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Endesa untergewichten


21.05.2001
Helaba Trust

Die Analysten von Helaba Trust stufen die Endesa-Aktie (WKN 871028) mit untergewichten ein.

Mit einer Stromproduktion von knapp 100 TWh habe der spanische Versorgungskonzern 2000 hinter EDF, Enel und RWE auf Platz vier der europäischen Liga gelegen. Die Spanier hätten die Kontrolle über Enersis, den größten privaten Energieanbieter in Mittel- und Südamerika, erworben. Mit diesem Engagement würden u.a. Beteiligungen in Argentinien, Brasilien, Chile, Peru und Venezuela gehalten. Zudem sei Endesa an der Telefongesellschaft Retevision beteiligt, dem Hauptkonkurrenten von Telefonica in Spanien. Eine B2B-Plattform mit Commerce One („Endesa Marktplatz“) sowie eine Beteiligung an dem „Powerline“-Unternehmen DS2 rundeten das Endesa-Portfolio ab. Diese Entwicklung habe auch zu einem deutlich negativen Finanzergebnis geführt (-335 Mio. Euro). Zum Abbau eines Teils der Finanzschulden plane Endesa, zum Jahresende den Verkauf von inländischen Kraftwerkskapazitäten (2.600 MW, Zugang zu 500.000 Kunden) mit einem Wert von 5 Mrd. Euro durchzuführen. Noch vor Ende Juli dürften zahlreiche Versorger, darunter wahrscheinlich auch die deutschen Branchenvertreter E.ON und RWE, Angebote einreichen. Gleichzeitig verzögere sich die Expansion in Europa. So könne etwa aufgrund einer verschobenen Marktöffnung der niederländische Stromvertreiber Remu erst 2004 vollständig übernommen werden. Ursprünglich habe Endesa mit dem Kauf des Konzerns im Jahr 2001 für 1,1 Mrd. Euro stärker in den dortigen Strommarkt einsteigen wollen.

Nach der fehlgeschlagenen Fusion mit Iberdrola dürfte sich die bisher eingeschlagene Strategie, nach einer groß angelegten Expansion in Südamerika nun alleine in Europa zu wachsen, v.a. wegen der hohen Nettoverschuldung immer schwieriger gestalten. In diesem Zusammenhang sollte die bevorstehende Abgabe von Vermögenswerten angesichts der Pläne der Spanier, bis 2005 rund 20 Mrd. Euro zu investieren, nur kurzzeitig für eine finanzielle Entspannung sorgen. Aufgrund der Unsicherheiten über die Finanzierung des weiteren Wachstums sehen die Experten von Helaba Trust in den kommenden Monaten trotz der günstigen Bewertung nur eine unterdurchschnittliche Performance der Endesa-Aktie.


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