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Metalcorp Group-Anleihe: Weg des profitablen Wachstums soll durch Anleihe fortgeführt werden, Geschäftsführer-Interview


10.06.2013
aktiencheck.de

Amsterdam (www.aktiencheck.de) - Die Metalcorp Group B.V. ist im physischen Handel von Stahl, von für die Stahlproduktion benötigten Rohstoffen sowie von NE-Metallen und in der Produktion von Sekundäraluminium weltweit tätig. Seit der strategischen Neuausrichtung im Jahr 2006 hat der Konzern in allen Marktphasen stets Gewinne erwirtschaftet.

Ab dem 12. Juni 2013 können private und institutionelle Investoren die Metalcorp-Anleihe (ISIN DE000A1HLTD2/ WKN A1HLTD) zeichnen. Die Unternehmensanleihe bietet Anlegern über eine Laufzeit von fünf Jahren einen Zinssatz von 8,75% p. a. Die Zinszahlung erfolgt jährlich und erstmals am 27.06.2014. Das Emissionsvolumen umfasst bis zu 30 Millionen Euro mit einer anlegerfreundlichen Stückelung von 1.000 Euro.

aktiencheck.de führte das folgende Interview mit Victor Carballo, Managing Director der Metalcorp Group B.V.

aktiencheck.de: Die Stahlbranche leidet noch immer unter den Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/09. Die Stahl-Nachfrage, vor allem in Europa, ist relativ schwach und vielen Unternehmen machen Überkapazitäten zu schaffen. Sehen Sie für die Stahlindustrie allmählich Licht am Ende des Tunnels?

Victor Carballo: Am internationalen Stahlmarkt bestehen sicherlich weiterhin Überkapazitäten. Dies trifft uns aber nicht. Schließlich sind wir im physischen Handel von Stahl und Nichteisen-Metallen sowie in der Produktion von Sekundäraluminium aktiv. Wir handeln ausschließlich Commodity-Produkte zum Marktpreis. Und können sie immer zum Marktpreis verkaufen.

aktiencheck.de: Trotz der langanhaltenden Krise in der Stahlbranche ist es Ihnen gelungen, in den letzten Jahren profitabel zu bleiben. Worin liegt das Geheimnis Ihres Geschäftserfolgs?

Victor Carballo: Wir verfügen über ein risikoaverses Geschäftsmodell sowohl im Handel als auch in der Sekundäraluminiumproduktion. Wir führen ausschließlich sogenannte Back-to-Back-Geschäfte durch, bei denen es erst zum Vertragsabschluss kommt, wenn wir sowohl einen Lieferanten als auch einen Kunden für die Transaktion gefunden und mit beiden die Konditionen verhandelt haben. Sollten trotzdem Preisrisiken entstehen, sichern wir diese vollständig ab. Auch im Bereich der Produktion von Sekundäraluminium agieren wir sehr risikobewusst. Unsere Lieferanten, die ihre Aluminiumabfälle bzw. Aluminiumschrotte anliefern, sind gleichzeitig auch unsere Kunden. Wir produzieren nur auf Basis fester Bestellungen und bereiten das gelieferte Material entsprechend den Kundenspezifikationen wieder auf. Dafür erhalten wir eine Umarbeitungsprämie, die unabhängig vom Marktpreis ist.

aktiencheck.de: Inwieweit unterscheidet sich Ihr Geschäftsmodell von denen der Konkurrenz, zum Beispiel vom deutschen Stahlhändler Klöckner & Co?

Victor Carballo: Der Unterschied liegt sicherlich in unserem risikoaversen Geschäftsmodell. Darüber hinaus haben wir keine Lagerhaltung, und wir spekulieren nicht auf Preisentwicklungen.

aktiencheck.de: Ihre Finanzkennzahlen sehen auf den ersten Blick für einen Rohstoffhändler für die Stahlindustrie recht überzeugend aus. Wie schätzen Sie die künftige Branchenentwicklung ein?

