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MBB Clean Energy-Bond: MBB will führender Erzeuger „sauberer Energie“ werden, Interview mit Eckhart Misera, CEO


24.04.2013
aktiencheck.de

München (www.aktiencheck.de) - Die MBB Clean Energy AG hat das Ziel, mit dem Ankauf und Betrieb europäischer und internationaler Energieprojekte einer der führenden Erzeuger "sauberer Energie" Deutschlands zu werden. In den kommenden Jahren ist der Aufbau eines Anlagenportfolios mit einer Nennleistung von ca. 1.500 Megawatt (MW) geplant. Die Gesellschaft beabsichtigt, ausschließlich in bereits bestehende und ans Netz angeschlossene Wind- und Solarparks zu investieren. Die MBB Clean Energy AG bewertet potenzielle Investitionsobjekte mit Hilfe einer umfangreichen wirtschaftlichen, technischen, steuerlichen und rechtlichen Due Diligence. Hier wird ein Return-On-Invest (ROI) aus dem Ertrag abzüglich Betriebskosten (EBITDA) von mindestens zehn Prozent als Benchmark angesetzt. So kann die MBB Clean Energy AG gesicherte Cashflows generieren.

Ab dem 24. April 2013 können private und institutionelle Investoren die MBB-Anleihe (ISIN DE00A1TM7P0/ WKN A1TM7P) zeichnen. Die Unternehmensanleihe bietet Anlegern über eine Laufzeit von sechs Jahren einen festen Zinssatz von 6,25% p. a. Die Zinszahlung erfolgt jährlich und erstmals am 06.05.2014. Das Emissionsvolumen umfasst bis zu 300 Millionen Euro mit einer anlegerfreundlichen Stückelung von 1.000 Euro.

aktiencheck.de führte das folgende Interview mit Eckhart Misera, CEO der MBB Clean Energy AG.

aktiencheck.de: Sie wollen die Energiewende gewinnbringend für die MBB Clean Energy AG nutzen. Können Sie uns kurz Ihr Geschäftsmodell erklären?

Eckhart Misera: Wir kaufen ausschließlich bestehende Wind- und Solarenergieparks, die bereits über einen gesicherten Netzanschluss verfügen. Diese Kraftwerke-Assets bringen über die jeweils national gewährten Einspeisevergütungen - wie dem deutschen Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) - dann bereits Erträge. Für unsere Investition bedeutet das: Wir generieren direkt Cashflows und schließen gleichzeitig Risiken aus, die mit der Projektierung solcher Energieparks verbunden sind. Mit diesem Geschäftsmodell wollen wir mittelfristig ein Anlagenportfolio aus Wind- und Solarparks mit einer Nennleistung von insgesamt 1.500 Megawatt aufbauen.

aktiencheck.de: Warum haben Sie sich vor allem auf die Wind- und Sonnenenergie fokussiert und wie beurteilen Sie im Rahmen der Energiewende die Marktchancen für weitere Alternativen wie zum Beispiel Geothermie?

Eckhart Misera: Das erklärt sich zum einen aus unserer Entstehungsgeschichte: Die MBB Clean Energy AG ist aus der 1969 gegründeten MBB Gruppe (früher Messerschmitt-Bölkow-Blohm) hervorgegangen, in der erneuerbare Energien aus Wind- und Sonne schon in den 1980er-Jahren eine wichtige Rolle spielten. Zum anderen bietet dieser Bereich derzeit besonders attraktive Investitionsmöglichkeiten, wenn man in der Lage ist, technologisches Know-how und Finanzkompetenz zusammen zu führen. Und genau das haben wir mit der MBB Clean Energy getan, die ein Teil der heutigen MBB Projects Gruppe ist. Um ein langfristig grundlastfähiges Produkt zu erschaffen, sind wir als Gruppe aber auch bereits seit rund zehn Jahren im Bereich weiterer erneuerbarer Energien tätig. Die Geothermie steht trotz erfolgter Pionierarbeiten als Stromlieferant jedoch noch am Anfang. Innerhalb der MBB Projects Gruppe arbeiten wir aber daran, dass diese Form der Energiegewinnung schon bald zu einer grundlastfähigen Stromversorgung aus erneuerbaren Energien beitragen wird.

aktiencheck.de: Die MBB Clean Energy AG ist Teil der MBB Projects Gruppe. Inwieweit profitieren Sie davon?

Eckhart Misera: Wir haben Zugriff auf das umfangreiche Know-how der Gruppe und die langjährigen Erfahrungswerte im Bereich der erneuerbaren Energien sowie der Finanzierungstätigkeit.

aktiencheck.de: Was machen Sie Ihrer Meinung nach besser als die Konkurrenz und warum glauben Sie an den langfristigen Erfolg der MBB Clean Energy AG?

