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Call auf Fresenius: Befreiungsschlag? Optionsscheineanalyse 24.08.2018
boerse-daily.de
Lauda-Königshofen (www.optionsscheinecheck.de) - Muss Fresenius (ISIN DE0005785604/ WKN 578560) Akorn nun übernehmen oder nicht? Ein US-Gericht entscheidet demnächst darüber. Erste Informationen zum Prozess sind jetzt nach außen gedrungen. Ein Call-Optionsschein (ISIN DE000DS6A6S3/ WKN DS6A6S) der Deutschen Bank mit einem Basispreis bei 60 Euro und Fälligkeit im November könnte von einer steigenden Fresenius-Aktie profitieren, so Jürgen Sterzbach von "boerse-daily.de" in seiner aktuellen Veröffentlichung.
Fresenius befinde sich zurzeit im Streit gegen Akorn. Eigentlich hätten die Bad Homburger den US-Generika-Hersteller für eine Summe von 4,4 Milliarden Euro übernehmen wollen, doch hätten die Übernahme überraschend abgesagt. Der Grund: Laut anonymen Hinweisen solle Akorn für die Zulassung von Medikamenten relevante Tests manipuliert haben. Nun entscheide ein Gericht darüber, ob Fresenius Akorn, das die Vorwürfe abstreite und nach wie vor auf die Übernahme bestehe, nach den vorherigen Zusagen übernehmen müsse, oder eben nicht. An der Börse seien die Pläne ohnehin skeptisch beurteilt worden. Das sei ein Grund gewesen, weshalb die Fresenius-Aktie unterdurchschnittlich abgeschnitten habe.
Dem Medizinkonzern stünden nun noch einmal ungewisse Tage bevor, bis ein US-Gericht im Bundesstaat Delaware darüber entscheiden werde. Am Donnerstag hätten sich beide Seiten zu ihren Schlussplädoyers erneut vor Gericht getroffen. Die Argumentation Akorns laute, dass Fresenius nur einen Grund für einen Rückzieher suche, da die Zahlen eingeknickt seien. Fresenius-Chef Stephan Sturm, der dieses Geschäft maßgeblich eingefädelt und lange auch gegen Kritik verteidigt habe, sei dazu eigens in die USA gereist. Wenige Informationen seien nach außen gedrungen, doch habe Richter Travis Laster von keinem einfachen Fall gesprochen. Einen Gewinner werde es aber nicht geben.
Der Richter habe nun 90 Tage Zeit, über den Fall zu entscheiden. Wann die Entscheidung fallen werde, stehe noch nicht fest. Sturm habe erklärt, dass er mit einer Einigung bis Frühjahr 2019 rechne. Am Donnerstag sei die Akorn-Aktie an der Wall Street um mehr als siebzehn Prozent gefallen, nachdem Händler die Fragen des Richters als negativ für den US-Konzern interpretiert hätten. Das habe ebenfalls die Fresenius-Aktie am Freitag zum Handelsbeginn steigen lassen. Dadurch habe sie ihre positive Tendenz der letzten Tage fortgesetzt, nachdem sie im seit Ende März gültigen Aufwärtstrendkanal zwischen 64,50 und 72,90 Euro zuletzt die Unterseite angelaufen und bestätigt habe.
Nach einem Zwischenhoch bei 71 Euro von Anfang August sei sie rasch gefallen, zeige nun aber eine Gegenbewegung auf die zuvor gesehenen Verluste. Analysten hätten zuletzt nach einer Phase der Zurückhaltung wieder positivere Bewertungen zur Fresenius-Aktie abgegeben. Die britische Investmentbank Barclays habe ihre Einstufung auf "übergewichten" mit einem Kursziel von 80 Euro belassen. Zuvor habe das US-Analysehaus Bernstein Research ein Ziel von 83 Euro ausgegeben, nachdem die Zahlen zum zweiten Quartal die Erwartungen erfüllt hätten. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis für dieses Jahr von 19 schneide die Aktie zudem im Branchenvergleich gut ab.
Mit einem Call-Optionsschein könnten risikofreudige Anleger, die von einer wieder steigenden Fresenius-Aktie ausgehen würden, überproportional profitieren. Der klassische Optionsschein mit einem Basispreis bei 60 Euro und einer Fälligkeit am 14.11.2018 könne eine Rendite von 90 Prozent erzielen, wenn die Aktie bis zum Laufzeitende bis 75 Euro steige. Sollte sie sogar höher steigen oder das Ziel vorzeitig erreichen, könnte mit dieser spekulativen Optionsschein-Idee auch eine höhere Rendite erzielt werden.
Zu beachten sei: Falls die Aktie am Bewertungstag unter dem Basispreis von 60 Euro notiere, verfalle der Optionsschein wertlos. Sonst werde die Differenz zwischen Kurs und Basispreis zum Bezugsverhältnis von 0,1 ausbezahlt. Um aktuell einen Gewinn zu erzielen, müsste die Aktie am Bewertungstag unter gleichen Bedingungen bei 67,90 Euro (Break-Even-Punkt) schließen. Ein Ausstieg aus dieser spekulativen Idee könne dagegen erwogen werden, sollte die Aktie unter die Unterstützung um 64 Euro fallen. (24.08.2018/oc/a/d) Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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