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EUR/USD-Kurs technisch angeschlagen


01.03.2013
ETX Capital

London (www.aktiencheck.de) - Die deutschen Einzelhandelsumsätze wurden für Januar im Vergleich zum Vormonat mit einem Plus von 3,1 Prozent gemeldet und registrierten damit den höchsten Anstieg seit sechs Jahren, so Oliver Bossmann, Analyst bei ETX Capital.

Im Dezember seien die Einzelhandelsumsätze im Monatsvergleich noch stärker, nämlich um -2,1 Prozent gefallen. Auch insgesamt sehe die Situation bei dem deutschen Verbraucher gut aus, denn auf Jahresbasis seien die Einzelhandelsumsätze um 2,4 Prozent gestiegen.

Die überraschend guten Daten von der deutschen Konsumentenfront würden zu den jüngst veröffentlichten sehr guten Zahlen des ifo-Geschäftsklimaindex in Deutschland passen. Es sehe so aus, als befände sich die größte Ökonomie Europas auf einem soliden Pfad der wirtschaftlichen Erholung im ersten Quartal des Jahres. Auch die saisonbereinigte Arbeitslosigkeit in Deutschland verharre mit 6,9 Prozent, im Kontrast zu anderen europäischen Ländern, auf einem relativ niedrigen Niveau und könnte das wirtschaftliche Wachstum im ersten Quartal anfeuern.


Der Kurs des EUR/USD habe bislang nicht von den guten Zahlen aus Deutschland profitieren können und falle momentan in Richtung der Marke von 1,30 USD. Jedoch halte sich die Volatilität in dem Währungspaar in den letzten beiden Handelstagen in Grenzen. Es könnte sein, dass den internationalen Anlegern die Italien-Wahl immer noch schwer im Magen liege und dass diese sich mit Engagements in der Eurozone zurückhalten würden. Erst wenn sich in Italien regierungsfähige Mehrheiten im Parlament und in der Senatskammer abzeichnen würden, dann könnte es vielleicht auch wieder etwas Unterstützung für den Euro gegenüber anderen wichtigen Währungen geben. Momentan zumindest könnte die Unsicherheit noch zu groß sein.

Unterstützung könnte die momentane Euro-Schwäche ebenso von der Seite der Inflationsdaten für die Eurozone erhalten haben. So sei z.B. der deutsche Verbraucherpreisindex im Februar auf Jahresbasis nur um 1,5 Prozent gestiegen. Erwartet worden seien hier 1,7 Prozent. Auch die Kerninflationsrate für die Eurozone sei mit einer Lesung von 1,3 Prozent auf Jahresbasis geringer gemeldet worden, als von den Analysten erwartet. Hier hätten die Konsensschätzungen bei 1,5 Prozent gelegen. Diese niedrige EU-Kerninflation könnte Spekulationen um eine Leitzinssenkung seitens der EZB um 0,25 Prozent auf 0,5 Prozent auf ihrer nächsten Sitzung begünstigen.

Aus den USA habe man Anfang der Woche FED-Chef Ben Bernanke sprechen gehört, der seine ultralockere Geldpolitik vor den Finanzausschüssen des Senats und des Kongresses habe verteidigen müssen. Laut Bernanke hätten seine Aktionen vor allem dem US-Verbraucher in Form historisch niedriger Zinssätze geholfen. Ein Ausstieg aus dem Anleihekaufprogramm der FED wäre auch ohne den Verkauf von Anleihen am Markt möglich, so Bernanke. Man könnte die Anleihen bis zum Ende der Laufzeit halten und über andere Maßnahmen, wie etwa Zinserhöhungen oder Mindestreservesatzänderungen, die Geldmenge anpassen, habe er Stimmen entgegnet, die eine Bondblase in den USA und auch weltweit sehen würden.

Alles in allem scheine es so, als werde QE 3 auch weiterhin mit voller Kraft durchgezogen. Damit könnte der Euro gegenüber dem US-Dollar vorerst eine fundamentale Unterstützung gefunden haben. Von technischer Seite befinde sich der Kurs des EUR/USD jedoch in einem völlig intakten kurzfristigen Abwärtstrend. Der mittelfristige Aufwärtstrend, der seit Mitte letzten Jahres Bestand gehabt habe, sei nun nachhaltig gebrochen worden und damit erst einmal Geschichte. Mit dem Bruch habe sich die charttechnische Situation nachhaltig verschlechtert, denn im übergeordneten bzw. langfristigen Bild befinde sich der EUR/USD-Kurs nach wie vor in einem intakten Abwärtstrend. Falls die Zone um 1,30 USD nicht gehalten werden sollte, könnte der Einheitswährung unter Umständen ein weiterer Kursrutsch in Richtung der nächsten Unterstützungen drohen. (01.03.2013/ac/a/m)



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