR. Das zur Gewinnsicherung gesetzte Stopp-Loss-Limit passe man dabei auf 24,40 EUR an.

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.




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