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Wave XXL-Optionsscheine auf E.ON: Zu früh gefreut? Optionsscheineanalyse


22.06.2017
X-markets by Deutsche Bank

Frankfurt (www.optionsscheinecheck.de) - Der Produktexperte von X-markets by Deutsche Bank, Nicolai Tietze, stellt einen Wave XXL-Call-Optionsschein (ISIN DE000DM4KCM2/ WKN DM4KCM) und einen Wave XXL-Put-Optionsschein (ISIN DE000DM4P6P7/ WKN DM4P6P) der Deutschen Bank bezogen auf die Aktie von E.ON (ISIN DE000ENAG999/ WKN ENAG99) vor.

Lange Zeit habe E.ON gemeinsam mit RWE zu den Sorgenkindern im DAX gehört. Inzwischen sei jedoch die Erholungsrally für die E.ON-Aktie angelaufen. Es bleibe jedoch abzuwarten, wie nachhaltig diese Erholung tatsächlich sei.

Die Verbreitung Erneuerbarer Energien und der deutsche Atomausstieg hätten den großen Energiekonzernen E.ON und RWE in den vergangenen Jahren stark zugesetzt. Deren Aktienkurse hätten damit lange Zeit zu den größten DAX-Verlierern gehört. In diesem Jahr laufe es jedoch ganz anders. Dank deutlicher Kurssteigerungen würden die ehemaligen Prügelknaben seit Jahresbeginn 2017 zu den größten Gewinnern im DAX gehören. Zuletzt habe das Bundesverfassungsgericht sogar für einen zusätzlichen Schub und die Aussicht auf milliardenschwere Erstattungen gesorgt.

Das Bundesverfassungsgericht habe am 7. Juni 2017 entschieden, dass das Kernbrennstoffsteuergesetz verfassungswidrig sei. Bei E.ON habe man ausgerechnet, dass dem Unternehmen aus der Zeit zwischen 2011 bis 2016 Erstattungen in Höhe von rund 2,85 Mrd. Euro zuzüglich Zinsen in Höhe von rund 450 Mio. Euro zustünden. Der damit verbundene Ertrag wirke sich positiv auf den Konzernüberschuss, den Cashflow und die wirtschaftliche Nettoverschuldung aus. Aufgrund des außerordentlichen, nicht-operativen Charakters, würden jedoch die Kennzahlen bereinigtes EBIT und bereinigter Konzernüberschuss unbeeinflusst bleiben. Daher ändere sich auch nichts an den Unternehmenszielen für 2017.


Diese habe E.ON bei der Vorlage der jüngsten Geschäftsergebnisse am 9. Mai bestätigt. Dabei sei das erste Quartal 2017 alles andere als reibungslos verlaufen. Ein Grund, warum die bestätigte 2017er Prognose am Markt positiv aufgenommen worden sei. Für das laufende Geschäftsjahr erwarte E.ON ein bereinigtes Konzern-EBIT von 2,8 bis 3,1 Mrd. Euro, während der bereinigte Konzernüberschuss auf 1,20 bis 1,45 Mrd. Euro ansteigen solle. Im März-Quartal sei der Umsatz um etwa 7 Prozent auf rund 10,5 Mrd. Euro zurückgegangen. Das bereinigte EBIT habe mit 1,04 Mrd. Euro um rund 34 Prozent unter dem Vorjahreswert gelegen. Der bereinigte Konzernüberschuss sei um 20 Prozent auf 525 Mio. Euro geschrumpft.

Für den schwachen Jahresauftakt habe E.ON einige Sonderbelastungen verantwortlich gemacht, die auf Jahressicht hätten ausgeglichen werden sollen. Ein Grund, warum das Management den Anteilseignern weiterhin für 2017 einen Dividendenanstieg um mehr als 40 Prozent auf dann 30 Cent je Aktie in Aussicht stelle. Auf der Hauptversammlung am 10. Mai hätten sich die Anteilseigner für 2016 eine Dividende von 21 Cent gegönnt. Wie bereits in 2014 und 2015 habe E.ON seinen Aktionären auch in diesem Jahr angeboten, die Bardividende teilweise in eigene Aktien zu tauschen. Mit der Annahmequote von 33 Prozent habe sich das Management zufrieden gezeigt.

Wie zufrieden Neueinsteiger mit dem Kauf von E.ON-Aktien sein würden, müsse sich noch zeigen. Die E.ON-Aktie sei in kurzer Zeit sehr stark gestiegen, sodass einige zukünftige Erfolge bereits eingepreist sein dürften. Dabei seien diese Erfolge gar nicht selbstverständlich. Der Jahresauftakt 2017 habe gezeigt, dass E.ON immer noch mit sehr vielen Problemen zu kämpfen habe. Eine milliardenschwere Steuererstattung sei sicherlich eine willkommene Abwechslung. Allerdings würden dadurch die Probleme nicht gelöst. Zumal sich das Umfeld für die Energieversorger weiterhin als schwierig gestalten dürfte.

Spekulative Anleger, die steigende Kurse der E.ON-Aktie erwarten würden, könnten mit einem WAVE XXL-Call der Deutschen Bank auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liege derzeit bei 4,32, die Knock-Out-Schwelle bei 7,35 Euro. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert sei, könnte mit einem WAVE XXL-Put der Deutschen Bank (aktueller Hebel 5,24; Knock-Out-Schwelle bei 10,25 Euro) auf fallende Kurse der E.ON-Aktie setzen. (Stand vom 20.06.2017) (22.06.2017/oc/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.




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