Eckhart Misera: Die Clean Energy AG ist weder an der Projektierung oder dem Bau von Solar- und Windkraftanlagen beteiligt, noch fertigen wir Komponenten. Diese Geschäftsfelder sind mit hohen Risiken, vor allem finanzieller Art, verbunden. Und genau diese haben wir in unserem Modell ausgeschlossen. Zudem kann die Clean Energy wie bereits erwähnt auf das umfangreiche Know-how der MBB Projects Gruppe zurückgreifen: Wir haben langjährige Erfahrung im Bereich Technik und Finanzierung. Diese Mischung ermöglicht es uns, potenzielle Investitionsprojekte nicht nur wirtschaftlich sondern auch technisch zu prüfen und somit nur die ertragreichsten und qualitativ hochwertigsten Anlagen in unser Portfolio aufzunehmen. Zudem haben wir aus unserer Historie heraus enge Kontakte zu renommierten Beratungs- und Projektmanagementunternehmen, die uns bei der Vorprüfung möglicher Investments unterstützen. Eine derart breit aufgestellte Basis ist am Markt eher selten.

aktiencheck.de: Können Sie uns einen kurzen Überblick über die Entwicklung der wichtigsten Finanzkennzahlen (Cashflow, Umsatz, operatives Ergebnis, EBITDA-Marge, Nettogewinn/-verlust etc.) der letzten Jahre geben?

Eckhart Misera: Die MBB Clean Energy AG als Teil der MBB Projects Gruppe haben wir 2012 gegründet. Diese Entscheidung haben wir bewusst getroffen, da wir in der Clean Energy nur Anlagen in das Portfolio aufnehmen, die bereits bestehen und über einen gesicherten Netzanschluss verfügen. Unser Mutterunternehmen, die MBB Projects GmbH, verfügt über langjährige erfolgreiche Projekterfahrung im Bereich der erneuerbaren Energien. So sehen wir die Clean Energy aufgrund des Know-how Transfers zwar nicht als klassisches Start-up; als Ausgründung innerhalb der Gruppe liegen für das Unternehmen aber selbstverständlich noch keine historischen Finanzkennzahlen vor.

aktiencheck.de: Wie sehen Ihre Planzahlen für 2013 und darüber hinaus aus?

Eckhart Misera: Wir haben eine äußerst konservative Planung vorgenommen. Alle Zahlen sind von unabhängigen Wirtschaftsprüfern über Monate hinweg analysiert und testiert worden. Im kommenden Jahr wollen wir voll investiert sein, das bedeutet, dass wir im Geschäftsjahr 2014/15 bereits einen Jahresüberschuss rund 10,7 Millionen erwirtschaften.

aktiencheck.de: Welche Märkten neben Deutschland halten Sie momentan für besonders interessant?

Eckhart Misera: Wir konzentrieren uns vor allem auf Standorte innerhalb der EU und bevorzugen hier die Länder Deutschland, Italien, Österreich, Polen und Spanien. Darüber hinaus sehen wir in Kanada überaus interessante Windparks für unser Portfolio. Für uns sind vor allem stabile Rahmenbedingungen ein wichtiges Investitionskriterium. Sicherheit geht hier noch vor Rendite.

aktiencheck.de: Inwieweit ist Ihr Geschäftsmodell von umweltpolitischen Rahmenbedingungen und ggf. Änderungen dieser tangiert?


Eckhart Misera: Eigentlich überhaupt nicht. Denn genau um dies auszuschließen, ist unsere Anleihe mit einem umfangreichen Versicherungskonzept versehen, durch das Veränderungen der politischen Rahmenbedingungen, Wetterrisiken und auch Änderungen der Einspeisevergütungen abgesichert sind.

aktiencheck.de: Können Sie uns kurz Auskunft über Ihre aktuelle Liquiditäts- und Verschuldungslage geben?

Eckhart Misera: Das Unternehmen ist mit einem Stammkapital von einer Million Euro ausgestattet. Durch die ausschließliche Investition in bestehende und an das Netz angeschlossene Anlagen generieren wir aber direkt ab dem Kauf gesicherte Cashflows. Unser Eigenkapital wird zum Laufzeitende der Anleihe gemäß unserer Planzahlen auf rund 172 Millionen Euro angewachsen sein.

aktiencheck.de: Ab dem 24. April können Anleger die MBB-Anleihe (ISIN DE00A1TM7P0/ WKN A1TM7P) zeichnen. Warum sollten Anleger in Ihr Unternehmen investieren?

Eckhart Misera: Weil sie mit unserer Anleihe tatsächlich Rendite und Verantwortung vereinen können. Anleger investieren mit unserer Anleihe in die "saubere" Energieversorgung der Zukunft, profitieren sechs Jahre lang von einer jährlichen Verzinsung von 6,25 Prozent und können sich gleichzeitig auf ein umfangreiches Sicherheitenkonzept verlassen. Das hat es so noch nicht gegeben.

aktiencheck.de: Können Sie kurz erläutern, wie die Mittel aus der Anleiheemission verwendet werden sollen?

