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Investmentidee: Vontobel-Zertifikate auf Amazon.com: Nachfragezuwachs angesichts COVID-19-Ausbreitung


23.03.2020
Bank Vontobel Europe AG

München (www.zertifikatecheck.de) - Für Vontobel ist die Aktie von Amazon.com (ISIN US0231351067/ WKN 906866) eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Anlagezertifikaten von dieser Einschätzung profitieren können.

In vielen Ländern seien angesichts der zunehmenden Ausbreitung von COVID-19 Maßnahmen zur Isolierung und sozialen Distanzierung ergriffen worden. Ländergrenzen würden für Ein- und Ausreisende geschlossen, Arbeitnehmer seien weitestgehend angehalten worden von zu Hause aus zu arbeiten, Ausgangsperren würden verhängt und Bildungseinrichtungen, Läden, Restaurants, Bars sowie Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe würden geschlossen. Dort, wo sich noch frei bewegt werden dürfe, würden öffentliche und überfüllte Orte gemieden. Viele Menschen würden folglich zu Hause bleiben und ihre Waren online bestellen, wo sie sie sich nach Hause liefern lassen könnten.

Amazon könnte davon profitieren, dass viele Menschen nun zu Hause bleiben würden. Ein erkennbarer Nachfrageanstieg habe Amazon am 13.03.2020 dazu veranlasst, Stellen für weitere 100.000 Mitarbeiter alleine in den USA auszuschreiben. Gesucht seien vor allem Auslieferungsfahrer und Lagermitarbeiter für die eigenen Fulfillment-Zentren, um die Nachfrage zu bewältigen. Zudem habe der Online-Händler bekannt gegeben, bis Ende April einen Großteil der Löhne seiner Mitarbeiter in den USA um 2 Dollar zu erhöhen. Mitarbeiter auf Stundenbasis in Großbritannien und Europa würden eine ähnliche Lohnerhöhung bekommen, habe es geheißen. Dafür wolle der Konzern mehr als 350 Millionen Dollar aufwenden. In den USA hätten die Mitarbeiter derzeit einen Stundenlohn von 15 Dollar und mehr.

Ähnlich wie in Supermärkten seien auch bei Amazon mittlerweile einzelne Produkte oder Marken nicht lieferbar. Ebenfalls komme es aktuell bei Lieferungen teilweise zu Verzögerungen. Amazon sei sich der Bedeutung der Lage bewusst. Daher habe der Konzern kurzfristig die Entscheidung getroffen, Haushaltswaren, medizinisches Zubehör und andere stark nachgefragte Produkte in Fulfillment-Zentren vorübergehend zu priorisieren, damit diese Produkte schneller erhalten, aufgefüllt und an Kunden versendet werden könnten. Dies sei aus Ankündigungen am Dienstag hervorgegangen.

Für Amazon könnte die Coronakrise eine Chance sein, die Marktposition als Plattformbetreiber und Online-Händler auszuweiten sowie einen nicht unerheblichen Teil der Erlöse, die durch die Schließung der Geschäfte in den Städten wegbreche, aufzufangen. Die Maßnahmen der letzten Woche würden zumindest zeigen, dass Amazon diese Chance ergreifen möchte. Einen wichtigen Teil könnte dazu der eigene Logistikdienst sein, der Amazon einen Ruf als schnellen und zuverlässigen Lieferanten verschafft habe. Mit der Einführung des 1-Day-Shipping habe Amazon Maßstäbe gesetzt und die Weichen für langfristig hohes Wachstum gestellt. Dem Aktionär zufolge, seien seit der Einführung des 1-Day-Shipping die Zuwachsraten in diesem Segment im Online-Handel auf Rekordniveau gestiegen, was den Bruttowarenwert betreffe. Bis Ende 2020 könnten demnach 50 Prozent aller Käufe nach diesem Prinzip erfolgen, während es im Q1/2019 noch Null Prozent gewesen seien.

Neben dem Unterhaltungsangebot in Form von Musik- und Videostreamingdiensten, die zumindest kurzfristig einen Nachfrageanstieg durch die Coronakrise verzeichnen dürften, habe auch die Ausweitung des 1-Day-Shipping auf mehr Online-Käufer zudem einen beträchtlichen Anstieg der Amazon-Prime-Abonnements hervorgerufen. Mehr als 150 Millionen Menschen würden inzwischen 119 Dollar pro Jahr für Versand und andere Extras zahlen, gegenüber 100 Millionen vor zwei Jahren. Mehr Abonnenten würden höhere Umsätze in mehreren Geschäftsbereichen bedeuten. Die Mitglieder von Prime würden dem Unternehmen eine wiederkehrende jährliche Einnahmequelle von fast 18 Milliarden Dollar verschaffen, aber sie würden auch dazu neigen, mehr auszugeben. Dieser Effekt habe dazu beigetragen, dass die Online-Einzelhandelsumsätze im letzten Quartal des Jahres 2019 um ein Fünftel auf 46 Milliarden Dollar hätten gesteigert werden können. Dieses Engagement kurbele auch das Werbegeschäft von Amazon an, welches nun eines der am schnellsten wachsenden sei und Drittanbietern die Aufmerksamkeit der Käufer in Rechnung stelle.

Der Aufbau für die 1-Day-Shipping erforderlichen Vertriebsnetze habe hohe Kosten bei Amazon verursacht. Die auf die Marge drückenden Kosten hätten den Aktienkurs des Unternehmens vor der Coronakrise noch zurückgehalten, als andere große Technologieunternehmen neue Rekorde aufgestellt hätten. Die Versandkosten seien im letzten Quartal um weitere 43 Prozent gestiegen. Dies sei jedoch niedriger als im vorangegangenen Quartal. Amazon habe angedeutet, dass sich die schwere Arbeit dem Ende zuneige. Ausgezahlt haben könnte es sich allerdings auch für die erhöhte Zuverlässigkeit zurzeit der aktuellen Coronakrise, wie die vorangegangene Ausführung erläutere.