Victor Carballo: Ich denke, dass unsere Kennzahlen nicht nur auf den ersten Blick überzeugend aussehen. Unsere Kennzahlen zeigen, dass es sich lohnt, ein Geschäftsmodell zu entwickeln, das langfristig angelegt ist und auf einem vorausschauenden Umgang mit Risiken basiert. Die Nachfrage nach Rohstoffen wird unverändert hoch sein. Zwar geht z. B. die konjunkturelle Dynamik in China leicht zurück, aber das BIP wächst dort weiterhin, also werden auch mehr Rohstoffe benötigt.

aktiencheck.de: Per 31.12.2012 weisen Sie in der Bilanz nach niederländischem Handelsrecht eine ansehnliche Eigenkapitalquote von 50,8% aus. Wie bewerten Sie diese Kennzahl, auch im Hinblick auf den Branchendurchschnitt, und gedenken Sie diese in Zukunft zu steigern?

Victor Carballo: Unsere Eigenkapitalquote lag zum 31. Dezember 2012 bei 50,8 %. Damit verfügen wir über eine ausgezeichnete Basis, auf der wir zusammen mit den Mitteln aus der Anleihe unser bestehendes Geschäftsmodell skalieren können.

aktiencheck.de: Im abgelaufenen GJ 2012 konnten Sie bei einem leichten Umsatzanstieg auf 387,3 Mio. Euro ein EBIT von 4,6 Mio. Euro erzielen. Wie bewerten Sie die Geschäftsentwicklung in 2012 und wie sieht Ihre Prognose für 2013 und darüber hinaus aus?

Victor Carballo: Mit der Geschäftsentwicklung in 2012 sind wir sehr zufrieden. Schließlich konnten wir unser Bruttoergebnis von 14,8 Mio. Euro auf 17,1 Mio. Euro und das EBIT von 3,6 Mio. Euro auf 4,6 Mio. Euro steigern. Im aktuellen Geschäftsjahr erwarten wir eine ähnliche Entwicklung. Wir wollen unseren Weg des nachhaltigen Wachstums konsequent weiter fortsetzen.

aktiencheck.de: Unternehmen Ihrer Branche sind stark auf Fremdkapital angewiesen. Wie ist dieser Bereich bei Ihnen strukturiert und wie versuchen Sie, die Kapitalrisiken möglichst gering zu halten?

Victor Carballo: Wir finanzieren die Transaktionen für unsere Kunden mittels Akkreditiven von international renommierten Trade-Finance-Banken. Insgesamt verfügen wir über eine Akkreditivlinie von 200 Mio. US-Dollar, die wir derzeit aber nicht vollständig ausgeschöpft haben. Bei einer Bilanzsumme von rund 160 Mio. Euro haben wir nur 15 Mio. Euro an langfristigen Verbindlichkeiten und ein Eigenkapital von 81 Mio. Euro. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten sind im Wesentlichen auf die Inanspruchnahme der Akkreditivlinie zurückzuführen.


aktiencheck.de: Wo sehen Sie künftig besonders gute Wachstumsperspektiven für die Metalcorp Group?

Victor Carballo: Besonderes Potential sehen wir insbesondere im kontinuierlichen Süd-Süd-Handel. Mit dem Aufbau eines intraregionalen Handels in China und Südostasien sowie einem Ausbau unserer Präsenz im Mittleren Osten und in Indien wollen wir davon noch stärker profitieren. Darüber hinaus bietet sich durch die geplante Skalierung unseres Geschäftsmodells natürlich die Möglichkeit, unser realisiertes Handelsvolumen deutlich zu erhöhen.

aktiencheck.de: Ab dem 12. Juni können Anleger die Metalcorp-Anleihe (ISIN DE000A1HLTD2/ WKN A1HLTD) zeichnen. Warum sollten Anleger in Ihr Unternehmen investieren?

Victor Carballo: Wir verfügen über eine starke Eigenkapitalquote, erwirtschaften einen hohen Cashflow und unser Geschäftsmodell minimiert viele der typischen Risiken eines Handelsunternehmen bzw. schließt sie sogar aus. Mit einem Kupon von 8,75% bieten wir also eine gute Rendite bei niedrigem Risiko.

aktiencheck.de: Können Sie kurz erläutern, wie die Mittel aus der Anleiheemission verwendet werden sollen und warum ein Kupon von 8,75% für Sie eine attraktive Form der (Re)Finanzierung ist?

