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Aegon neutral 20.08.1998
Hamburgische LB
Aegon NV neutral Erstrating) Versicherungen Niederlande
WKN/Reuters-Kürzel: 858 185 / AEGN.AS
Stefan Gäde / André Buse Wertpapier-Research Telefon: 040 3333 3272
Emporkömmling unter den Versicherern
Gemessen an der Börsenkapitalisierung ist die niederländische Aegon NV der weltweit sechstgrößte Versicherungskonzern und das zweitgrößte Unternehmen in den Niederlanden. Das Kerngeschäftsfeld ist das Lebensversicherunsgeschäft, das fast 80% der Bruttoversicherungsprämien ausmacht. Mit Abstand folgt das Kranken- und Unfallversicherungssegment (13% Anteil). Die anderen Versicherungsbereiche sind zwar pofitabel, dienen aber in erster Linie dazu, um Gesamtlösungen parat zu haben und um Cross-Selling zu betreiben. Geographisch konzentrieren sich die Aktivitäten in den Niederlanden, Großbritannien und Nordamerika sowie in kleinerem Umfang in Deutschland, Spanien, Ungarn und Mexiko.
Fokussierung auf Lebensversicherungen
Aegons strategische Ausrichtung auf das Lebensversicherungsgeschäft ist unter mehreren Gesichtspunkten sinnvoll. Zum einen wird der steigende Wohlstand in den Wachstumsmärkten zunehmende Nachfrage nach Altersvorsorge herbeiführen. Aber auch die westlichen Wohlstandsländer (Europa, Nordamerika) besitzen noch Wachstumspotential. Sparmaßnahmen bei staatlichen Budgets zwingen zu Kürzungen der Pensions- und Sozialleistungen, so daß die private Altersvorsorge an Bedeutung gewinnt. Bei der privaten Altersvorsorge gehen die Versicherungsnehmer verstärkt eigenes Risiko ein, indem sie fondsgebundene Versicherungsprodukte wählen und so von der Entwicklung an den Kapitalmärkten profitieren. Bei Aegon sind fast 45% der Investments fondsgebunden, was den Versicherer zum Asset Manager werden lässt. Zwar sind bei diesen Produkten die Margen geringer als bei reinen Risikolebensversicherungen, dafür werden stabile Gebühren für das Fondsmanagement erzielt. Außerdem führen die geringen Liquiditätsanforderungen zu höheren Anlagevolumina. Die Lebensversicherungen sind durch ihre Langfristigkeit zudem einfacher kalkulierbar und sorgen für stabiles Ergebniswachstum.
Zur Fokussierung auf das Lebensversicheungsgeschäft wurdeder Immobilienfinanzierer FGH Bank Ende 1997 für 700 Mio. HFL verkauft. Außerdem wird die Investmentbank-Tochter Labouchere an das niederländische Brokerhaus AOT veräußert. Die Bezahlung erfolgt in AOT-Aktien, so daß Aegon dann mit 10-25% an der fusionierten Bank AOT Labouchere beteiligt sein wird und deren Know How im Asset Management nutzen kann. Da sich die Aktivitäten beider Banken gut ergänzen, werden Synergien sofort nach der Fusion wirksam.
Starkes Wachstum in allen Bereichen
Die Ergebniszahlen des Konzerns für 1997 sprechen für sich (s.Tabelle), was auch auf die hervoragende Performance der Kapitalmärkte zu-rückzuführen ist. Das Gewinnwachstum ohne die Erstkonsolidierung der Providian beträgt 22%. Der Gewinn je Aktie und Dividende stiegen um je 33% auf 3,95 bzw. 1,86 HFL. Produktbezogen und geographisch betrachtet verbesserten alle Bereiche bzw. Länderdivisionen ihre Einnahmen und Gewinne deutlich.
Dieser Trend setzte sich auch im 1.Halbjahr 1998 fort. Das Ergebnis kletterte um 45% auf 1.312 Mio. HFL. Davon sind 19% internes Wachstum. Die Prämien stiegen um 34% auf 13.528 Mio. HFL und der Investmentertrag um 57% auf 5.557 Mio. HFL. Das Vorsteuerergebnis der Bankgeschäfte legte trotz FGH-Verkauf 3% zu. Die Veräußerung von Labouchere erfolgt im 3. Quartal.
Erfolgreiche Übernahme der Providian in USA
Die Konsolidierung der 1997 in den USA für 3,6 Mrd. US-$ erworbenen Versicherung Providian trug maßgeblich zum Wachstum bei. Allein das Ergebnis vor Steuern stieg in Amerika (incl. Mexiko) um 87% auf 1.383 Mio. HFL. Mit der Providian hat Aegon seine Position in den USA stark ausgebaut. Bei einem Marktanteil von 2,5% ist man dort der elftgrößte Lebens- und Krankenvesicherer.Der amerikanische Markt bietet weiterhin ausgezeichnete Wachstumsperspektiven, insbesondere bei fondsgebundenen Lebensversicherungen zur Altersvorsorge, da die staatlichen Renten- und Pensionsleistungen sehr gering sind. Das gleiche gilt für die Krankenversicherung, die in Nordamerika nicht gesetzlich geregelt ist.