Zusätzlich gelte, dass Amazon mit ihrer Cloud ein weiteres wichtiges Thema zur aktuellen Krisenzeiten besetze. Mit der zunehmenden Nachfrage nach der Cloud AWS sei Amazon zuletzt in 2019 auf einen Marktanteil von rund 35 Prozent gekommen. Die mit operative Marge in dem Geschäft werde von Morgan Stanley auf 33 Prozent geschätzt, was nur in 2020 rund 15 Milliarden Dollar (vor Steuern) Gewinn in die Firmenkasse spülen könnte.


Die Kombination aus Angebots- und Nachfrageschocks aufgrund des neuartigen Coronavirus bedeute, dass die aktuelle Situation komplexer und schneller als je zuvor sei. Werbetreibende müssten sowohl ihre eigenen Lieferketten als auch die neuesten Nachrichten, die das Verbraucherverhalten beeinflussen würden, im Griff haben. So könnte die erhöhte Nachfrage im Online-Handel für Amazon ein profitables Werbegeschäft einbringen. Aber da die Probleme in der Lieferkette zunähmen, könnten Drittanbieter nach Möglichkeiten suchen, die Auswirkungen zu begrenzen, unter anderem durch die Reduzierung ihrer Werbeausgaben.

Ob Menschen in Quarantäne auch zu mehr Onlineshopping abseits von Produkten zur Corona-Prävention neigen würden, müsse sich allerdings noch zeigen. Aktuell könne noch keine verbindliche Auskunft geben werden, weil es parallel auch Sonderaktionen oder explizite Bewerbungen für bestimmte Produktgruppen gebe. Dadurch, dass Amazon die Aufnahme von neuen Produkten in ihren Fulfillment-Zentren auf Haushaltswaren, medizinischen Hilfsmitteln und andere stark nachgefragte Produkte beschränke, bleibe den Drittanbietern, die den Fulfillment-Service von Amazon nutzen würden, lediglich die Möglichkeit, die Produkte über Amazon zu verkaufen, die bereits im Bestand seien. Alternativ müsse die Lagerung und Lieferung selbst für Verkäufe über die Plattform selbst übernommen werden, bis Amazon die Einschränkung aufhebe.

Kritisiert werde Amazon außerdem für Preistreiberei bei Bedarfsprodukten seitens von Drittanbietern, welche die Plattform für ihren Vertrieb nutzen würden. Amazon wolle dagegen vorgehen. Allerdings scheine sich das Engagement vorrangig auf den Markt in den USA zu konzentrieren, wo die Behörden den Internetkonzernen zunehmend zusetzen würden. Schon länger würden europäische Behörden kritisieren, dass die großen Onlinemarktplätze ihre Händler kaum kontrollieren und deren Angebote auch dann nicht stoppen würden, wenn diese gegen Gesetze verstießen, so der "Spiegel".

Die Aktie von Amazon.com werde aktuell bei USD 1860,00 (19.03.2020) gehandelt. Das Jahreshoch sei bei USD 2185,95 (11.02.2020) und das Jahrestief bei USD 1626,032 (16.03.2020) erreicht worden. Bei Bloomberg würden 55 Analysten die Aktie auf "buy", drei auf "hold" und kein Analyst auf "sell" setzen.

Eine Investmentidee sei zum Beispiel das Bonus Cap-Zertifikat (ISIN DE000VF89PP9/ WKN VF89PP) auf die Amazon.com-Aktie. Die Bonusrendite werde bei 13,18% und die Barriere bei USD 1.066,82 gesehen. Der Bonusbetrag sowie der Bonuslevel lägen bei USD 1.984,65. Der Geldkurs betrage EUR 1.617,99 und der Briefkurs EUR 1.645,47. Der Bewertungstag sei der 01.03.2021. (Stand: 23.03.2020, 10:37)

Interessant sei auch das Bonus Cap-Zertifikat (ISIN DE000VE3EBH7/ WKN VE3EBH) auf Amazon.com. Die Bonusrendite liege hierbei bei 15,82% und die Barriere bei USD 1.200,00. Der Bonusbetrag befinde sich bei USD 220,00 und der Bonuslevel sei bei USD 2.200,00 angesiedelt worden. Der Geldkurs belaufe sich auf EUR 175,42 und der Briefkurs auf EUR 178,39. Der Bewertungstag sei am 18.12.2020. (Stand: 23.03.2020, 10:37)

Außerdem könnte das Bonus Cap-Zertifikat (ISIN DE000VE54FP7/ WKN VE54FP) auf Amazon.com interessant sein. Die Bonusrendite betrage 20,41% und die Barriere USD 1.300,00. Der Bonusbetrag liege bei USD 240,00, der Bonuslevel bei USD 2.400,00. Der Geldkurs liege bei EUR 184,16 und der Briefkurs bei EUR 187,25. Der Bewertungstag sei der 18.12.2020. (Stand: 23.03.2020, 10:37)

Da der weitere Kursverlauf der Aktie von einer Vielzahl konzernpolitischen, branchenspezifischen und ökonomischen Faktoren abhängig sei, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen könnten jederzeit anders verlaufen, als Anleger es erwarten würden, wodurch Verluste entstehen könnten. (Ausgabe vom 20.03.2020) (23.03.2020/zc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.




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