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Aluminium: Erholung nach 2,5-Jahrestief


01.03.2013
LB Baden-Württemberg

Stuttgart (www.aktiencheck.de) - Der Mitte 2011 begonnene Abwärtstrend bei den Aluminiumpreisen hat sich im Jahr 2012 zunächst fortgesetzt und die Notierungen bis zur Jahresmitte auf ein 2,5-Jahrestief bei rund 1.800 USD/t geführt, so die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg.

Auf diesem Niveau hätten sich die Preise zunächst stabilisiert, bevor die Erholung an den Metallmärkten auch LME-Aluminium bis zum Jahresende wieder über die 2.000 USD-Marke habe steigen lassen. Damit habe sich bei einem Jahresschlusskurs von 2.041 USD/t ein leichtes Plus von 2,3% gegenüber den Notierungen am Jahresende 2011 ergeben. Im Jahresdurchschnitt habe der Aluminiumpreis mit 2.020 USD/t jedoch deutlich unterhalb des entsprechenden Vorjahreswertes von 2.400 USD/t gelegen.

Die Fundamentaldaten am Aluminiummarkt seien auch im Jahr 2012 von einem überschüssigen Angebot und rekordhohen Lagerbeständen geprägt gewesen, die einer besseren Preisentwicklung entgegengestanden hätten. Andererseits habe sich die Dynamik des Angebotswachstums angesichts gestiegener Produktionskosten sowie niedrigerer Preise verringert. Schließlich dürfte ein nicht unwesentlicher Teil der globalen Aluminiumproduktion bei den derzeitigen Marktpreisen nicht profitabel sein, was dafür spreche, dass der preisliche Spielraum nach unten begrenzt sein sollte.

Nach Angaben der großen Produzenten Rusal (ISIN JE00B5BCW814/ WKN A0YH7R) und Alcoa (ISIN US0138171014/ WKN 850206) habe das Wachstum der Aluminiumnachfrage im vergangenen Jahr auf Höhe des langjährigen Durchschnittswertes von rund 6% gelegen. Auch wenn die Wachstumsdynamik in China gegenüber den Vorjahren etwas nachgelassen habe, sei das Reich der Mitte mit einem geschätzten Wachstum von rund 9% für das Jahr 2012 der Impulsgeber für die Marktentwicklung geblieben.

Auf China entfalle derzeit etwa 44% der globalen Aluminiumnachfrage. In Europa (Anteil 14%) sei der Aluminiumverbrauch infolge der insgesamt schwächeren Wirtschaftsleistung leicht rückläufig gewesen. Der nordamerikanischen Markt, der für 12% des weltweiten Aluminiumbedarfs stehe, habe im vergangenen Jahr mit einer Steigerungsrate von rund 5% ein sehr robustes Wachstum gezeigt, was im Wesentlichen auf einer sehr guten Nachfrage aus dem Automobilsektor sowie gestiegenen Aktivitäten in der Bauwirtschaft beruht habe.

Für das laufende Jahr gehe man davon aus, dass der Aluminiumbedarf in China wieder zweistellig wachse. So sollte im Bausektor der im Rahmen des Konjunkturprogramms beschlossene Ausbau der Infrastruktur die Aluminiumnachfrage beschleunigen, während der Bedarf im Transportsektor von den Automobilverkäufen profitieren dürfte. Diese hätten in China zuletzt wieder die Marke von 20 Mio. Fahrzeugen (annualisiert) überschritten.

Kontinuierlich erholt habe sich seit der Finanzkrise auch der Automobilmarkt in den USA. Dort entfalle rund 40% der Aluminiumnachfrage auf den Transportsektor. Der Aluminiumanteil in amerikanischen Automobilen betrage mittlerweile durchschnittlich etwa 150 kg pro Fahrzeug und solle Marktforschungsberichten zufolge in den nächsten Jahren weiterhin um rund 4% p.a. zunehmen. Der Häusermarkt in den USA habe zuletzt ebenfalls positive Signale geliefert, sodass man von einem insgesamt stabilen Nachfragewachstum auf dem nordamerikanischen Markt ausgehe. In Europa erwarte man eine Stabilisierung der Nachfrage. Zusammenfassend rechne man für das Jahr 2013 mit einem Anstieg des globalen Aluminiumbedarfs um 7% auf knapp 49 Mio. t.

Nach Angaben des International Aluminium Institutes (IAI) sei das globale Aluminiumangebot im vergangenen Jahr um 2,8% auf über 45 Mio. t gestiegen. Dabei sei die Produktion außerhalb Chinas um 2,9% zurückgegangen. Dies sei zum einen die Folge einer außergewöhnlich hohen Anzahl von Produktionsstörungen und –ausfällen gewesen, die Aluminiumhütten in Afrika, Südamerika und Kanada betroffen hätten. Zum anderen hätten zahlreiche Anbieter in Europa, Australien und den USA angesichts des niedrigen Preisniveaus und der hohen operativen Kosten ihre Kapazitäten reduziert.


Marktberichten zufolge habe sich der Kapazitätsabbau im vergangenen Jahr auf insgesamt 1 bis 1,5 Mio. t summiert. Unbeeindruckt von niedrigen Preisen und hohen Kosten würden sich weiterhin die chinesischen Anbieter zeigen. Sie hätten im vergangenen Jahr erneut rund 11% mehr Aluminium als im Vorjahr produziert. Der Anteil Chinas an der globalen Aluminiumproduktion habe sich damit von 20% im Jahr 2003 auf nunmehr 43% mehr als verdoppelt.