Victor Carballo: Im Mittelpunkt unserer Mittelverwendung steht die weitere Skalierung unseres Geschäftsmodells. Wie bereits erwähnt, verfügen wir über eine Akkreditivlinie von 200 Mio. US-Dollar, die wir derzeit nicht ausschöpfen. Trade-Finance-Banken fordern üblicherweise für die Gewährung von Akkreditiven eine Hinterlegung eines bestimmten Prozentsatzes des Handelsvolumens als Bar-Mittel (sogenanntes Cash-Collateral). Nach jeder Transaktion fließen die Bar-Mittel wieder an uns zurück, so dass wir sie für weitere Transaktionen einsetzen können. Konservativ gerechnet können wir die liquiden Mittel dreimal im Jahr als Cash-Collateral einsetzen, abhängig von der Transportdauer. Den Großteil des Emissionserlöses wollen wir dafür nutzen, unseren Spielraum zu erweitern und damit unser Handelsvolumen auszubauen. Das heißt, die zufließenden Mittel bleiben unverändert als liquide Mittel vorhanden und können z. B. auch am Laufzeitende der Anleihe für die Rückzahlung verwendet werden. Zusätzlich zur Skalierung unseres Geschäftsmodells wollen wir in kleinerem Umfang in Entwicklungsprojekte zur Rohstoffsicherung investieren und bestehende Verbindlichkeiten ablösen, die im Vergleich zur Anleihe über ungünstigere Konditionen verfügen.

aktiencheck.de: Von welcher unabhängigen Ratingagentur wurde die Anleihe gerated?

Victor Carballo: Wir haben ein "BB"-Rating von der Creditreform und ein "BB-"Rating von Scope erhalten.

aktiencheck.de: Wie sieht es mit der Besicherung des Bonds für die Investoren aus?

Victor Carballo: Die Anleihe ist nicht besonders besichert. Aber ich möchte nochmal die spezifische Mittelverwendung erwähnen, die vorsieht, 17 Mio. Euro als Barmittel bei den Trade-Finance-Banken zu hinterlegen, um so unser bewährtes Geschäftsmodell zu skalieren. Dieser Betrag fließt jedes Mal nach Abschluss der Transaktion wieder an uns zurück, so dass uns die Mittel immer zur Verfügung stehen werden. Darüber hinaus sehen wir als Schutzrechte eine Negativverpflichtung, ein Sonderkündigungsrecht für die Anleger bei einem Kontrollwechsel sowie eine Ausschüttungssperre von 50% des Konzernjahresüberschusses vor.

aktiencheck.de: Wie gedenken Sie, die von Ihnen begebenen Anleihen zurückzuführen?

Victor Carballo: Wir wollen die Anleihe aus eigener Kraft zurückzahlen. Schließlich investieren wir einen Großteil des Emissionserlöses nicht in Maschinen oder Projekte, von denen niemand sagen kann, wie sie sich entwickeln, sondern wir verwenden sie zur Bar-Hinterlegung bei unseren Trade-Finance-Banken. Die Mittel verbleiben also langfristig im Unternehmen. Darüber hinaus entwickelt sich mit der Ausweitung unseres Handelsvolumens natürlich auch die Ertrags- und Cashflow-Entwicklung entsprechend.

aktiencheck.de: Eine vollständige Zeichnung der Anleihe unterstellt, rechnen Sie in den kommenden Jahren mit weiterem Kapitalbedarf?

Victor Carballo: Diese Frage stellt sich für uns zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Wir haben es uns angewöhnt, einen Schritt nach dem anderen zu machen. Mit der geplanten Skalierung unseres Geschäftsmodells können wir unser Unternehmen deutlich weiterentwickeln und darauf werden wir unseren strategischen Fokus setzen.

aktiencheck.de: Warum haben Sie sich für diese Form der Kapitalbeschaffung entschieden und ist eventuell auch ein Börsengang der Metalcorp Group ein Thema?

Victor Carballo: Mit Blick auf unsere Unternehmensgröße, unser internationales Set-up und das vorhandene Potential durch die Skalierung unseres Geschäftsmodells bin ich sicher, dass wir ein attraktives Investment für institutionelle und private Investoren darstellen. Gleichzeitig arbeiten wir bei der Finanzierung unserer Transaktionen mit unseren Banken weiter. Ein Börsengang ist für uns aber kein Thema.

aktiencheck.de: Wo sehen Sie die Metalcorp Group in fünf Jahren?

Victor Carballo: Wir wollen unseren Weg der profitablen Unternehmensentwicklung fortsetzen und kontinuierliches, nachhaltiges Wachstum mit unserem bewährten Geschäftsmodell ermöglichen.

aktiencheck.de: Vielen Dank für das Interview, Herr Carballo.
(10.06.2013/ac/n/m)



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