Anhaltende Akquisitionsphantasie
Durch den Verkauf der FGH Bank und eines Teils der Beteiligung an der fusionierten Bank AOT Labouchere steht reichlich Kapital zur Verfügung, das angelegt werden will. Aufgrund des niedrigeren Preisniveaus, der größeren Auswahl und der Wachstumschancen ist der Zukauf eines Versicherers in den USA wesentlich wahrscheinlicher als in Europa. Auch die positiven Erfahrungen mit der Providian sprechen dafür.
Engagement in Emerging Markets ...
Im Vergleich zu den Wettbewerbern hat Aegon bei der Internationalisierung der Aktivitäten immer noch Nachholbedarf. Vielversprechend für Lebensversicherungen sind künftig die Wachstumsmärkte der Schwellenländer, z. B. Lateinamerika und Osteuropa. Steigende Wirtschaftsleistungen mit einhergehenden Einkommensverbesserungen werden die Nachfrage nach Produkten der Altersvorsorge zunehmend verstärken, insbesondere im Hinblick auf eine höhere Lebenserwartung der Bevölkerung. Die kaum vorhandene staatliche Altersversorgung verstärkt diesen Effekt, so daß Alters- und Pensionsvorsorge fast ausschließlich privaten Versicherungsunternehmen überlassen wird. Diese Entwicklung läßt sich problemlos auf den Krankenversicherungssektor übertragen.
Dies wurde von Aegon frühzeitig erkannt. So hält Aegon seit 1995 mit Mexikos größter Bank Banamex eine 48%ige Beteiligung an der bereits profitablen Seguros Banamex Aegon SA, um über die Bankfilialen Lebens- und Krankenversicherungen zu vertreiben. Die geringe Marktdurch-dringung und die Privatisierung der Pensions- und Sozialversicherungen birgt ein hohes Wachstumspotential in Mexikos Versicherungsmarkt.
... und in Europa
Das gleiche gilt für Ungarn. In einem noch unterentwickelten Versicherungsmarkt ist die ungarische Tochter AB-Aegon mit einem Marktanteil von 36% Ungarns größter Lebensversicherer und erwirtschaftete 1997 einen Reingewinn von 67 Mio. HFL (+ 8%). Im Vordergrund steht hier der Abbau des hohen Personalbestandes.
Neben den Niederlanden und Großbritannien, in denen Aegon schon länger etabliert ist, widmet man sich dem Ausbau der Aktivitäten in Deut-schland. Seit 1995 werden unter dem Namen Moneymaxx vorrangig fondsgebundene Produkte angeboten, die bislang noch nicht weit verbreitet sind. Der Eintritt in den konservativen deutschen Versicherungsmarkt ist zwar nicht einfach, doch der Direktvertrieb über Call-Center hält die Kosten niedrig. Mit seinen Produkten verzeichnet Aegon einen Marktanteil von 5%, der bis zum Jahr 2001 auf 20% ansteigen soll.
Die hervoragenden Ergebnisse und die überzeugende Strategie ließen den Wert, auch unterstützt durch Aktienrückkäufe, von 92 HFL bis auf 223 HFL steigen. Der Kurs ist mittlerweile wieder auf 177 HFL zurückgefallen, immer noch ein Plus von 92%. Der AOE gewann dagegen lediglich 28%. Das Unternehmen geht von einem 25%igen Gewinnwachstum für 1998 aus, was in dem Aktienkurs jedoch bereits enthalten ist. Mit einem KGV von 32 halten wir Aegon derzeit für fair bewertet.
Fazit: Aegon hat in diesem Jahr für viel Furore gesorgt. Die Ergebnissteigerungen sprechen für sich. Mit der Akquisition der Providian hat man seine Positionierung in Nordamerika stark verbessert und die Internationalisierung vorangetrieben. Weitere Übernahmen sind geplant. Die strategische Ausrichtung auf das Geschäft mit privaten Pensions- und Altervorsorgeprodukten, ergänzt durch Krankenversicherungen, ist sinnvoll. Durch den steigenden Wohlstand in den Emerging Markets und die erforderliche private Altersvorsorge in westlichen Industrieländern sehen wir deutliches Wachstumspotential in diesen Bereichen.Eine strenge Kostenkontrolle begrenzt das Risiko bei Neuengagements. Bei einem derzeitigen KGV von 32 sind u.E. jedoch all diese positiven Aspekte bereits im Kurs enhalten, so daß unser Rating neutral lautet.
Die veröffentlichten Informationen basieren auf allgemein zugänglichen Quellen, die wir für zuverlässig halten. Die hier geäußertenMeinungen über Märkte und Produkte sind unverbindlich. Sie stellen keine Aufforderung und kein Angebot zum Kauf oder Verkauf dar. Die Lektüre dieser Publikation kann eine individuelle Beratung nicht ersetzen. Wir bitten Sie deshalb, sich an Ihren Betreuer bei der Hamburgischen Landesbank zu wenden.
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