Nach Angaben mehrerer Hersteller würden bei den derzeitigen Aluminiumpreisen rund ein Drittel der weltweiten Aluminiumhütten mit operativen Verlusten arbeiten. Dies habe, wie bereits erwähnt, im vergangenen Jahr zu Kapazitätsanpassungen geführt. Dass diese nicht noch stärker ausgefallen seien, dürfte zum einen an der Subventionspolitik der chinesischen Regierung liegen. Zum anderen würden an den physischen Märkten derzeit rekordhohe Prämien gezahlt, die im vergangenen Jahr im Durchschnitt über 200 USD je Tonne gelegen hätten. Die Kostensituation dürfte die Anbieter auch weiterhin beschäftigen. Rund 30% der Herstellungskosten seien Energiekosten. Diese seien insbesondere bei den chinesischen Hütten sehr hoch, was dazu führe, dass sich diese im Wesentlichen in der oberen Hälfte der Kostenkurve bewegen würden.

Angesichts tendenziell steigender Energiekosten dürfte für die Aluminiumhütten von dieser Seite keine große Entlastung zu erwarten sein. Als zunehmender Engpass könnte sich darüber hinaus die Versorgungslage bei den Vorprodukten Bauxit und Alumina erweisen. Während China bei Aluminium eine relativ ausgeglichen Bilanz habe, sei das Reich der Mitte Nettoimporteur von Bauxit und Alumina. Der Expansionsdrang der Chinesen könnte zusammen mit den Exportbeschränkungen Indonesiens, einem der größten Bauxitexporteure, zukünftig für ein knapperes Angebot der beiden Vorprodukte und damit tendenziell steigende Preise sorgen. Insgesamt sollte der Druck auf der Kostenseite anhalten und die Anbieter bei gleich bleibendem Preisniveau dazu veranlassen, weitere Kapazitäten aus dem Markt zu nehmen.

Ungeachtet der unbefriedigenden Ertragslage vieler Produzenten werde die globale Aluminiumproduktion jedoch allen Anzeichen nach im laufenden Jahr wieder deutlich zunehmen. So werde es Marktberichten und Angaben der großen Produzenten zufolge zwar auch 2013 Angebotskürzungen in der Größenordnung des vergangenen Jahres geben. Dagegen stehe jedoch der planmäßige Aufbau von 3,5 bis 5,5 Mio. t neuer Produktionskapazitäten. Mehr als 50% davon würden auf China entfallen. Daneben werde das Angebot insbesondere in Indien, dem Mittleren Osten, Malaysia und Russland ausgebaut.

Insgesamt rechne man für das laufende Jahr mit einer Zunahme der weltweiten Aluminiumproduktion um etwa 3,2 Mio. t bzw. 7,5%. Danach ergebe sich für 2013 ein Angebotsüberschuss in der Größenordnung von 0,6 Mio. t. Im Hinblick auf die Gesamtgröße des Aluminiummarktes könne man dabei durchaus von einer relativ ausgeglichenen Marktbilanz sprechen.

Der Aluminiumbestand in den weltweiten LME-Lagerhäusern habe Ende 2012 mit über 5 Mio. t einen neuen historischen Höchststand erreicht. Im Zuge der Finanzkrise hätten sich die Lagerbestände im Jahr 2009 auf über 4 Mio. t mehr als verdoppelt und seien angesichts der weltweiten Angebotsüberschüsse in den letzten Jahren weiter gewachsen. Setze man die Bestände in Relation zur Nachfrage, habe sich das Niveau jedoch zuletzt stabilisiert. Eine deutliche Diskrepanz gebe es bezüglich der hohen Lagerbestände und der physischen Verfügbarkeit des Leichtmetalls. So seien derzeit rund 65% der Bestände im Zusammenhang mit Finanzierungsgeschäften gebunden.

Angesichts der niedrigen Zinsen und des Contangos bei den Terminkurven seien die Anreize so genannter Cash and Carry Deals für Investoren derzeit hoch. Darüber hinaus würden Auslieferungsengpässe bei den Lagerhäusern für physische Knappheit sorgen. Ein vergleichsweise hoher Anteil der weltweiten Bestände liege in LME-registrierten Warenhäusern. Davon würden rund 45% auf die zwei Standorte Detroit in den USA und Vlissingen in den Niederlanden entfallen. Dass die hohen Lagerbestände dem Markt somit teilweise nicht bzw. nur mit zeitlichen Verzögerungen zur Verfügung stünden, sei erkennbar an den Prämien, die in den USA Ende 2012 bei 248 USD/t und in Europa bei 285 USD/t gelegen und damit ebenfalls historische Hochs markiert hätten.

Im Hinblick auf die geplanten Kapazitätserweiterungen erwarte man auch für das laufende Jahr trotz robustem Nachfragewachstum einen Angebotsüberschuss auf dem globalen Aluminiummarkt von rund 0,6 Mio. t. Angesichts der Gesamtgröße des Marktes könne man dabei von einer relativ ausgeglichenen Marktbilanz sprechen, was unterstützend auf die Preisentwicklung wirken sollte. Auf der anderen Seite sei bei diesem Szenario kein größerer Abbau der globalen Aluminiumbestände zu erwarten, was einen tendenziell dämpfenden Faktor darstelle. Insgesamt seien die traditionellen Marktmechanismen derzeit allerdings aufgrund der beschriebenen Lagerhausproblematik und der Präsenz der Finanzinvestoren verzerrt. Mit Blick auf die Produktionskosten sollte, ausgehend vom derzeitigen Niveau, der Spielraum für sinkende Preise begrenzt sein.

Insgesamt würden die Analysten für LME-Aluminium Cash einen seitwärts- bis leicht aufwärtsgerichteten Trend erwarten. Ihre Prognose für das Jahresmittel liege bei 2.150 USD/t. (01.03.2013/ac/a/m)



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