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Tiscali halten


31.05.2001
FOCUS-MONEY

Das Anlegermagazin Focus Money empfiehlt derzeit die Aktien von Tiscali (WKN 928860) zu halten.

Nach einer enormen Einkaufstour sei Tiscali bereits Nummer zwei unter Europas Online-Diensten. Er habe 22 Unternehmen in 18 Monaten gekauft, sein Online-Dienst sei der zweitgrößte Europas, und in seiner Heimat Italien werde er fast kultisch verehrt. Doch in Deutschland sei Tiscali-Chef Renato Soru bisher kaum bekannt. Kein Wunder: Der Sarde sei ein Mann der leisen Töne. "Profitabel werden Sie nicht mit großen Investitionen", sage Soru im Focus-Money-Interview, "sondern mit Geduld, harter Arbeit und Engagement – Tag für Tag".

Beharrlichkeit werde den Konkurrenten langsam unheimlich: 1998 auf Sardinien gegründet, habe Tiscali im März 1999 erstmals italienweit Internet-Zugänge angeboten. Im Oktober 1999 sei Soru an die Börse gegangen, 2000 sei Tiscali zeitweise das wertvollste Unternehmen Italiens gewesen – noch vor Fiat.

Der 43-jährige Soru habe seine Aktie systematisch als Akquisitionswährung eingesetzt. So habe er sich im September 2000 den niederländischen Anbieter World Online geschnappt. Über den Kaufpreis von vier Milliarden Euro hätten viele den Kopf geschüttelt. Doch Soru hätte es nicht nur auf vier Millionen Kunden, sondern auf die prall gefüllte Kasse aus dem World-Online-Börsengang abgesehen: Diese 1,5 Milliarden Euro würden Tiscali heute noch das Überleben sichern. "Er versteht sein Geschäft wie kein anderer in der europäischen Internet-Branche", lobe ein Londoner Analyst.


Mit sieben Millionen Kunden sei Tiscali nach T-Online inzwischen der zweitgrößte Internet-Anbieter Europas. Soru spreche lieber von einem Internet-Kommunikations-Unternehmen: In Kürze wolle er Internet-Telefonie, Musik und Videos anbieten. Tiscali-Kunden würden statt einer Grundgebühr nur den Minutenpreis zahlen. Die Einnahmen teile sich Tiscali mit den Telefongesellschaften. Dass das Modell funktioniere, zeige Soru in Italien, wo Tiscali seit dem ersten Quartal 2001 vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) profitabel arbeite.

Nach Berechnungen der Investmentbank BNP Paribas betrage die Umsatzrendite in Italien zwar 15 Prozent. Der Umsatz pro Kunde erreiche aber nur 7,5 Euro im Monat. Ein attraktiveres Portal solle nun die Einnahmen aus Werbung und E-Commerce steigern. Zudem wolle Soru schnelle DSL-Internet-Zugänge anbieten. Geplante Umsatzrendite: 25 Prozent.

Analysten seien noch skeptisch: Tiscali sei in vielen Ländern unter den ersten drei, aber in keinem Marktführer und habe noch keine einheitliche Markenstrategie: Die 1,8 Millionen deutschen Kunden etwa würden sich auf die Töchter AddCom, Nikoma, Planet-Interkom und Surf-EU verteilen. Ein Ende der Einkaufstour zeichne sich ab, nur in Großbritannien und Spanien wolle Tiscali noch zukaufen. Bis Jahresende sollten, bis auf die französische Liberty Surf, alle Töchter unter der Marke Tiscali auftreten.

"Ende des Jahres verbrennen wir kein Geld mehr", verspreche Soru. Bisher sei das Wachstum fast ausschließlich aus Akquisitionen gekommen. Jetzt müsse Soru beweisen, dass das Unternehmen aus sich selbst heraus expandieren könne.

Vor diesem Hintergrund empfiehlt das Anlegermagazin Focus Money die Aktien von Tiscali zu halten.




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