Eckhart Misera: Der Emissionserlös soll dazu verwendet werden, um Beteiligungen an Projekten aus dem Bereich der erneuerbaren Energien im Bereich Wind- und Solarkraft zu erwerben. Investiert wird ausschließlich in bestehende und ans Netz angeschlossene Solar- und Windparks (sogenannte Turn-Key-Projekte). Wir haben zu diesem Zweck intern bereits über 400 potenzielle Investitionsobjekte einer umfangreichen rechtlichen, wirtschaftlichen, technischen und steuerlichen Due Diligence unterzogen. Insgesamt 42 Projekte haben unseren hohen Standards genügt und in rund 20 dieser wollen wir schließlich investieren.

aktiencheck.de: Wie sieht es mit der Besicherung des Bonds für die Investoren aus?

Eckhart Misera: Aus unserer Sicht haben wir mit der Struktur unserer Anleihe ein Modell geschaffen, dass den Wunsch der Kapitalgeber nach Rendite und Sicherheit miteinander vereint. Die Mittelverwendung unterliegt den strikten Bedingungen eines Treuhandmodells: Das Anleihekapital wird also bis zur Investition an den Treuhänder verpfändet, der zudem die Einhaltung der vorgegebenen Investment- und Due Diligence-Kriterien überwacht. Außerdem verbleiben sämtliche Erlöse aus den Energieprojekten solange beim Treuhänder, bis die Anleihe in sechs Jahren zurückgezahlt ist.

Zudem haben wir ein Versicherungspaket geschnürt, das neben politischen auch wetterbedingten Risiken und Risiken aus Änderungen bei den Einspeisevergütungen absichert. Zudem greift die Versicherung, wenn die Versicherungsstandards in einem Land, in dem wir in Anlagen investieren, unterhalb des in Deutschland üblichen Niveaus liegen. Diese Finanzierungsrückversicherung (FINITE) springt also ein, wenn die Zahlungsströme aus den erworbenen Wind- und Solarparks ausbleiben. Die Versicherungserlöse gehen ebenfalls direkt an den Treuhänder und unterliegen somit erneut der Mittelverwendungskontrolle. Ab dem 30.04.2017 werden unsere Erlöse nicht mehr neu investiert sondern beim Treuhänder zugunsten der Anleihegläubiger einbehalten. Wir haben also ein hohes Sicherheitsniveau für die Anleger geschaffen.


aktiencheck.de: Ein Emissionsvolumen von 300 Mio. Euro ist eine ganz schöne "Hausnummer". Erwarten Sie eine vollständige Zeichnung der Anleihe und wie sind die Erfahrungswerte der Vergangenheit?

Eckhart Misera: Wir befinden uns in einem absoluten Käufermarkt. Da wir mehr als 400 Projekte angeboten bekommen haben, konnten wir genau prüfen, welches Investitionsvolumen tatsächlich sinnvoll ist. Viele Projektentwickler in Ländern wie Deutschland, aber auch Spanien, Italien, haben schon Projekte erfolgreich abgeschlossen. Aber in der Finanzkrise haben sie bei der Finanzierung immer neuer Projekte Probleme mit den Banken bekommen und suchen nun dringend Käufer für bereits erfolgreich arbeitende Anlagen. Die liegen im Bereich von zehn bis 100 Megawatt, für den sich große Energiekonzerne nicht interessieren - sie sind schlicht zu klein für die Giganten, aber auch für andere Institutionelle. Da greifen wir an. Und aufgrund der Struktur unserer Anleihe sowie dem Zuspruch von institutionellen Investoren sehen wir der Platzierung positiv entgegen.

aktiencheck.de: Gibt es ein Kreditrating für Ihr Unternehmen von einer unabhängigen Ratingagentur?

Eckhart Misera: Ja, die Anleihe wurde im April von der Creditreform Rating AG mit dem Investmentgrade BBB bewertet.

aktiencheck.de: Warum haben Sie sich für diese Form der Kapitalbeschaffung entschieden und ist eventuell auch ein Börsengang der MBB Clean Energy AG ein Thema?

Eckhart Misera: Die Begebung einer Anleihe ist unser erster Schritt an den Kapitalmarkt. Mit der Sicherheitenstruktur der Anleihe können wir hier unsere erste Visitenkarte abgeben. Ein Börsengang käme nur in Frage, wenn er zu unserer dann vorherrschenden Struktur passen würde.

aktiencheck.de: Wo sehen Sie die MBB Clean Energy AG in fünf Jahren?

Eckhart Misera: Wir haben das Ziel, einer der führenden Erzeuger "sauberer Energie" Deutschlands zu werden und gehen davon aus, diesem Ziel in fünf Jahren schon ein gutes Stück näher gekommen zu sein.

aktiencheck.de: Vielen Dank für das Interview, Herr Misera.
(24.04.2013/ac/n/m)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

News, übermittelt von der aktiencheck.de AG.
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